Israel

Israels Präsident nimmt erstmals an Pride Parade in Jerusalem teil

Israels Präsident Isaac Herzog an dem Ort, an dem 2015 Schira Banki von einem Orthodoxen erstochen wurde Foto: Copyright (c) Flash 90 2025

Unter sehr strengen Sicherheitsvorkehrungen haben in Jerusalem Tausende Menschen an der alljährlichen Pride Parade teilgenommen. Sie demonstrierten für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, Trans- und queeren Menschen (LGBTQ) und schwenkten dabei Regenbogenflaggen. Nach Angaben der Organisatoren geht es bei der Parade vor allem um die Forderung nach Gleichberechtigung, Respekt sowie Toleranz.

Die Pride Parade in Jerusalem muss jedes Jahr von einem massiven Polizeiaufgebot geschützt werden. In Jerusalem leben viele konservative sowie strengreligiöse Juden, Muslime und Christen, die gleichgeschlechtliche Liebe als Verstoß gegen ihre religiösen Gebote ablehnen. Vor zehn Jahren hatte ein ultraorthodoxer Jude bei der Parade die 16-jährige Schira Banki erstochen.

An dem Ort, an dem Banki 2015 getötet wurde, legten die Teilnehmer eine Schweigeminute ein. Israels Staatspräsident Isaac Herzog war ebenfalls zugegen. Herzog erklärte dort: »Wir fordern Liebe, Respekt und Gleichheit - auch für die LGBTQ-Gemeinschaft, die ein untrennbarer Teil der israelischen Gesellschaft ist.« Nach Angaben der Nachrichtenseite »Ynet« ist Herzog damit der erste Staatspräsident, der an der Pride Parade in Jerusalem teilnimmt.

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Die Vorsitzende des Veranstalters Jerusalem Open House, Hadas Bloemendal Kerem, sagte: »Die Pride Parade in Jerusalem ist ein Lichtblick, der die Stadt seit über zwei Jahrzehnten erleuchtet und uns daran erinnert, dass wir hier zusammenleben können - mit Gleichberechtigung, Toleranz und Respekt.«

Am Rande der Parade kam es Medienberichten zufolge zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Zeitung »Haaretz« berichtete, die Polizei habe das Zeigen von Schildern mit der Forderung nach einem Ende des Gaza-Kriegs und der Kritik an der rechten Regierung von Benjamin Netanjahu unterbinden wollen. Dessen Regierung ist die am weitesten rechts stehenden Regierung in der Geschichte Israels. Mehrere Minister sind offen homophob.

Kommende Woche werden zahlreiche Menschen bei der weltbekannten Gay Pride Parade in Tel Aviv erwartet. Die liberale Küstenmetropole gilt als Hochburg der Szene in Israel sowie als LGBTQ-Hauptstadt des Nahen Ostens. dpa/ja

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