Israel

Kurz gemeldet

Die arabisch-israelische Stadt Kafr Kassem. Mehr als 20 Prozent der Bevölkerung im israelischen Kernland sind Araber. Foto: Flash 90

Historische Bilder
50 Jahre nach dem Sechstagekrieg von 1967 hat das Archiv der israelischen Armee bislang nie gesehene Fotos veröffentlicht. Darauf abgebildet sind unter anderem Luftaufnahmen Jerusalems von Stadtvierteln vor dem Krieg sowie viele Fotografien von Soldaten nach der Eroberung Ost-Jerusalems durch Israel. Auch der damalige Verteidigungsminister Mosche Dayan und der Chef der Streitkräfte, Yitzhak Rabin, die gemeinsam mit Kämpfern an der Kotel stehen, sind zu sehen. In einem ebenfalls veröffentlichten Brief schreibt Uzi Narkiss, der leitende Offizier für Jerusalem während des Krieges an Teddy Kollek: »Dies ist ein Krieg. Alles ist in Ordnung. Es sieht nach einem großen Erfolg aus. Sie werden der Bürgermeister eines vereinten Jerusalems sein.«

Beziehungsabbruch
Es ist eine diplomatische Schockwelle, die auch in Israel Reaktionen hervorruft: Der Abbruch der Beziehungen zu dem arabischen Staat Katar einiger muslimischer Staaten, initiiert von Saudi-Arabien, war nur von Wenigen erwartet worden. Es sind die Verbindungen zum Iran und die Unterstützung des Terrorismus durch radikal-islamistische Organisationen, die offenbar zu der Entscheidung der sunnitisch geprägten Länder führten. In Israel äußerten sich Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und Oppositionsführer Isaac Herzog: »Diese Krise hat nichts mit Israel zu tun, nichts mit Juden oder Zionismus«, sagte Lieberman während einer Debatte in der Knesset. Er fügte hinzu, es gäbe keinen Zweifel, dass sich nun viele Möglichkeiten für den Kampf gegen den Terror eröffneten. Herzog ging noch einen Schritt weiter und schlug vor: »Jetzt ist die Zeit, Führungskraft zu beweisen und in Richtung einer mutigen regionalen Initiative voranzuschreiten.« Immer wieder wird berichtet, dass Israel und Saudi-Arabien schon eine Weile geheime Sicherheitsbeziehungen unterhalten, vor allem, um Aktivitäten des Iran zu überwachen.

Proteste in Kafr Kassem
Mehrere Morde erschüttern die arabische Gemeinde in Israel. Infolgedessen sind am Montagabend gewalttätige Proteste in der Stadt Kafr Kassem ausgebrochen. Die Polizeiwache wurde von Demonstranten belagert, Fahrzeuge in Brand gesteckt. Ein Protestierender starb bei den Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften, zwei weitere wurden verletzt. Die Spannungen zwischen der Polizei und der arabischen Bevölkerung schwelt schon seit Langem. Es geht vor allem um die ungelösten Morde und die generell hohe Kriminalitätsrate in vielen israelisch-arabischen Ortschaften. In der vergangenen Woche wurden in Kafr Kassem zwei Menschen ermordet, als sie eine Moschee verließen. Am selben Tag starben noch zwei weitere Männer und eine Frau durch Verbrechen. Die Bevölkerung wirft der Polizei vor, nicht genug gegen die Kriminalität zu unternehmen. Sicherheitsminister Gilad Erdan hatte vor einigen Monaten eine Aktion gestartet, um mehr arabische Polizisten einzustellen.

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