Israels Nationaler Sicherheitsrat schlägt Alarm: Nach Einschätzung eines hochrangigen Sicherheitsvertreters verfolgt der Iran derzeit eine deutlich aggressivere Strategie bei Terrorplänen gegen Israelis außerhalb des Landes. Reisende aus Israel wurden deshalb erneut zu besonderer Vorsicht aufgerufen. »The Jerusalem Post« berichtete.
Der Beamte erklärte, Teheran habe seine bisherigen Zurückhaltungen bei der Planung von Anschlägen weitgehend aufgegeben. »Wir sehen eine iranische Aufhebung von Beschränkungen, die nahezu beispiellos ist«, sagte er. »Keine Stellvertreter, keine Filter. Wo sie handeln können, handeln sie.«
Der Sicherheitsvertreter sprach von einem grundlegenden Wandel in der Vorgehensweise der Islamischen Republik. Angesichts militärischer und geheimdienstlicher Rückschläge sehe sich das Regime offenbar in einer Situation, in der es wenig zu verlieren habe.
Reisewarnungen erhöht
Vor diesem Hintergrund wurden die Reisewarnungen für mehrere Staaten in der Nähe des Iran verschärft. Betroffen sind unter anderem Armenien, Aserbaidschan und Georgien.
Nach Angaben des Sicherheitsrats versucht Teheran inzwischen verstärkt, unterschiedlichste Akteure für mögliche Anschläge zu gewinnen. Dazu gehörten neben iranischen Agenten auch kriminelle Netzwerke, Söldner sowie Personen aus Afghanistan oder Aserbaidschan. Ziel sei es, möglichst schnell verfügbare Helfer zu rekrutieren.
Der Vertreter sagte zudem, einige der zuletzt bei Angriffen im Iran getöteten Personen hätten zuvor Anschläge im Ausland vorbereitet. Mit ihrem Tod sei ein Teil der entsprechenden Planungsstrukturen vorübergehend unterbrochen worden.
Zusammenarbeit verhindert Anschläge
Gleichzeitig betonte der Sicherheitsrat, dass zahlreiche geplante Attentate durch internationale Kooperation vereitelt werden. Jährlich würden weltweit Dutzende solcher Vorhaben gestoppt, häufig durch Zusammenarbeit mit Behörden anderer Staaten.
»Im Kampf gegen Terrorismus gilt eine bekannte Regel: Man hat keine Feinde«, sagte der Sicherheitsvertreter laut »The Jerusalem Post«. Selbst Länder mit schwierigen Beziehungen zu Israel hätten ein Interesse daran, Anschläge auf ihrem Territorium zu verhindern, da solche Taten auch wirtschaftliche und politische Folgen für sie hätten.
Neben staatlich organisierten Angriffen warnen die Behörden auch vor möglichen Einzeltätern, die durch antiisraelische Stimmung oder religiöse Aufrufe zu Gewalt motiviert sein könnten.
»Ein Israeli muss derzeit überall besonders vorsichtig sein«, sagte der Beamte. Er riet Reisenden unter anderem, größere Menschenansammlungen in jüdischen Einrichtungen – etwa in Chabad-Häusern oder koscheren Restaurants – zu meiden und sichtbare Hinweise auf eine israelische oder jüdische Identität möglichst zu vermeiden. im