Pandemie

Israels Corona-Wettlauf: Impfen im Akkord gegen Rekordzahlen

Straßenszene von Tel Aviv in Zeiten von Corona Foto: imago

Israel gilt in der Corona-Krise als eine Art Vorreiter. Viele Entwicklungen spielen sich dort früher ab als anderswo: Die erste Welle war schneller vorbei, die zweite Welle erfasste Israel früher als andere Länder. Auch bei der Impfkampagne ist der kleine Mittelmeerstaat ganz vorne dabei. Einem Projekt der Universität Oxford zufolge belegt er den weltweiten Spitzenplatz bei den Impfungen pro Kopf.

Zeitgleich vermelden die Behörden jedoch so viele Neuinfektionen wie nie zuvor - obwohl in dem Land seit knapp einer Woche ein harter Lockdown mit strikten Restriktionen gilt. Die Krankenhäuser sind nahe der Belastungsgrenze.

Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 9025 Fälle verzeichnet. Erstmals seit Beginn der Pandemie wurden damit an zwei Tagen in Folge mehr als 9000 Neuinfektionen registriert, der Rekord mit fast 9700 stammte vom Montag. Etwas mehr als sieben Prozent der gemachten Tests fielen positiv aus. Zum Vergleich: Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zuletzt 19.600 Infektionen. Deutschland hat etwa neunmal mehr Einwohner als Israel.

Der frühere Corona-Beauftragte Israels sieht trotz der dritten Welle Anlass für Optimismus. »Ich hätte ohne die Impfungen einen noch viel höheren Anstieg der Infektionszahlen erwartet«, sagte Ronni Gamzu der Deutschen Presse-Agentur. »Ich sehe in diesen Tagen schon eine Veränderung, weniger Kranke unter den Geimpften - das bedeutet, dass die Impfung die Pandemie ausbremst.« Bis Monatsende werde die Kombination von Lockdown und intensiver Impfkampagne Früchte tragen.

Nach offiziellen Angaben waren 17 Prozent der derzeit Schwerkranken bereits geimpft. »Das sind aber letztlich nicht viele«, meinte Gamzu. Mehr als 70 Prozent der über 60-Jährigen in Israel hätten bereits eine erste Impfdosis erhalten. Sonst wären noch viel mehr von ihnen schwer an Corona erkrankt.

Medien berichteten von einer Studie der größten Krankenkasse im Land, Clalit, die eine Gruppe von 200.000 Geimpften im Alter über 60 mit einer gleich großen Gruppe Nicht-Geimpfter verglichen habe. Demnach war die Zahl der Infizierten in der geimpften Gruppe zwei Wochen nach der ersten Dosis um 33 Prozent niedriger als in der nicht-geimpften Gruppe.

Besonders hoch sind die Zahlen weiterhin im ultraorthodoxen jüdischen und arabischen Sektor. Dort ist die Impfbereitschaft geringer. Gamzu sieht als Grund für die hohen Zahlen aber auch mangelnde Disziplin und Einhaltung der Corona-Regeln, ebenso wie strukturelle Gründe: »In den meisten Familien«, so Gamzu, »leben dort mindestens sechs bis sieben Menschen auf kleinem Raum, anders als in Europa.« dpa

Krieg

Israel startet »großangelegte Angriffswelle« auf Iran

Israels Militär bombardiert eigenen Angaben zufolge erneut Ziele unter anderem in der iranischen Hauptstadt Teheran. Nachrichten von dort dringen nur noch langsam nach außen

 16.03.2026

Iran-Krieg

Israelische Armee beginnt Bodenoffensive im Libanon

Das israelische Militär geht eigenen Angaben auch am Boden gegen die Hisbollah vor. Einem Bericht zufolge wurden zuletzt auch Dutzende Mitglieder der Terror-Miliz bei Kämpfen am Boden getötet

 16.03.2026

Iran-Krieg

Chameneis Regierungsflieger in Teheran zerstört

Der Flughafen Mehrabad in Teheran war in den vergangenen Tagen mehrfach Ziel israelischer Bombardierungen. Nun melden Israels Streitkräfte die Zerstörung eines Regierungsfliegers

 16.03.2026

Terror

Israel sieht neue Terrorgruppe hinter Anschlägen auf Synagogen in Europa

Die israelische Regierung findet Hinweise auf eine koordinierte Einschüchterungskampagne. Verbindungen der Terroristen zu proiranischen Netzwerken werden vermutet

 16.03.2026

EXKLUSIV

»Es geht nicht mehr«: Andreas Büttner verlässt die Linkspartei

Nach einem Beschluss der Linken in Niedersachsen war für Brandenburgs Antisemitismusbeauftragten das Maß voll: Er tritt aus der Partei aus

von Michael Thaidigsmann  16.03.2026

Tourismus

Profitieren israelische Fluggesellschaften von der Krise?

Wie schon während des Krieges in Gaza wird der Fluglinie El Al vorgeworfen, die Situation auszunutzen. Die Kritik: »überhöhte und unfaire« Preise

 15.03.2026

Medien

Kanal 13 geht an milliardenschweren Regierungsgegner

Gruppe von Hightech-Unternehmern um Wiz-Mitbegründer Assaf Rappaport will sich für redaktionelle Unabhängigkeit einsetzen

von Sabine Brandes  15.03.2026

Prognose

Israel stellt sich auf weitere drei Wochen Iran-Krieg ein

Militärsprecher Defrin zufolge setze man auf eine langfristige Schwächung der iranischen Führung – ohne festen Zeitplan

 15.03.2026 Aktualisiert

Großraum Tel Aviv

Einschläge durch iranischen Raketenangriff

Videos zeigen brennende Fahrzeuge und Krater. Es gibt Verletzte

 15.03.2026