Terror

Raketen aus allen Richtungen

Raketen aus Gaza fliegen gen Israel (Archivfoto) Foto: Flash 90

Die Menschen in Israel leben weiterhin unter Dauer-Raketenbeschuss aus verschiedenen Richtungen. Die Hamas feuert aus dem Gazastreifen täglich Geschosse – auf die geschundenen südlichen Gemeinden, die Hafenstädte Aschkelon und Aschdod und das Zentrum. Am Montag flogen auch Raketen gen Jerusalem.

In Jerusalem und Umgebung ertönten die Sirenen am Nachmittag, gefolgt von Donnern, wenn das Iron-Dome-System zumindest einige der Raketen abfangen konnte.

Raketen über einem Trauerzug

Der Beschuss ereignete sich während der Beerdigung des Reservisten Yanon Fleishman aus Jerusalem, einem Panzersoldaten des 71. Bataillons, auf dem Herzlberg. Der 31-Jährige wurde am Sonntagabend getötet, als im Norden des Landes ein Panzer umkippte. Die Trauernden warfen sich bei dem Losschrillen der Sirenen sofort zu Boden und bedeckten ihre Köpfe mit den Händen. Der Rettungsdienst Magen David Adom gab an, dass es keine Verletzten gegeben habe.

Während des Hamas-Bombardements am selben Tag wurden auch eine Fabrik in Aschkelon und ein Wohnhaus in der südlichen Kleinstadt Netivot getroffen. Feuerwehr und Rettungskräfte wurden zum Unfallort gerufen, das Feuer zu löschen.

SICHERHEITSRAUM »Wir kommen einfach nicht zur Ruhe«, erzählt Sivan Ben-Ami, die in Aschkelon lebt. Die Mutter von zwei Mädchen im Kindergartenalter ist gemeinsam mit ihrem Mann und den Töchtern bei ihren Eltern eingezogen, weil die einen Sicherheitsraum in der Wohnung haben. In dem schlafen sie derzeit alle zusammen. Drei Personen auf einem Aufklappsofa, die restlichen drei auf Matratzen auf dem Boden.

»Es ist zwar nicht sonderlich bequem«, so Ben-Ami, »aber viel besser als die ständige Angst, dass wir es mit den Kleinen nicht in den Schutzraum schaffen. Vor allem in der Nacht.« Denn in ihrem eigenen Gebäude gibt es nur einen Bunker im Erdgeschoss, »und wir wohnen im dritten Stock«.

Die Menschen in Aschkelon haben 30 Sekunden vom Beginn des Sirenentons bis zu einem potenziellen Einschlag der Rakete. Aus Angst würde sie ihre Kinder auch nicht in den Kindergarten schicken. »Ich kann die Verantwortung nicht an andere Leute übergeben, wenn wir um unser Leben fürchten.«

Vier Verletzte bei Raketenbeschuss in Tel Aviv

In Tel Aviv wurden Freitagnachmittag bei einem Direkteinschlag in ein Wohnhaus vier Menschen verletzt. Nach Angaben von Magen David Adom habe ein 53-jähriger Mann eine schwere Bauchverletzung erlitten und ein 20-jähriger Mann mittelschwere Verletzungen an Kopf und Gliedmaßen. Beide wurden in das Ichilov-Krankenhaus der Stadt gebracht. Die beiden anderen Männer, 78 und 52, wurden leicht verletzt und vor Ort behandelt.

Auch die nördlichen Gemeinden Israels, an der Grenze zum Libanon, sind mittlerweile fast dauerhaft Raketenbeschüssen ausgesetzt. In Elkosch und in anderen Ortschaften heulten am Montag Sirenen. Wiederholt haben die Hisbollah und verbündete palästinensische Terrorgruppen aus dem Südlibanon den Norden Israels angegriffen.

SYRIEN Auch aus Syrien sind bereits Geschosse gen Israel geflogen. Über Nacht griff die israelische Luftwaffe die Abschussrampen in Syrien an, von denen am Sonntagabend nach einem weiteren Kampftag Raketen auf die Golanhöhen abgefeuert wurden. Das syrische Staatsfernsehen berichtete, dass die Luftangriffe zwei Armeeposten in Daraa ins Visier genommen hätten. Darüber hinaus hätten US-Flugzeuge über Nacht mehrere Gebiete iranischer Milizen an der syrisch-irakischen Grenze angegriffen.

Die IDF gab an, dass sie in den vergangenen Tagen über 600 Ziele der Hamas attackiert habe, darunter Waffendepots, Dutzende von Abschusspositionen für Panzerabwehrraketen sowie Verstecke und Stützpunkte der Terrororganisation.

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  08.09.2026

Reaktion

Israel schließt britisches Konsulat in Jerusalem

Die britische Labour-Regierung will einen härteren Kurs im Umgang mit Israels Siedlungspolitik einschlagen und beschließt Sanktionen. Nun reagiert Israel

 08.09.2026

Meinung

London belohnt die Verweigerungshaltung der Palästinenser

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  08.09.2026

Jerusalem

Gadi Eisenkot baut Vorsprung vor Netanjahu aus

Seine Partei Yashar könnte damit auf eine Mehrheit von 61 Sitzen kommen, ohne auf arabische Parteien angewiesen zu sein.

 08.09.2026

Luftfahrt

Delta und United fliegen wieder nach Israel

Auch europäische Linien bereiten eine Wiederaufnahme ihrer Routen zum Ben-Gurion-Flughafen vor

 08.09.2026

Jerusalem

Bericht: Netanjahu wurde vor dem 7. Oktober von den Vereinigten arabischen Emiraten gewarnt

»Seine Missachtung der Warnungen kommt einer strafrechtlich relevanten Fahrlässigkeit gleich«, erklärt der frühere Ministerpräsident Naftali Bennett

 08.09.2026

Jerusalem

Oberstes Gericht weist Klage von Israelis im Ausland wegen fehlendem Wahlrecht ab

Die Richter entschieden nicht über die grundsätzliche Frage, ob die Betroffenen zu Unrecht von der Wahl ausgeschlossen wurden, sondern verwarfen den Antrag aus verfahrensrechtlichen Gründen

 08.09.2026

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  08.09.2026

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 08.09.2026