Israel

Herzog setzt Gespräche über Regierungsbildung fort

Israels Präsident Isaac Herzog Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Der israelische Präsident Isaac Herzog setzt seine Beratungen mit Vertretern der Parteien über eine Regierungsbildung fort. Während die ultraorthodoxe Gruppe Vereinigte Tora-Judentum keine Empfehlung für einen Regierungschef aussprach, empfahl die rechtsextreme Partei Ozma Jehudit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für die Regierungsbildung. Die Demokraten hingegen sprachen sich für Ex-Militärchef Gadi Eisenkot aus.

Stärkste Kraft bei der Parlamentswahl Ende Oktober wurde Netanjahus rechtskonservative Likud-Partei mit 27 von insgesamt 120 Sitzen in der Knesset, gefolgt von der Mitte-Partei Jaschar von Ex-Militärchef Gadi Eisenkot mit 21 Mandaten. Mit den Vertretern dieser beiden stärksten Parteien will Herzog am Abend sprechen. Traditionell beauftragt der Präsident denjenigen Kandidaten mit der Regierungsbildung, dem er die besten Chancen auf eine parlamentarische Mehrheit einräumt. Israels Oppositionsparteien hatten vor Beginn der Beratungen angekündigt, Eisenkot empfehlen zu wollen.

Das Mitte-Rechts-Bündnis Bejachad der Ex-Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Jair Lapid kam bei der Wahl auf zwölf Sitze, die arabisch geprägte Vereinte Liste auf elf. Die Demokraten und die arabische Raam-Partei erhielten jeweils acht Mandate. Jeweils sieben Sitze entfielen auf Israel Beitenu, Ozma Jehudit und das Vereinigte Tora-Judentum. Die ebenfalls strengreligiöse Schas und der Religiöse Zionismus kamen auf jeweils sechs Sitze. Eine Schlüsselrolle könnten die arabischen Parteien bei der Mehrheitsbildung spielen.

Lesen Sie auch

Erster Videoauftritt Netanjahus seit der Wahl

In seinem ersten Videoauftritt seit der Wahl warnte Netanjahu am späten Mittwochabend vor einer Regierung, »die vom extremistischen Islam und von islamistischen Parteien abhängig ist.« Diejenigen Vertreter der Opposition, die bei einer Regierungsbildung auf eine Mehrheit mit Hilfe der arabischen Parteien setzten, stellten ihre eigenen politischen Interessen über das nationale Interesse, sagte er in dem auf der Plattform X veröffentlichten Video.

Zuvor hatte die Likud-Partei den arabischen Parteien Wahlbetrug vorgeworfen. Die israelische Polizei und die Wahlbehörde wiesen diese Behauptungen zurück. dpa

Israel

Eisenkot plädiert für erneuerte Partnerschaft Israels mit den USA

Noch ist unklar, wer Israels nächste Regierung leitet. Ex-Militärchef Eisenkot unterstreicht seinen Führungsanspruch - und wendet sich an den wichtigsten Verbündeten

 05.11.2026

Straße von Hormus

Iran: Zwei Tanker und ein Schlepper in Brand geraten

In den vergangenen Tagen wurden vermehrt Schiffe angegriffen oder durch Minen beschädigt

 05.11.2026

Medizin

Eine neue Lunge und zur Genesung nur Paracetamol

In Israel ist erstmals eine Lungentransplantation mithilfe eines Operationsroboters gelungen. Für den Patienten bedeutet das eine deutlich schnellere Genesung

von Sabine Brandes  05.11.2026 Aktualisiert

Knesset-Wahl

Herzog lotet Mehrheiten aus

Nach dem knappen Wahlausgang in Israel hat Präsident Herzog Gespräche zur Regierungsbildung aufgenommen. Ex-Militärchef Eisenkot könnte nach Medienberichten zuerst den Auftrag erhalten.

 04.11.2026

Wahl

Koalitionskampf und Politpoker

Weder Benjamin Netanjahu noch Gadi Eisenkot konnten sich die Mehrheit sichern. Wie geht es weiter?

von Sabine Brandes  04.11.2026

Tel Aviv

Premiere für Andrea Kiewel

Andrea Kiewel überrascht sich selbst und überwindet ihre Scheu vor dem Widerspruch – wegen Halloween

von Andrea Kiewel  04.11.2026

Nachrichten

Wein, Stadt, Börse

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  04.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Midterm-Wahlen

Israels Opposition hofft auf Neustart der Beziehungen zu Amerika

Israels oppositionelle Demokraten freuen sich über den Wahlsieg ihrer US-Parteifreunde und hoffen auf eine künftige Verbesserung der zuletzt angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern

 04.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  04.11.2026