Das israelische Militär wirft der Hamas vor, das Nasser-Krankenhaus im Süden des Gazastreifens als militärischen Stützpunkt genutzt zu haben. Nach Angaben der Streitkräfte (IDF) soll die Einrichtung nicht nur zur Lagerung von Waffen, sondern als operative Kommandozentrale für führende Hamas-Kommandeure und Kämpfer gedient haben.
Auslöser der neuen Vorwürfe ist die Entscheidung von Ärzte ohne Grenzen (MSF), nicht lebensnotwendige medizinische Aktivitäten in dem Krankenhaus einzustellen. Die Hilfsorganisation hatte von bewaffneten Männern berichtet, die sich in Teilen des Klinikgeländes bewegten.
Das israelische Militär erklärte dazu, man habe Geheimdienstinformationen, die die Nutzung des Krankenhauses für militärische Zwecke bestätigten. »Seit mehr als zwei Jahren warnen wir davor, dass terroristische Organisationen Krankenhäuser und humanitäre Einrichtungen zynisch als menschliche Schutzschilde missbrauchen«, teilten die IDF mit. Die jüngsten Entwicklungen seien ein weiterer Beleg für die Notwendigkeit, die Hamas zu entwaffnen.
Ärzte ohne Grenzen schilderte in einer Stellungnahme, Mitarbeiter und Patienten hätten bewaffnete, teils maskierte Männer in verschiedenen Bereichen des Krankenhauskomplexes gesehen. Es habe Einschüchterungen, willkürliche Festnahmen von Patienten sowie Hinweise auf den Transport von Waffen gegeben. »Diese Vorfälle stellen eine ernsthafte Sicherheitsbedrohung für unsere Teams und Patienten dar«, erklärte die Organisation. Krankenhäuser müssten »neutrale, zivile Orte ohne militärische Präsenz oder Aktivitäten bleiben«.
Nach Angaben der Hilfsorganisation traten die Vorfälle zuletzt häufiger auf, insbesondere nach einer Waffenruhe. Man habe die zuständigen Stellen formell auf die Verstöße hingewiesen und betont, dass solche Aktivitäten mit der medizinischen Mission unvereinbar seien. Berichte über bewaffnete Männer in weiteren Kliniken im Süden des Gazastreifens führten demnach zu ähnlichen Sicherheitsanweisungen.
Israelische Sicherheitskreise verweisen seit Jahren auf Fälle, in denen die Hamas militärische Infrastruktur unter medizinischen Einrichtungen aufgebaut haben soll. In früheren Einsätzen hatte das Militär unter anderem Waffenlager und Tunnelnetze unter Krankenhäusern entdeckt, die für operative Zwecke genutzt worden sein sollen. im