Jerusalem

Israel: Selenskyj lobt Aufhebung der Einreisebeschränkungen für Ukrainer

Wolodymyr Selenskyj Foto: IMAGO/ZUMA Wire

Israels Höchstes Gericht hat Einreisebeschränkungen für Menschen aus der Ukraine aufgehoben. Das Gericht entschied am Sonntag, ein Abkommen beider Länder über Visumfreiheit gelte auch während des Kriegs in der Ukraine. Demnach könnten Ukrainer für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten ohne Visumspflicht nach Israel einreisen.

Das Gericht hob damit eine Entscheidung der Innenministerin Ajelet Schaked auf. Diese hatte die Zahl der ukrainischen Kriegsflüchtlinge, die mit einem Visum nach Israel einreisen dürfen, auf 5000 beschränkt.

In der Urteilsbegründung hieß es unter anderem, 4409 ukrainische Staatsbürger, die seit Beginn des Kriegs im Februar und bis zum 8. Mai nach Israel eingereist seien, hätten das Land wieder verlassen. Dies widerspreche der Annahme, dass ukrainische Flüchtlinge nach Ablauf von drei Monaten nicht wieder ausreisen würden. Das Innenministerium könne Menschen aus der Ukraine jedoch in Einzelfällen weiterhin die Einreise verweigern, hieß es in der Mitteilung des Gerichts.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte die Entscheidung. »Rechtsstaatlichkeit und Respekt für Menschenrechte sind genau das, was eine echte, entwickelte Demokratie auszeichnen«, schrieb er bei Twitter.

Die Einreisebeschränkungen galten nicht für Ukrainer mit jüdischem Hintergrund, die nach israelischem Recht einwandern können. In der Ukraine lebten nach Angaben der zuständigen Jewish Agency zu Kriegsbeginn mehr als 40.000 Juden. Die Zahl derjenigen, die aufgrund jüdischer Verwandter nach Israel einwandern könnten, lag bei rund 200.000.

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026