Paralympics

Israel mit 27 Athleten am Start

Das israelische Team bei der Eröffnungsfeier der Paralympics an der Place de la Concorde in Paris Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der Startschuss für die Paralympics, die Wettkämpfe für Sportler mit körperlicher oder geistiger Behinderung, ist gefallen. Israel ist mit 27 Athleten gut vertreten.

»Wir sind am Start!«, hieß es bei der israelischen Botschaft in Berlin. »Die israelische Delegation für die Paralympischen Spiele in Paris ist bereit. Viel Glück für unsere großartigen Athleten!«, hieß es in einem offiziellen Post auf der Plattform X neben einem Team-Foto, das lächelnde Mitglieder zeigte.

In Paris werden sich die israelischen Sportler in diesem Jahr in zehn Disziplinen messen, darunter Boccia, Schwimmen, Rudern, Tennis, Badminton und Taekwondo. Insgesamt sind 4400 Sportler aus 168 Ländern in 22 Disziplinen am Start.

Drohungen und Boykottforderungen

Die Paralympen aus Israel waren mit Drohungen und Boykottaufrufen konfrontiert – ebenso wie ihre Kollegen bei den Olympischen Spielen und alle Israelis, die an internationalen Wettbewerben teilnahmen, unabhängig davon, ob es dabei um Sport oder Musik ging.

Laut »Haaretz« weigerte sich im April ein deutsches Unternehmen, die KSG GmbH, dem israelischen Paralympics-Team Bälle für die Goalball-Disziplin zu verkaufen. Als Grund nannte die Firma ihre »Prinzipien« und ihre »Unterstützung für eine friedliche Lösung des Konfliktes«, wenige Monate nachdem Israel von Terroristen attackiert wurde, die 1200 Menschen in Kibbuzim und auf einem Festival ermordeten.

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Die Organisatoren der Paralympics hatten Forderungen nach einem Ausschluss der Israelis zurückgewiesen. Den Schutz, den sie brauchen, bekommen sie. Sowohl französische Sicherheitsleute, als auch Schin Bet-Agenten vor Ort sind dafür zuständig.

Bronze und Silber

Zu den bekanntesten Mitgliedern des israelischen Teams gehört das Multitalent Moran Samuel. Die 42-Jährige war vor 18 Jahren Basketballspielerin, als sie einen Rückenmarksinfarkt erlitt. Seither sitzt sie im Rollstuhl, wurde aber Meisterin im Rollstuhl-Basketball sowie im Rudern. Aus Rio brachte sie Bronze mit nach Hause, aus Tokio Silber.

Mit ihr rudert der 39-jährige Schmulik Daniel, der als Soldat an der Wirbelsäule verletzt wurde und daher ebenso im Rollstuhl sitzt. Im Zweier-Rudern sind auch Sharar Milfelder und Saleh Schahin dabei. Beide nehmen zum ersten mal an den Paralympics teil.

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Beim Schwimmen werden sich alte Bekannte mit dem Rest der Welt messen. Ami Dadaon, Ariel und Mark Malyar sowie Veronika Guirenko bringen Paralympics-Erfahrung mit. Bei den heute 24-jährigen Malyar-Zwillingen wurde im Kindesalter Zerebralparese diagnostiziert. Das Schwimmen gehört seither zu ihrer Therapie.

Kajak und Goalball

Zum israelischen Team gehören auch die 41-jährige Ärztin Irina Schafir, die vor fünf Jahren bei einem Akrobatik-Training ernsthaft verletzt wurde und nun im Kajak-Sport aktiv ist, sowie der 22-jährige Taekwondo-Meister Asaf Jasur, der als Jugendlicher bei einem Stromschlag-Unfall beide Hände verlor. Der Tennisspieler Adam Berdichevsky ist Überlebender des 7. Oktobers aus dem Kibbuz Nir Yitzhak. Viele weitere Sportler aus Israel sind ebenfalls dabei.

Der einzige Teamsport-Wettkampf, an dem Israel diesmal teilnimmt, ist Goalball. Bereits am Freitagvormittag sind hier die Frauen gegen das brasilianische Team im Einsatz.

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Los Angeles und Brisbane

Jüdische Teilnehmer reisten nicht nur aus Israel, sondern auch aus Brasilien, Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika an. Einer von ihnen ist der Amerikaner Peter Berry – ein Rollstuhl-Basketball-Profi. Als er neun Jahre alt war, erlitten er und sein jüngerer Bruder Aaron schwere Verletzungen bei einem Autounfall. Beide sind seither gelähmt. Ihre Eltern starben damals.

Die Paralympics in Paris dauern bis zum 8. September an. Erst dann wird klar sein, ob sich die Hoffnungen des israelischen Teams und aller jüdischen Athleten erfüllen. Im Jahr 2028 finden die Paralympics in Los Angeles statt, 2032 in Brisbane.

Zu verdanken sind diese Wettkämpfe dem jüdischen Arzt Ludwig Guttmann aus Oberschlesien. Der Neurologe und frühere Chefarzt am Wenzel-Hancke-Krankenhaus in Breslau wurde von den Nazis aufgrund seiner Herkunft entlassen. 1939 floh er nach Großbritannien, wo er sich auch um den Behindertensport kümmerte. Er ist der Initiator der Paralympics, die seit 1960 alle vier Jahre stattfinden – jeweils wenige Wochen nach den Olympischen Sommerspielen. im

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