Militär

Israel kämpft nach US-Abzug weiter gegen Irans Präsenz in Syrien

Israelisch-syrischer Grenzübergang Foto: imago

Israel will nach dem Abzug der US-Streitkräfte aus Syrien dort notfalls noch stärker gegen eine iranische Präsenz vorgehen. »Die Entscheidung, 2000 US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, wird unsere konstante Politik nicht ändern«, sagte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu am Sonntag.

»Wir werden weiter gegen den Versuch des Irans vorgehen, sich dauerhaft militärisch in Syrien zu etablieren, und wenn nötig werden wir unseren Einsatz dort noch ausweiten«, betonte Netanjahu.

TRUMP US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch überraschend den vollständigen Abzug der US-Truppen aus Syrien angekündigt – mit der Begründung, die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) sei dort besiegt. Nach heftiger Kritik änderte Trump am Samstag seine Aussage in »weitgehend besiegt«.

Wegen des von Trump angekündigten Abzugs hat der US-Sonderbeauftragte für die Anti-IS-Koalition Brett McGurk nach Medienberichten sein Amt aufgegeben. Die »New York Times« zitierte aus einer E-Mail an dessen Mitarbeiter: Die Entscheidung sei ein Schock und eine totale Umkehr der bisherigen Politik, heißt es.

Sie habe Koalitionspartner konfus und ausländische Mitkämpfer perplex gemacht. US-Verteidigungsminister James Mattis hatte wegen grundlegender Meinungsverschiedenheiten mit Trump in dieser wie auch in anderen Fragen bereits zuvor seinen Rücktritt angekündigt.

GEHEIMDIENST Nach einem Abzug der US-Truppen wächst das Gewicht anderer Staaten, die in den nun fast acht Jahre langen Syrien-Konflikt eingegriffen haben – wie Russland, die Türkei und der Iran.

Netanjahu sagte dazu: »Ich möchte jene beruhigen, die sich Sorgen machen. Unsere Zusammenarbeit mit den USA geht mit aller Kraft weiter, und zwar in vielen Bereichen.« Man kooperiere unter anderem weiter im operativen Bereich, in Geheimdienstangelegenheiten und in Sicherheitsfragen.

Der israelische Generalstabschef Gadi Eisenkot sagte am Sonntag nach Medienberichten, der US-Abzug aus Syrien sei zwar ein »bedeutsames Ereignis«, man dürfe die Auswirkungen aber auch nicht übertreiben. »Wir haben uns jahrzehntelang allein mit dieser Front auseinandergesetzt.«  dpa

Nahost

Sexuelles Fehlverhalten

Strafgerichts-Chefankläger Karim Khan wurde suspendiert

von Sabine Brandes  10.06.2026

Iran

Angeblicher Israel-Spion: Mullahs beschlagnahmen Vermögen von Fußballheld Karimi

Der frühere Kapitän der Nationalmannschaft lebt im Exil in den USA und gehört zu den bekanntesten Kritikern des Regimes

von Sabine Brandes  10.06.2026

Meinung

So macht man Stimmung

Die deutsche Berichterstattung über den Krieg zwischen Israel und der Terrormiliz Hisbollah ist unterkomplex und einseitig. Über die wahren Interessen der Libanesen wird dabei hinweggegangen

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Umfrage

Vertrauen in Trumps Unterstützung für Israels Sicherheit nimmt deutlich ab

Der Grund für den Vertrauensverlust könnte in den laufenden Gesprächen zwischen Washington und Teheran liegen, von denen sich Israelis nicht viel erhoffen

 10.06.2026

Nahost

Nach Abschuss eines US-Hubschraubers: Washington greift Iran an

Die Hintergründe

 10.06.2026

Diplomatie

Frankreich verbietet Bezalel Smotrich die Einreise

Wegen der Siedlungspolitik im Westjordanland verhängt Frankreich Sanktionen gegen extremistische Siedler – und untersagt Israels Finanzminister Smotrich die Einreise

 09.06.2026

Krieg

Hisbollah-Terrorist dringt nach Israel ein

Ein bewaffneter Hisbollah-Kämpfer dringt nach Israel ein und eröffnet das Feuer. Die Armee reagiert sofort – das Gebiet bleibt weiter unter Beobachtung

 09.06.2026

USAID

US-Behörde erhebt Terrorvorwürfe gegen UNRWA-Mitarbeiter

Erneut werden Vorwürfe gegen 101 weitere Mitarbeiter des UN-Hilfswerks für die Palästinenser in Gaza erhoben. Sie sollen militante Hamas-Mitglieder sein, sagt USAID. UNRWA hatte entsprechende Vorwürfe in der Vergangenheit dementiert

von Andrea Krogmann  09.06.2026

Interview

»Selbst ernannte progressive Linke haben offenbar das völkische Denken gelernt. Das ist alles so absurd«

Der Kabarettist Dieter Nuhr über den Erhalt des Leo-Baeck-Preises, Solidarität mit Israel und Kritik an seiner Person

von Detlef David Kauschke  09.06.2026