EU-Sanktionen

Israel bietet Hilfe bei Verfolgung von Revolutionsgarden an

Ron Prosor, Israels Botschafter in Deutschland Foto: picture alliance / photothek.de

EU-Sanktionen

Israel bietet Hilfe bei Verfolgung von Revolutionsgarden an

Die Europäische Union hat die Elite-Einheit des Mullah-Regimes auf die Terrorliste gesetzt. Nach Ansicht des israelischen Botschafters dient das auch der inneren Sicherheit in Deutschland

 30.01.2026 14:49 Uhr

Nach der Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation durch die EU bietet Israel den deutschen und anderen europäischen Sicherheitsbehörden Unterstützung bei deren Verfolgung an. »Israel ist bereit, mit den europäischen Sicherheitsbehörden zu kooperieren, um den Terrorarm des Mullah-Regimes europaweit konsequent zu bekämpfen«, sagte der israelische Botschafter in Berlin, Ron Prosor, der Deutschen Presse-Agentur. »Dem Regime steht das Wasser bis zum Hals. Wir dürfen die mutigen Demonstranten im Iran jetzt nicht im Stich lassen.«

Prosor lobte ausdrücklich die Rolle von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) bei der Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation. Er habe sich »besonders engagiert und damit einen starken Beitrag zur inneren Sicherheit« geleistet. »Viel zu lange konnten die Revolutionsgarden Deutschland und Europa als sicheren Hafen für Geldwäsche, Drogenhandel und Waffenhandel nutzen. Damit ist jetzt Schluss.« 

Revolutionsgarden auch in Deutschland aktiv

Die Revolutionsgarden waren wegen ihres gewaltsamen Vorgehens gegen regierungskritische Proteste im Iran auf die Terrorliste gesetzt worden. Nach dem aktuellen Verfassungsschutzbericht ist die geheimdienstlich agierende Quds Force der iranischen Revolutionsgarden in Deutschland aktiv. 

In einer Antwort der Bundesregierung auf eine frühere parlamentarische Anfrage von 2023 heißt es, dass sich die »umfangreichen Ausspähungsaktivitäten« dieser Organisation insbesondere »gegen (pro-)israelische beziehungsweise (pro-)jüdische Ziele« richteten. Außerdem gebe es »Beschaffungsaktivitäten« der Revolutionsgarden über Tarnfirmen und Zwischenhändler.

Lesen Sie auch

Jahrelange Diskussion über Einstufung

Über die Listung der Revolutionsgarden als Terrororganisation wurde in der EU seit Jahren diskutiert - intensiv unter anderem nach dem iranischen Großangriff auf Israel im April 2024. Erst am Donnerstag konnte der dafür erforderliche Konsens hergestellt werden. Davor hatte insbesondere noch Frankreich blockiert und begründete seine Ablehnung unter anderem mit bereits bestehenden EU-Sanktionen, die in der Praxis einen ähnlichen Effekt wie die Einstufung als Terrororganisation hätten. Zu diesem Ergebnis kam 2024 auch ein Vergleich der beiden Maßnahmen durch die wissenschaftlichen Dienste des Bundestags. dpa

Jerusalem

Netanjahu weiterhin skeptisch gegenüber Iran-Deal

Ein Abkommen müsse weit über das Atomprogramm hinausgehen und auch Irans regionale Stellvertreterorganisationen einbeziehen, sagt der Ministerpräsident

 13.02.2026

Tel Aviv

Barak bedauert Kontakte zu Epstein und räumt problematische Formulierungen ein

Er habe im Rückblick »gründlicher urteilen« müssen und bedaure bereits das erste Treffen mit dem Investor im Jahr 2003, sagt der frühere Ministerpräsident

 13.02.2026

Öffentlicher Nahverkehr

Jetzt auch am Schabbat: Busverbindung von Tel Aviv zum Flughafen Ben Gurion

Die Linie 711, die bisher zwischen Tel Aviv und der Stadt Shoham unterwegs ist, wird künftig über den Flughafen geführt

 13.02.2026

Israel

Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht »Massaker« heißen

Das Büro von Premierminister Netanjahu ließ das Wort für den Titel des Gedenktages streichen. Überlebende und Angehörige außer sich vor Wut

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nahost

Israels digitale Front gegen Teheran

Hunderte Cyberattacken wurden in zwölf Monaten abgewehrt. Behörden sprechen von einer »ausgedehnten iranischen Kampagne«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Gaza

Sicherheitsstillstand

Die Terrororganisation Hamas macht auch in der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens klar, dass sie einer Entmilitarisierung nicht zustimmen wird

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nachrichten

Botschafter, Kontrolle, Künstliche Intelligenz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026