Israel

Kurz gemeldet

Uneinig: Finanzminister Mosche Kachlon (l.) und Premier Benjamin Netanjahu Foto: Flash 90

Krise
Noch immer nicht sind Premierminister Benjamin Netanjahu und sein Minister im Finanzressort, Mosche Kachlon, auf einen Nenner gekommen. Kachlon besteht darauf, die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt unverzüglich zu reformieren, Netanjahu indes will genau dies nicht und fährt seit Monaten eine Verzögerungstaktik. Er fürchtet, dass die neue Einrichtung mit Namen Kan zu unabhängig und damit zu kritisch sein könnte. Am Sonntag trafen sich beide Politiker, um über eine Lösung zu debattieren. Am Ende des Gesprächs jedoch herrschte nach wie vor Unmut auf beiden Seiten. Ein Kompromiss ist nicht in Sicht. Die Drohung mit Neuwahlen, die der Regierungschef vor einigen Tagen wegen dieses Problems aufgebracht hatte, schwebt also noch immer über den Köpfen der Koalitionsmitglieder.

Verdacht
Die Ermittlungen zur vermeintlichen Korruption in Israels größter staatlicher Industrie, der IAI (Israeli Aerospace Industries), ziehen immer weitere Kreise. Nachdem zunächst der Sohn des Sozialministers Chaim Katz, Yair, und ein Dutzend andere vorläufig festgenommen wurden, ist jetzt auch der Minister selbst im Visier der Polizei. Nach ihren Angaben suche man Zeugen, die gegen den Politiker aussagen würden. Es ginge um Korruption im großen Stil: Betrug, Veruntreuung, Geldwäsche, Diebstahl, illegale Geschäftspraktiken und anderes, heißt es in der Erklärung. Katz war 20 Jahre lang Vorsitzender der Gewerkschaft der IAI, die rund 16.000 Menschen beschäftigt. Außerdem steht das Unternehmen unter Verdacht, Angestellte, die nicht dem Likud beitreten wollten, benachteiligt und sogar entlassen zu haben. Katz kommentierte: »Das alles ist nur eine Hexenjagd, um meinen Ruf zu schädigen.«

Rätsel
Die Ermordung gibt Rätsel auf. Am Freitag wurde ein Anführer des militärischen Flügels der Hamas, Mazen Fuqaha, im südlichen Gazastreifen mit Schalldämpfern erschossen. Angeblich seien die Attentäter über das Meer gekommen, berichten israelische Medien. Ein Sprecher der Terrororganisation erklärte daraufhin, dass lediglich Israel ein Interesse am Tod von Fuqaha habe, und rief zur Vergeltung auf. Der Hamas-Mann war von 2000 bis 2005 an verschiedenen Terrorattacken beteiligt gewesen und im Zuge des Deals im Austausch für den Soldaten Gilad Schalit im Jahr 2011 aus dem israelischen Gefängnis freigekommen. Im Anschluss hat er sich wieder dem bewaffneten Kampf angeschlossen. Israel hat bislang weder bestätigt noch bestritten, für seinen Tod verantwortlich zu sein. Experten meinen, dass dennoch Gewalt zwischen der Hamas im Gazastreifen und Israel ausbrechen und eskalieren könnte.

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