Interview

»Israels Sicherheit bleibt deutsche Staatsräson«

Will mehr Frauen in der Bundeswehr und eine bessere Verzahnung von Militär und Gesellschaft: Annegret Kramp-Karrenbauer Foto: imago

Frau Ministerin, zum ersten Mal haben die israelische und die deutsche Luftwaffe gemeinsame Manöver in Deutschland durchgeführt. Welchen Stellenwert messen sie der militärischen Zusammenarbeit der Bundeswehr mit Israel bei?
Einen sehr hohen Stellenwert! Israel und Deutschland sind Freunde und Partner, die sich aufeinander verlassen können. Diese Übung bringt nicht nur unsere Soldatinnen und Soldaten enger zusammen. Sie hat auch darüber hinaus eine starke öffentliche Wirkung und einen großen Symbolwert. Die Übung zeigt, dass neben unserem intensiven gesellschaftlichen und politischen Austausch Israel und Deutschland gerade in der militärischen Praxis ausgezeichnet harmonieren. Und wir haben gemeinsam sehr bewegende Momente erlebt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Bundeskanzlerin Merkel hat Israels Sicherheit 2008 in der Knesset als Teil der »Staatsräson unseres Landes« bezeichnet. Was heißt das konkret?
Die Sicherheit Israels ist und bleibt Teil der deutschen Staatsräson. Es ist wichtig, dass wir militärisch nicht nur partnerschaftlich miteinander umgehen, sondern auch »interoperabel« sind, mit anderen Worten, dass unsere Streitkräfte zusammen funktionieren. Auch die Zusammenarbeit in der Ausrüstung, zum Beispiel bei U-Booten und Korvetten, ist von hoher Bedeutung.

Könnten Sie sich vorstellen, dass Israel langfristig Mitglied des NATO-Verteidigungsbündnisses wird?
Das ist eine sehr weitreichende Fragestellung. Mir ist wichtig, dass wir unabhängig davon in der Lage sind, Seite an Seite militärisch zu üben und unsere Kräfte zu bündeln.

Wie ausgeprägt ist bei Soldaten und Offizieren der Bundeswehr das Interesse an Israel und am israelischen Militär? Gibt es da eine besondere »Affinität«?
Ja, das wird mir regelmäßig berichtet und auch ich selbst bin sehr interessiert. Was vielen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auffällt: In Israel gibt es eine besonders feste Verbindung zwischen Zivilgesellschaft und Militär. Das ist ein hohes Gut. Wir zielen mit dem Konzept des »Staatsbürgers in Uniform« ebenfalls auf eine starke Bindung, auf den intensiven Austausch, und ich habe beim Thema »Bundeswehr und Gesellschaft« bewusst Akzente gesetzt. Mir ist auch der höhere Frauenanteil in den israelischen Streitkräften ein Ansporn. Hier sind wir in der Bundeswehr bei Weitem noch nicht am Ziel.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Was kann Deutschland im Militärbereich von Israel lernen?
Das israelische Militär gilt als High-Tech-Armee, als besonders agil und innovativ. Außerdem verfügt es über herausragende Fähigkeiten im Bereich der Cyberabwehr. Gerade die israelische Luftwaffe hat einen immens hohen Erfahrungs- und Trainingsstand, und auch mit Blick auf die Zusammenarbeit der Streitkräfte mit innovativen Unternehmen können wir viel lernen. Dieser Austausch ist sehr wertvoll.

Die deutschen und israelischen Piloten haben gemeinsam auch der Schoa und der Opfer des Anschlags auf israelische Olympia-Athleten in München 1972 gedacht. Wie wichtig sind Ihrer Ansicht nach solche gemeinsamen Aktionen?
Wir sind berührt von dem Motto, das die israelische Armee dem Besuch gegeben hat: «Sich gemeinsam der Vergangenheit stellen und die Zukunft gemeinsam gestalten». Ich bin sehr froh darüber, dass wir heute gemeinsam mit unseren israelischen Partnern gedenken und erinnern können.

Das Interview mit der Bundesverteidigungsministerin und CDU-Vorsitzenden führte Michael Thaidigsmann.

Beit Lid

Nach Festnahme eines Wehrdienst-Verweigerers: Tausende Haredim demonstrieren

Einzelne Teilnehmer versuchten, einen Zaun vor dem Gefängnis niederzureißen

 21.07.2026

Flugverkehr

Wegen des Krieges: Dutzende Flugausfälle pro Tag möglich

Die Amerikaner wollen weitere fliegende Tanker schicken. Die Konsequenzen: Tausende Passagiere pro Tag könnten ohne Flugverbindung dastehen

 21.07.2026

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Gaza

Khalil al-Hayya wird neuer Hamas-Führer

Knapp zwei Jahre nach der Tötung ihres Anführers Yahya Sinwar durch die israelische Armee hat die radikalislamistische Hamas mit Khalil al-Hayya offenbar einen neuen Chef

 20.07.2026

Tel Aviv

Zamir warnt Iran vor Angriffen auf Israel

»Wir werden mit großer Stärke gegen jeden vorgehen, der uns schadet«, sagt der Generalstabschef, nachdem Trümmer einer iranischen Rakete auf Israel niedergegangen sind

 20.07.2026

Protest

Minister und Aktivisten demonstrieren für Wiederaufbau von Siedlungen in Gaza

Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir setzt sich seit Jahren für israelische Siedlungen im gesamten Gazastreifen ein. Premier Netanjahu lehnt das ab

 20.07.2026

Berlin

Humboldt-Universität will weiter mit Israel kooperieren

Die Berliner Humboldt-Universität ist gegen einen Boykott israelischer Hochschulen. Das Studierendenparlament hatte zuletzt einen Abbruch der Beziehungen gefordert

 20.07.2026

7. Oktober

»Die Ärzte beschlossen, ihn zu erschießen«

Hanan Yablonka wurde von Hamas-Terroristen in den Gazastreifen entführt und getötet. Nun hat erstmals seine Schwester Avivit Yablonka Abady über Hanans letzte Minuten gesprochen

 20.07.2026

Ben-Gurion-Flughafen

Randale an Bord: Drei Israelis in Lufthansa-Maschine festgenommen

Die Polizei muss Gewalt anwenden, da die Passagiere keine Einsicht zeigen und Beamte angreifen

 20.07.2026

Ulaanbaatar

Angriff auf israelische Touristen in der Mongolei

Während der Attacke riefen die Angreifer »Heil Hitler« und »Verschwindet von hier«

 20.07.2026