Nahost

Iranischer Großangriff auf Israel – Luftkrieg weitet sich auf mehrere Länder aus

Am frühen Morgen wurde der Himmel über Tel Aviv durch ankommende iranische Raketen und die israelische Abwehr erleuchtet. Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

In der Nacht heulten in weiten Teilen Israels erneut die Sirenen. Nach Militärangaben feuerte der Iran eine weitere Welle ballistischer Raketen auf das Land ab.

Augenzeugen berichteten von Abfangraketen am Himmel über Tel Aviv, während die Luftabwehrsysteme versuchten, die Geschosse unschädlich zu machen.

Zunächst gab es Meldungen, wonach zeitgleich Raketen aus dem Libanon abgefeuert worden seien. Diese Berichte wurden jedoch von der israelischen Armee zurückgewiesen. Die Bevölkerung wurde auch nach dem Abklingen des unmittelbaren Alarms angewiesen, Schutzräume nicht zu verlassen und die Anweisungen des Home Front Command weiter zu befolgen.

Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden zunächst keine Verletzten gemeldet. Die Polizei bestätigte allerdings einen Raketeneinschlag in Zentralisrael. Später in der Nacht wurden im Norden des Landes zusätzlich Drohnenalarme ausgelöst. Das Militär erklärte, zwei aus dem Libanon eingedrungene feindliche Drohnen seien abgefangen worden.

Teheran und Beirut

Parallel zu den iranischen Angriffen intensivierte Israel seine Luftschläge auf das Mullah-Regime. Ein Armeesprecher bestätigte am Morgen, dass die Luftwaffe im Rahmen der Operation »Roaring Lion« gleichzeitig Ziele in Teheran und in Beirut attackiere. Man habe eine »umfangreiche Angriffswelle gegen das iranische Terrorregime und die Terrororganisation Hisbollah begonnen«, hieß es.

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Aus dem Süden Beiruts, einer Hochburg der Hisbollah, wurden mindestens zwei Explosionen gemeldet. Libanesische Medien berichteten, unter anderem sei der Hisbollah-Radiosender Al-Nour getroffen worden. Auch der Fernsehsender Al-Manar sei Ziel gewesen. Eine offizielle Stellungnahme der israelischen Armee zu einzelnen Objekten lag zunächst nicht vor.

In Teheran erschütterten schwere Explosionen die Hauptstadt und ihre Vororte. Aus Pardis am Rand der Metropole wurden mehrere Raketeneinschläge gemeldet. Bewohner berichteten von zitternden Fenstern in Hochhäusern, in sozialen Netzwerken kursierten Bilder dichter Rauchschwaden am Rand des Albors-Gebirges.

Zuvor war bereits die staatliche Rundfunkanstalt IRIB bombardiert worden. Der Senderchef bestätigte den Angriff, erklärte jedoch, der Betrieb laufe weiter.

Explosionen in Zypern

Nach übereinstimmenden Medienberichten beschränkte sich der iranische Gegenschlag nicht auf Israel. Auch aus Zypern wurden Explosionen gemeldet, nachdem eine Rakete die Mittelmeerinsel erreicht haben soll. Verletzte gab es offenbar nicht.

In Saudi-Arabien trafen zwei Drohnen das Hauptgebäude der US-Botschaft in Riad und verursachten ein begrenztes Feuer. Weitere Drohnen seien abgefangen worden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden nach Berichten zwei Militäranlagen direkt getroffen, in Bahrain schlugen Drohnen in der Nähe eines Stützpunktes ein.

Das US-Außenministerium ordnete angesichts der Lage die Ausreise nicht zwingend benötigter Mitarbeiter aus Jordanien, Bahrain und dem Irak an. Bereits zuvor waren amerikanische Staatsbürger in zahlreichen Ländern der Region – von Ägypten über Israel bis in die Golfstaaten – zur Ausreise aufgefordert worden.

»Unbegrenzte Versorgung«

US-Präsident Donald Trump erklärte, die amerikanischen Munitionsbestände seien »nie höher oder besser« gewesen. Man verfüge »praktisch über eine unbegrenzte Versorgung«. Kriege könnten mit diesen Vorräten »für immer« geführt werden, schrieb er und ergänzte zugleich, im Spitzenbereich sei man »nicht dort, wo wir sein wollen«. Die Vereinigten Staaten seien »bereit zu gewinnen – groß«.

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Das US-Zentralkommando teilte mit, seit Beginn der gemeinsamen Offensive mit Israel seien Kommandoeinrichtungen der iranischen Revolutionsgarden, Luftverteidigungssysteme, Raketen- und Drohnenstellungen sowie Militärflugplätze zerstört worden.

In Washington verteidigten führende Republikaner das Vorgehen. Außenminister Marco Rubio sagte, man habe gewusst, dass ein israelisches Eingreifen einen Angriff auf amerikanische Streitkräfte nach sich ziehen werde. Die USA hätten daher »proaktiv auf defensive Weise gehandelt, um zu verhindern, dass sie größeren Schaden anrichten«. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, betonte, Ziel sei nicht ein Regimewechsel, sondern die Zerschlagung des iranischen Raketenprogramms.

Machtwechsel zweitrangig

Irans Außenminister Abbas Araghtschi wies die Vorwürfe zurück. Eine angebliche iranische Bedrohung habe es nie gegeben, erklärte er. Die USA seien »im Namen Israels in einen Krieg ihrer Wahl eingetreten«.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verteidigte die Offensive im US-Fernsehen mit den Worten: »Der Grund, warum wir jetzt handeln mussten«, liege darin, dass der Iran nach früheren Angriffen mit dem Bau neuer unterirdischer Anlagen begonnen habe. Das Raketen- und »Atombombenprogramm« wäre sonst »innerhalb von Monaten« unangreifbar gewesen. Auf die Frage, ob er Trump in den Krieg hineingezogen habe, entgegnete er lachend, das sei »lächerlich«.

US-Vizepräsident JD Vance erklärte, entscheidend sei, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Ein möglicher Machtwechsel in Teheran sei zweitrangig.

Eine Ausweitung der Kämpfe wird erwartet. Trump kündigte an, man habe »noch nicht einmal richtig angefangen, hart zuzuschlagen«, und sprach von möglichen vier bis fünf Wochen Krieg. Der Iran wiederum erklärte, seit Beginn der Gefechte Hunderte ballistische Raketen und mehr als 700 Drohnen gegen Ziele in Israel sowie gegen US-Stützpunkte in der Golfregion eingesetzt zu haben. im

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