Die israelische Armee hat ihre Luftoffensive gegen den Iran weiter ausgeweitet und greift inzwischen verstärkt Ziele im Zentrum des Landes an. Nach Militärangaben handelte es sich bereits um die 13. Angriffswelle seit Beginn der Operation gegen die militärische Infrastruktur der Islamischen Republik. Israelische Medien berichteten.
Nach Angaben der Streitkräfte konzentrieren sich die Angriffe zunehmend auf unterirdische Anlagen und Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen. In einer Erklärung teilte das Militär mit: »Bei den Angriffen warfen Kampfflugzeuge mehrere Munition auf Dutzende ballistische Raketenwerfer ab, die bereit waren, Geschosse in Richtung des Staates Israel zu starten.« Die Operation sei Teil einer Serie von Schlägen gegen das iranische Raketenarsenal.
Während sich die ersten Angriffe vor allem gegen Ziele in Teheran und im Westen des Iran richteten, wurden inzwischen auch Einrichtungen weiter im Landesinneren attackiert. Rund 90 Kampfflugzeuge sollen an der jüngsten Angriffswelle beteiligt gewesen sein. Nach Militärangaben wurden zuletzt etwa 40 Ziele mit insgesamt rund 200 Bomben angegriffen.
Nachhaltige Schwächung
Zu den Zielen gehörten demnach Einrichtungen der Revolutionsgarden, der Basij-Miliz sowie ein zentrales Kommandozentrum der internen Sicherheitskräfte. Ein Schwerpunkt der Operation ist nach israelischen Angaben die nachhaltige Schwächung der gesamten Raketeninfrastruktur, einschließlich Produktion, Lagerung und Abschusssystemen.
Bereits im Juni 2025 waren bei Angriffen etwa die Hälfte der damals rund 3000 iranischen Raketen und etwa 400 Abschussvorrichtungen zerstört worden. Der Iran habe jedoch einen Großteil dieser Fähigkeiten inzwischen wieder aufgebaut, weshalb das Militär nun versucht, das System umfassender zu zerstören.
Die Offensive stellt auch logistisch eine große Herausforderung dar. Nach Angaben des militärischen Logistikdirektorats wurden seit Beginn der Operation hunderte Millionen Liter Treibstoff bereitgestellt, um die Einsätze der Kampfflugzeuge zu ermöglichen.
Höherer Treibstoffverbrauch
Täglich seien mehr als 200 Flugzeuge im Einsatz, die Angriffe in Entfernungen von bis zu 4000 Kilometern Hin- und Rückflug durchführen. Damit sei der Treibstoffverbrauch deutlich höher als bei den Einsätzen der vergangenen Jahre gegen Ziele im Gazastreifen oder im Libanon.
Parallel dazu mussten innerhalb weniger Tage rund 110.000 Reservisten an verschiedene Fronten transportiert werden. Dafür seien täglich Hunderte Busse im Einsatz.
Während die Luftangriffe im Iran weitergehen, hat das Militär auch seine militärischen Aktivitäten im Libanon ausgeweitet. Mehrere Divisionen hätten ihre Präsenz im Süden des Nachbarlandes verstärkt und die dortige Sicherheitszone erweitert, um Angriffe der schiitischen Terrororganisation Hisbollah zu verhindern, hieß es.
Mehr Attacken der Hisbollah
Panzer und Pionierfahrzeuge unterstützen nach Militärangaben die Bodentruppen in der Region. Ziel sei es, Raketenstellungen der Miliz möglichst weit von der israelischen Grenze zu entfernen.
Parallel dazu hat sich nach Angaben der israelischen Armee die Zahl der Angriffe aus dem Libanon deutlich erhöht. Während die Zahl iranischer Raketenangriffe zuletzt zurückging, habe die Hisbollah ihre Raketen- und Drohnenattacken ausgeweitet.
Bewohner im Norden Israels verbrachten nach Angaben des Heimatschutzkommandos einen Großteil der Nacht in Schutzräumen und Bunkern. Konkrete Zahlen zu den Angriffen veröffentlichte das Militär nicht, sprach jedoch von mehreren Angriffswellen.
Weitere Reduktion
In den vergangenen Jahren habe die Hisbollah zeitweise bis zu 100 bis 250 Raketen oder Drohnen pro Tag abgefeuert. Die aktuellen Angriffe lägen deutlich darunter. Sie bewegten sich im zweistelligen Bereich pro Tag.
Mehrere Einschläge wurden aus Orten im Norden Israels gemeldet, darunter Kfar Yuval und Hatzor in Galiläa. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.
Die iranischen Raketenangriffe dauern weiterhin an. Nach einem deutlichen Rückgang gegenüber den ersten Kriegstagen werden laut Militär weiterhin rund 20 Raketen pro Tag abgefeuert. Die Armee erklärte, man sei dabei, die Angriffe weiter zu reduzieren, gehe aber davon aus, dass sie kurzfristig nicht vollständig enden würden.
Schäden und Verletzte in Israel
In Israel wurden seit Beginn des Krieges vor knapp einer Woche mehrere größere Raketeneinschläge registriert, unter anderem in Tel Aviv, Beit Schemesch und Beerscheva. Insgesamt seien seit Beginn des Krieges mehr als 1400 Menschen in Krankenhäuser gebracht worden.
Derzeit befinden sich laut Gesundheitsministerium noch rund 145 Personen in Behandlung oder werden in Notaufnahmen versorgt. Vier Menschen befinden sich in kritischem Zustand, mehrere weitere wurden mittelschwer oder leicht verletzt.
Während die Kämpfe andauern, richtet sich der iranische Beschuss auch gegen Ziele in der Golfregion. In Saudi-Arabien wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums mehrere Drohnen und ballistische Raketen abgefangen, die sich auf einen Luftwaffenstützpunkt südöstlich von Riad zubewegten. In Bahrain meldeten Behörden Schäden an zwei Hotels und einem Wohngebäude in der Hauptstadt Manama. im