Politik

Liebermanns Landtausch

Außenminister Avigdor Liebermann bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung Foto: Flash 90

Eines Morgens wacht er auf und nichts ist mehr, wie es einmal war. Sein Heimatdorf, vorher ein verschlafenes arabisches Örtchen innerhalb der grünen Linie, ist auf einmal hermetisch abgeriegelt und von Soldaten bewacht. Gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten, suchen die Bewohner verzweifelt nach Erklärungen. Was für den israelisch-arabischen Schriftsteller Sayed Kashua lediglich alptraumhafte Vision in seiner Erzählung Da ward es Morgen ist, könnte bald Realität werden. Zumindest wenn es nach Außenminister Avigdor Lieberman geht. In einer Rede vor der UN-Vollversammlung stellte er vergangene Woche seinen Plan vom Landtausch zwischen Israel und den Palästinensern vor. Sehr zum Unmut vieler Zuhörer und jüdisch-amerikanischer Organisationen.

Lieberman hatte dabei vorgeschlagen, dass ein israelisch-palästinensisches Abkommen über einen endgültigen Status »nicht Land für Frieden, sondern stattdessen ein Landtausch« bedeuten sollte.

»Lieberman soll seine persönliche Meinung für sich behalten«, kochten viele Vorsitzende jüdischer Vereinigungen in den USA nach der Rede vor Wut. »Jedes Mal, wenn er etwas an den Friedensgesprächen zu kritisieren hat, unterminiert er gleich komplett die Glaubwürdigkeit von Premier Benjamin Netanjahu und spielt so den Palästinensern in die Hände«, meinten an-
dere. Das Büro des Ministerpräsidenten veröffentlichte anschließend eine Erklärung, in der es hieß, dass die Rede nicht mit dem Premierminister abgestimmt war. »Benjamin Netanjahu verhandelt mit den Palästinensern für den Staat Israel, niemand sonst«, stand da geschrieben. »Die unterschiedlichen Punkte eines Friedensabkommens werden am Runden Tisch dis-
kutiert und entschieden – und sonst nirgendwo.«

Jahrestag der Geiselrückkehr

Schön, dass du wieder da bist!

Als ich Alon Ohel auf einer Straße in Tel Aviv sah, wollte ich ihn ansprechen – und ließ ihn weitergehen. Über Solidarität und die Kraft einer Gesellschaft

von Sabine Brandes  14.10.2026

Hamas-Terror

Ein Jahr Freiheit – doch die Narben bleiben

Vor einem Jahr war die Freude unbändig, als die letzten 20 lebenden Geiseln nach 738 Tagen in den Tunneln unter dem Gazastreifen nach Israel zurückkehrten

von Sabine Brandes  14.10.2026

Sicherheit

Unerlaubter Pilot an Bord: Maschine muss wieder umdrehen

Weil ein indonesischer Kapitän an Bord war, wurde einem Frachtflug von Ethiopian Airlines die Landung in Israel verweigert

von Sabine Brandes  13.10.2026

Krieg

Netanjahu fordert Ermittlungen gegen Soldaten im Film »NAZA«

Der Premier wirft den anonymen Beteiligten mögliche Straftaten im Zusammenhang mit der Weitergabe geheimer Informationen vor

von Sabine Brandes  13.10.2026

Interview

»Wenn wir weder denken noch irgendetwas tun müssen – was machen wir dann?«

Der israelische Mathematiker Assaf Hasson warnt vor oberflächlichen Antworten, undurchsichtigen Beweisen und einer Generation, die sich zu sehr auf Künstliche Intelligenz verlässt

von Sabine Brandes  13.10.2026

Oktoberfest

Wiesn am Mittelmeer

Die bayerische Festtradition wird in Israel neu interpretiert

von Sabine Brandes  13.10.2026

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026