Israel

Kurz gemeldet

Benjamin Netanjahu nach seiner Ankunft in Monrovia. Foto: Flash90

Reise
Premierminister Benjamin Netanjahu ist derzeit in Afrika. Am Sonntag reiste er zum Gipfel der westafrikanischen Nationen nach Liberia. In dessen Hauptstadt Monrovia will er um afrikanische Unterstützung bei den Vereinten Nationen und in anderen internationalen Gremien werben. Netanjahu wird auf dem Wirtschaftsforum westafrikanischer Staaten sprechen. Vor seiner Abreise sagte er: »Ich bin als erster nichtafrikanischer Regierungschef eingeladen worden, dort zu reden.« Er sehe das als eine große Ehre an. »Israel kehrt in großem Stil nach Afrika zurück«, fügte er in Anlehnung seiner letzten Reise im Juli 2016 hinzu. In seiner Ansprache gedachte er zunächst den Opfern des Londoner Terroranschlags und auch der vielen unschuldigen Getöteten in Mali und im Niger. Die Anschläge werden nur die Überzeugung verstärken, den Terror zu bekämpfen. »Zusammen, hier in Afrika, im Nahen Osten, in Europa und überall – zusammen werden wir sie schneller bekämpfen.« Er glaube an das Potenzial Afrikas, sagte Netanjahu, »es ist ein Kontinent, der sich im Wachstum befindet«.

Peres-Tag
Zum ersten Mal ist am Sonntag in New York der Schimon-Peres-Tag begangen worden. Der besondere Tag findet im Rahmen der Parade für den Staat Israel statt, die jedes Jahr über die Fifth Avenue in Manhattan zieht. Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, hatte den Schimon-Peres-Tag bei seinem Besuch im März in Israel angekündigt. Zehntausende nehmen an der Parade teil, die von der 57. bis zur 74. Straße zieht, darunter auch israelische Offizielle wie der Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, und Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat.

Aussage
Im israelischen Fernsehen hat ein offizieller Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde ein ungewöhnliche Aussage gemacht. Jibril Rajoub erklärte, dass die Kotel in der Jerusalemer Altstadt unter israelischer Souveränität bleiben sollte. »Wir verstehen, dass die Klagemauer, die US-Präsident Donald Trump besucht hat, heilig für Juden ist und daher unter jüdischer Souveränität bleiben muss«, meinte Rajoub in der Sendung »Meet the Press« des Kanals 2. »Es gibt keine Diskussion darüber. Natürlich ist es ein heiliger Ort für Juden.« Der Tempelberg jedoch gehöre den Palästinensern, machte er im Anschluss klar. »Der Tempelberg ist unser, nicht ihrer. Und ich finde, sie sollten aufhörden so zu tun, als sei er ihrer.«

Entscheid
Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat die Entscheidung des deutschen Verteidigungsministeriums bestätigt, wonach die Bundeswehr Drohnen aus Israel erwerben darf und diese nicht bei einem amerikanischen Konzern kaufen muss. Die amerikanische Firma General Atomics, die die Ausschreibung nicht gewonnen hatte, war vor Gericht gezogen, um ebendies durchzusetzen. Der Kauf, der auf rund 580 Millionen Euro geschätzt wird, muss allerdings noch vom Parlament genehmigt werden. Das Urteil umgehend rechtskräftig geworden.

Verhör
Der israelische Innenminister Arie Deri wird am Montag zum zweiten Mal unter Vorbehalt von der Sondereinheit Lahav 443 der Polizei verhört werden. In der vergangenen Woche war der Politiker wegen des Verdachts der Korruption bereits elf Stunden lang vernommen worden. Die Vorwürfe drehen sich um Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Betrug, Diebstahl sowie Vertrauenmissbrauch. Auch Deris Ehefrau, Jaffa, wird verdächtigt. Der Minister ist bereits einmal wegen Korruption verurteilt worden. Seine Gefängnisstrafe hat er abgesessen.

Nahost-Politik

CDU könnte Stopp deutscher Zahlungen an UNRWA beschließen

Am Wochenende findet der Bundesparteitag der CDU in Stuttgart statt. Beschlossen werden könnte auch ein Antrag zu deutschen Zahlungen an die Palästinenser, der es in sich hat

von Michael Thaidigsmann  18.02.2026

Kulturerbe

Die vergessenen Synagogen

In den Straßen Tel Avivs verbergen sich Hunderte ehemalige Bet- und Lehrhäuser – Zeugen einer orthodoxen Blütezeit, die heute nur noch wenigen bekannt ist

von Henry Jakubowicz  18.02.2026

Gaza

Fallschirmjäger stirbt durch Eigenbeschuss

Der 21-jährige Stabsunteroffizier Ofri Yafe, Angehöriger der Aufklärungseinheit der Fallschirmjäger, wurde während einer Operation im Raum Chan Junis tödlich verletzt

 18.02.2026

Olympische Winterspiele

»Ganz Israel kann stolz sein«

Adam Edelman spricht im Interview über Israels Olympia-Premiere im Bob, Teamgeist und sportlichen Ehrgeiz

von Sabine Brandes  18.02.2026

Wirtschaft

Schekel auf 30-Jahres-Höhenflug

Kurzfristig könnten importierte Waren für Israelis billiger werden - für die Exportwirtschaft aber birgt starke Währung Gefahren

von Sabine Brandes  18.02.2026

Westjordanland

Rabbiner aus Siedlungen warnen vor Gewalt

Zehn geistliche Autoritäten erklärten, Übergriffe schadeten dem gesamten Siedlungsprojekt und könnten dessen Zukunft gefährden

 18.02.2026

Ramle

Magische Bootsfahrt unter der Erde

In einer versteckten Zisterne unter der Stadt schippert man durch 1200 Jahre Geschichte

von Sabine Brandes  17.02.2026

Tom Shoval

»Es ist schwer, den Kreis zu schließen«

Im Rahmen der Berlinale wird die Doku »A Letter to David« gezeigt, dieses Mal als komplette Version. Ein Interview mit dem Regisseur

von Katrin Richter  17.02.2026

Jerusalem

Während des Krieges: Israels Militär setzte auf großes Juristenteam

Kommandeuren standen während der Kämpfe bis zu 130 Juristen zur Seite, um operative Entscheidungen rechtlich abzusichern

 17.02.2026