Nahost

Israel: So muss ein privater Schutzraum ausgestattet sein

Familie Levin aus Tzfat nutzt einen privaten Schutzraum. (Foto von Oktober 2024) Foto: Copyright (c) Flash 90 2024

Wenn ein Raketenalarm ertönt, was in Israel derzeit mehrmals täglich vorkommt, zählt jede Sekunde. Je schneller die Menschen den Schutzraum erreichen, desto besser. Israels Wohn-Schutzräume sind zwar nach strengen staatlichen Vorgaben gebaut, doch ihre Schutzwirkung entfaltet sich nur dann vollständig, wenn sie entsprechend eingerichtet sind. In vielen Wohnungen dienen sie im Alltag als Kinderzimmer, Büro oder Abstellkammer. In einer akuten Bedrohungslage kann dies allerdings gefährlich werden, wie »Ynet« und andere israelische Medien berichten.

Nach den aktuellen Empfehlungen des israelischen Home Front Command sollten Familien ihren Schutzraum für den Ernstfall eingerichtet haben. Dazu gehört, ihn von potenziell riskanten Gegenständen zu befreien und mit allem auszustatten, was bei längeren Aufenthalten hinter verschlossener Tür benötigt wird.

Unverzichtbar ist ausreichend Trinkwasser – mehrere Liter pro Person und Tag, idealerweise für einige Tage. Hinzu kommen haltbare Lebensmittel wie Konserven oder Trockenprodukte. Eine funktionierende Taschenlampe mit Ersatzbatterien sowie eine Notbeleuchtung sollten griffbereit liegen.

Spiele oder Beschäftigungsmaterial

Wichtig ist außerdem eine Möglichkeit, offizielle Informationen in Echtzeit zu empfangen – etwa ein batteriebetriebenes Radio. Ein Erste-Hilfe-Set mit Verbandsmaterial, Desinfektionsmitteln und individuell benötigten Medikamenten darf ebenso wenig fehlen wie Ladegeräte und Powerbanks für Mobiltelefone.

Wer damit rechnen muss, längere Zeit im Schutzraum zu verbringen, sollte Decken, Matratzen oder zumindest Kissen bereitlegen. Persönliche Dokumente, Ausweise und medizinische Unterlagen gehören ebenfalls in Reichweite. Für Kinder können Spiele oder Beschäftigungsmaterial helfen, Stresssituationen besser zu bewältigen. Auch an Haustiere ist zu denken – Futter und nötige Utensilien sollten vorbereitet sein.

Empfohlen wird zudem ein Schaumlöscher, der für feste Stoffe, brennbare Flüssigkeiten und elektrische Brände geeignet ist. Er sollte den Empfehlungen zufolge nahe der Tür stehen, frei zugänglich und nicht zwischen anderen Gegenständen verstellt. Pulverlöscher mit ABC-Pulver gelten in geschlossenen Räumen als weniger geeignet, da sie die Atemluft stark belasten können.

Ungeeignete Gegenstände

Ebenso wichtig wie die Ausstattung ist das Entfernen ungeeigneter Gegenstände, damit diese bei iranischem Raketenbeschuss niemanden verletzten oder die Gefahr anderweitig erhöhen. Zerbrechliche Spiegel, Glasvitrinen oder ungesicherte Fernseher können bei Druckwellen bersten oder umstürzen. Auch Gasflaschen, Treibstoffe, Lösungsmittel, Spraydosen oder lose Kabel haben im Schutzraum nichts verloren.

Lesen Sie auch

Mobile Gaskocher stellen ein zusätzliches Risiko dar, da sie entzündliche Kartuschen enthalten. Große Lithium-Batterien, etwa von E-Bikes, können bei Hitze oder Erschütterung Feuer fangen. Nicht fest verankerte Regale oder schwere Möbelstücke sollten den Behörden zufolge ebenfalls entfernt oder gesichert werden, damit sie weder den Zugang blockieren noch die Tür am vollständigen Schließen hindern.

Laut Experten sind Schutzräume dafür geschaffen, Druckwellen, Splitter und gefährliche Stoffe bei Explosionen in der Nähe abzuwehren. Schon kleine Abweichungen von den Vorgaben können im Ernstfall schwerwiegende Folgen haben.

Bevor die Sirenen wieder heulen, wird Israelis empfohlen, Türen und Fenster auf einwandfreie Funktion zu prüfen. Der Türgriff muss vollständig – in einem Winkel von 90 Grad – verriegelt sein, damit die Abdichtung korrekt greift. Auch Lüftungssysteme und Filter sind zu kontrollieren, sofern vorhanden. im

Sport

Teamgeist und Trikottausch

Nach der kriegsbedingten Verschiebung wird die 22. Makkabiade in Jerusalem zum Fest jüdischen Zusammenhalts. Mehr als 8000 Sportler aus aller Welt gehen in Israel an den Start

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nachrichten

Pillen, Wahlen, Gaza

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nahost

Reaktion auf Beschuss von Schiffen: USA greifen Ziele im Iran an und verschärfen Sanktionen

Die Luftschläge richten sich auch gegen die iranischen Revolutionsgarden

 08.07.2026 Aktualisiert

Sicherheit

Der NATO-Gipfel darf nicht zum Kniefall vor dem national-islamistischen Autokraten Erdoğan werden

Ein Kommentar von Ali Ertan Toprak

von Ali Ertan Toprak  08.07.2026

Interview

»Ich würde gerne mit Benjamin Netanjahu sprechen«

Der umstrittene Podcaster Ben Berndt schreibt Mediengeschichte. Sein YouTube-Format »Ungeskriptet« erreicht Millionen. Ein Gespräch

von Sven Gösmann, Stella Venohr  07.07.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Beitrag für Yad Vashem

Die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel erinnert an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Die Bundesrepublik will sich künftig verstärkt an der Finanzierung beteiligen

 07.07.2026

Schweiz

Ein Jahr Gefängnis für jugendlichen Täter

Der Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 auf der Straße einen orthodoxen Juden niedergestochen. Am Dienstag wurde der 17-Jährige verurteilt

von Nicole Dreyfus  07.07.2026

Humantitäre Hilfe

IDF arbeitet mit an Venezuelas Wiederaufbau

Nach den verheerenden Erdbeben entwickelt eine IDF-Delegation mit der Übergangsregierung einen Plan für die zerstörten Regionen. Oberrabbiner Cohen hofft, dass die humanitäre Operation ein erster Schritt zur Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Caracas und Jerusalem sein könnten

von Sabine Brandes  07.07.2026

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Unterstützung für Yad Vashem

Außenminister Wadephul und sein israelischer Amtskollege Sa’ar haben auf einer gemeinsamen Pressekonferenz einen Ausbau der Förderung für die israelische Holocaust-Gedenkstätte angekündigt. In den Fragen zu Iran und Libanon herrschte Einigkeit, beim Westjordanland nicht

von Sabine Brandes  07.07.2026