Covid-19

Kaum künstliche Lungen frei

Röntgenaufnahme der Lunge eines Menschen Foto: imago images/cherezoff

Israel braucht mehr Maschinen zur extrakorporalen Membranoxygenierung, kurz ECMO. In den vergangenen Wochen ist die Zahl der schwerkranken Corona-Patienten, die eine solche sogenannte künstliche Lunge benötigen, in die Höhe geschnellt. Jetzt kauft das Land wieder ein.

Patienten mit akutem Lungenversagen werden in der Regel zunächst künstlich beatmet. Doch wenn die Lungen den zugeführten Sauerstoff nicht mehr ausreichend ins Blut abgeben können, muss dem Lebenssaft außerhalb des Körpers Sauerstoff hinzugefügt werden. Das tun die ECMO-Maschinen. Während der Pandemie hatte das Land seinen Bestand von 35 auf 82 aufgestockt. 1200 Pflegefachkräfte wurden geschult.

ANSTIEG In der vergangenen Woche war die Zahl der Corona-Patienten, die an die Maschinen angeschlossen sind, bedrohlich angestiegen – 56 waren es mittlerweile. Bei anderen Wellen waren es maximal 43 gewesen. Zudem benötigten acht Menschen mit anderen Erkrankungen eine ECMO.

In der vergangenen Woche war die Zahl der Corona-Patienten, die an die Maschinen angeschlossen sind, bedrohlich angestiegen.

Igal Kassif, Vorsitzender der ECMO-Vereinigung und Herzchirurg am Scheba-Krankenhaus, berichtete, dass er in einer WhatsApp-Gruppe von Medizinern schrieb: »Wenn ihr einen Patienten dranhängt, gibt es kein Back-up.«
Nach den Vorgaben müsse permanent ein Drittel der Maschinen als Reserve freigehalten werden, doch am Wochenende war nach nur ein Fünftel aller Geräte verfügbar.

Inzwischen habe sich die Lage geringfügig entspannt. Ein Gerät sei repariert worden, und ein Patient war verstorben – am Wochenende war ein erst 16-Jähriger, der an eine ECMO-Maschine angeschlossen war, den Folgen seiner Covid-19-Erkrankung erlegen.

krankheitsverlauf 90 Prozent der betreffenden Patienten sind nicht geimpft. Das Gesundheitsministerium gab an, dass auch 90 Prozent aller Patienten unter 50 Jahren mit schwerem Krankheitsverlauf nicht geimpft seien. Israel befindet sich nach Meinung vieler Experten am Ende der vierten Corona-Welle. Am Dienstag lag die Positivrate bei den Corona-Tests bei nur noch 1,7 Prozent.

Unterdessen hat die Regierung von Premierminister Naftali Bennett eine neue Regelung für Schulen eingeführt, um Quarantänemaßnahmen und -zeiten zu begrenzen. Demnach müssen Kinder und Lehrkräfte nach einem Zusammentreffen mit einem positiv Getesteten lediglich bis zu einem negativen PCR-Test-Ergebnis in die Heimisolierung.

Anschließend müssen sie jeden Morgen zu Hause einen Antigen-Selbsttest durchführen und dürfen anschließend – sofern auch dieser negativ ist – wieder am Unterricht teilnehmen. Allerdings herrscht derzeit noch ein Mangel an Testkits. »Wir werden die Änderung daher graduell einführen«, verkündete das Bildungsministerium.

Israel

Netanjahu macht Krebsbehandlung öffentlich

Der Ministerpräsident wurde wegen eines bösartigen Prostatatumors behandelt

 24.04.2026

Tel Aviv

El Al baut Flugverkehr wieder aus: 40 Ziele bis nächste Woche

Nach Angaben der Fluglinie soll das Angebot im Laufe des Monats weiter wachsen. Es sei denn, die Sicherheitslage verändert sich wieder

 24.04.2026

Jerusalem

Ein Diplomat für die christliche Welt

George Deek soll als Sondergesandter Schadensbegrenzung betreiben und »die Beziehungen weltweit vertiefen«

von Sabine Brandes  23.04.2026

Untersuchungskommission

Hamas-Massaker: Unruhen im Gerichtssaal

Israel ist noch immer auf der Suche nach Antworten für die Versäumnisse vor dem 7. Oktober

von Sabine Brandes  23.04.2026

Jom Haazmaut

Trump erhält Israel-Preis für besondere Verdienste um das jüdische Volk

Nach Angaben des israelischen Bildungsministeriums erhält der amerikanische Präsident den Preis in der Kategorie »besondere Verdienste um das jüdische Volk«

 23.04.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Jom Haazmaut

Herzog ehrt Soldaten am Unabhängigkeitstag – Armee zu neuer Offensive bereit

»Herausragende Soldaten lernen in normalen Jahren die Schlachten der Vergangenheit – aber ihr kämpft die Schlachten, die künftige Generationen studieren werden«, sagt der Präsident zu IDF-Angehörigen

 23.04.2026

Israel

Ein Kind nach dem Tod

Israelische Richter erlauben der Familie der getöteten Geisel Yotam Haim die Verwendung von dessen Sperma, um einen Enkel zu zeugen

von Sabine Brandes  23.04.2026

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026