Jerusalem

Klagemauer und Große Synagoge beschmiert

Jerusalem

Klagemauer und Große Synagoge beschmiert

An der heiligsten jüdischen Stätte tauchten in der Nacht zum Montag Graffiti auf. Ein 27-jähriger Mann wurde festgenommen – laut seiner Familie leidet er unter schweren psychischen Problemen. Religiöse Vertreter und Politiker verurteilten die Tat scharf.

 12.08.2025 10:08 Uhr

In der Nacht auf Montag sind an zwei bedeutenden religiösen Stätten in Jerusalem – der Klagemauer und der Großen Synagoge – Graffitis mit politischen Botschaften entdeckt worden. Auf Hebräisch waren unter anderem die Worte »Es gibt einen Holocaust in Gaza« und »Kinder verhungern« zu lesen. Die israelische Polizei nahm einen 27-jährigen Verdächtigen fest, der nach eigenen Angaben aus der ultraorthodoxen Gemeinschaft stammt.

Wie die Katholische Nachrichten-Agentur unter Berufung auf die Polizei berichtet, wurde der Mann zunächst zur Vernehmung gebracht. Die Polizei beantragte eine Verlängerung der Haft, jedoch entschied das Amtsgericht später, den Mann stattdessen in eine psychiatrische Einrichtung einzuweisen.

Auch Schmierereien an der Großen Synagoge

Laut einem Bericht der Times of Israel wurde das Graffiti im südlichen Abschnitt der Klagemauer entdeckt, in der Nähe des egalitären Gebetsbereichs Ezrat Jisrael. Auch an der Fassade der Großen Synagoge an der King George Street wurde ein ähnlicher Schriftzug gefunden. Es handele sich offenbar nicht um einen Einzelfall: Der Verdächtige war bereits in der Vergangenheit polizeilich auffällig geworden, unter anderem durch das Besprühen eines Bildes eines gefallenen israelischen Soldaten.

Die Familie des Mannes erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal Ynet, dass dieser unter schweren psychischen Erkrankungen leide und mehrfach stationär behandelt worden sei. Der Vater des Verdächtigen äußerte sein Bedauern: »Mein Sohn befindet sich in einem ernsten psychischen Zustand und würde so etwas unter normalen Umständen nicht tun. Wir verurteilen seine Tat aufs Schärfste.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Scharfe Kritik kam von der Western Wall Heritage Foundation, der Betreiberorganisation der Klagemauer. Deren Rabbiner, Schmuel Rabinowitz, sprach von einer »schwerwiegenden Tat« und einer »Verletzung der Heiligkeit dieses Ortes«. Die Entfernung der Graffiti solle gemäß den religiösen Vorschriften so erfolgen, dass die Steine nicht beschädigt werden. ja

22. Makkabiade

Zusammenstehen - mehr denn je

Tausende Athletinnen und Athleten aus aller Welt feiern bei der Eröffnung in Jerusalem jüdische Identität, Sport und Solidarität – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

»Hab viel Spaß in der Hölle, du Hurensohn!«

Die ehemalige deutsch-israelische Geisel Rom Braslavski reagiert auf die Tötung ihres Peinigers. Ein Moment, der für ihn mehr als Rache ist

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nahost

Hat ein Tadschike für den Iran Ziele in Israel ausgespäht?

Über ein Jobangebot kam ein Tadschike laut Israels Geheimdienst mit einem iranischen Agenten in Kontakt. Er soll für Teheran Orte in Israel ausspioniert und weitere Spione angeworben haben

 02.07.2026

Interview

»Klimaanlagen sind Pflicht«

Keren Agay-Shay erklärt, warum extrem heiße Sommer mehr sind als ein Wetterphänomen – und welche Maßnahmen Leben retten können

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nachrichten

Umwelt, Anerkennung, Bücher

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  02.07.2026

1000 Tage

Tausende Stimmen gegen das Vergessen

Die Hebräische Universität und Edut 710 schaffen ein KI-gestütztes Archiv, das die Zeugnisse des 7. Oktober bewahrt

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

5800 Juden wollen in diesem Sommer Alija machen

Das Interesse, nach Israel überzusiedeln, ist ungebrochen groß: Im Juli und August werden zahlreiche Neubürger erwartet, vor allem aus Frankreich und den USA

 02.07.2026

Archäologie

Höhle der Menschheitsgeschichte

Sensationsfund in einer Hunderttausende von Jahren verschlossenen Höhle südlich von Haifa könnten eines der größten Rätsel über die Vorgeschichte des Homo sapiens lösen

von Sabine Brandes  02.07.2026

Zeitgeschichte

Entebbe und kein Ende

Der Historiker Jan Gerber zeigt in seinem neuen Buch, wie aus dem Antizionismus der 68er-Generation radikale antisemitische Praxis wurde

von Ralf Balke  02.07.2026