Jerusalem

Israeli wegen Spionage für Iran zu drei Jahren Haft verurteilt

Elimelech Stern Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Das Jerusalemer Bezirksgericht hat Elimelech Stern aus Beit Schemesch zu drei Jahren Haft verurteilt. Der 22-jährige ultraorthodoxe Jeschiwa-Student wurde wegen Kontakts mit einem ausländischen Agenten und Verschwörung schuldig gesprochen. Zusätzlich verhängte das Gericht eine Bewährungsstrafe sowie eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Schekel (2727 Euro).

Nach Ansicht des Gerichts stand Stern im Jahr 2024 über einen längeren Zeitraum mit einer iranischen Geheimdienstmitarbeiterin in Verbindung, die unter dem Decknamen »Anna« auftrat. Im Auftrag dieser Agentin führte er mehrere Missionen aus und erhielt dafür Zahlungen in Kryptowährungen.

Zur Umsetzung der Aufträge rekrutierte er weitere israelische Staatsbürger. Zu den Aktivitäten gehörten unter anderem das Anbringen von Plakaten mit sicherheitsrelevanten, nationalistischen Botschaften, das Einsammeln eines Mobiltelefons sowie Geldübergaben im öffentlichen Raum in Jerusalem und Tel Aviv.

Lesen Sie auch

In der Urteilsbegründung stellte Richterin Miriam Lomp klar, dass es sich um schwere Straftaten mit erheblichem Gefährdungspotenzial handele. »Die Tat, wegen der der Angeklagte verurteilt wurde, ist schwerwiegend und birgt ein großes Potenzial, die Sicherheit des Staates zu beschädigen und sogar seine Existenz zu untergraben«, schrieb sie. Zugleich erklärte das Gericht, das Strafmaß sei vergleichsweise moderat ausgefallen, da Stern aus finanziellen Motiven gehandelt habe und nicht aus ideologischer Überzeugung.

Besonders belastend wertete das Gericht, dass Stern bereits früh den Verdacht hegte, bei seiner Kontaktperson könne es sich um eine ausländische Agentin handeln. Dieser Verdacht habe sich verstärkt, als die Aufträge zunehmend einen eindeutig sicherheitsrelevanten Charakter angenommen hätten. »Der Kontakt mit einem ausländischen Agenten schädigt die Sicherheit aufgrund der Gefahr, Informationen – bewusst oder unbewusst – an den Feind weiterzugeben, insbesondere wenn dieser Kontakt in Drohungen gegen Menschen in Israel mündet«, heißt es weiter in der Begründung.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren gefordert und vor einer wachsenden Bedrohung durch ausländische Geheimdienste gewarnt, die israelische Bürger innerhalb des Landes anwerben. Seit der Anklage gegen Stern seien mehr als 30 weitere Verfahren wegen ähnlicher Vorwürfe eingeleitet worden. Richterin Lomp betonte in diesem Zusammenhang: »Die Schwere der Taten wird zusätzlich dadurch erhöht, dass es sich um einen israelischen Staatsbürger handelt, dem der Staat Vertrauen entgegenbringt.« ja

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  18.04.2026

Kommentar

Hätte er doch einfach geschwiegen

Michael Schulte ist der erfolgreichste deutsche Teilnehmer des ESC der letzten Jahre. Und Schulte ist ein geschichtsbewusster Künstler. Umso befremdlicher sind seine Einlassungen zu Israel

von Daniel Killy  18.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der ab dem 1. Mai von Deutschland aus arbeitet

 17.04.2026

Herzliya

Studie: Mit diesen Methoden mehr Erfolg auf Dating-Apps

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung: Es kommt weniger darauf an, was man über sich preisgibt, als wie man es tut

 17.04.2026

Umfrage

Waffenruhen mit Iran und Hisbollah: Israelis pessimistisch

Weniger als 40 Prozent sagen, sie hätten die erfolgten Militäreinsätze unterstützt, wenn ihnen die Entwicklungen im Voraus bekannt gewesen wären

 17.04.2026

Studie aus Israel

KI treibt Arbeitslosigkeit bei Programmierern und Verkäufern nach oben

Bei Programmierern gehen zwischen 12 und 20 Prozent des jüngsten Anstiegs der Erwerbslosigkeit auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zurück

 17.04.2026

Bildung im Krieg

Israel lockert Abiturprüfungen wegen Kriegslage – Sonderregeln für den Norden

Die Maßnahmen schließen eine »flexiblere Berechnung« von schulischen Leistungen mit ein

 17.04.2026

Nahost

Details zur Waffenruhe zwischen Israel und Libanon veröffentlicht

Ein Sechs-Punkte-Plan soll zunächst zehn Tage lang für Ruhe sorgen. Die Einzelheiten

von Imanuel Marcus  17.04.2026