Berlin

Innenministerium: Keine Anfragen zur Aufnahme von Kindern aus Gaza und Israel

Schild Bundesministerium des Inneren und für Heimat am Gebäude des Ministeriums, Berlin, Berlin, Deutschland, Europa Foto: picture alliance / imageBROKER

Die Initiative einzelner Städte zur Aufnahme hilfebedürftiger Kinder aus Gaza und Israel ist formal noch nicht auf Bundesebene angekommen. Beim Bundesinnenministerium (BMI) lägen bisher keine Anfragen von Städten vor, »die sich mit diesem Thema befassen«, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Grundsätzlich bedürfe »die Aufnahme von Personen aus humanitären Gründen der Zustimmung des BMI«.

Die Städte Hannover, Düsseldorf und Bonn hatten sich bereiterklärt, Kinder aus dem Gazastreifen und aus Israel aufzunehmen, die medizinische Betreuung brauchen. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte dazu, die Umsetzbarkeit solcher Initiativen »hängt entscheidend von der Sicherheitslage, der Möglichkeit der Ausreise und weiteren Faktoren ab«. Derzeit stünden »die Ausweitung der medizinischen Hilfe vor Ort und in regionaler Nähe im Hauptfokus«.

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Kanzleramtschef zurückhaltend

Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) reagierte ebenfalls zurückhaltend auf die Pläne einiger Städte, hilfsbedürftige Kinder aus dem Gazastreifen und Israel aufzunehmen. Es sei zunächst einmal wichtig, vor Ort zu helfen, sagte er in der Sendung »Frühstart« von RTL/ntv. Es komme darauf an, so vielen Menschen wie möglich zu helfen. »Und deshalb wäre ich immer zurückhaltend vor der Frage, inwieweit man ausfliegen kann. Da würde es immer nur um einzelne Personen gehen und darüber hinaus viele Fragen zu klären sein.«

Hannover und Düsseldorf hatten vergangene Woche angekündigt, Kinder aus dem Gazastreifen und Israel aufnehmen zu wollen, die besonders schutzbedürftig oder traumatisiert sind. Die Stadt Hannover sprach etwa von Plätzen für bis zu 20 Kinder. Am Montag schloss sich dann auch Bonn der Initiative an.

Angesichts der schlechten Versorgungslage im Gazastreifen setzt Deutschland derweil den Abwurf von Hilfsgütern fort. Seit Freitag seien bei fünf Hilfsflügen insgesamt rund 43 Tonnen abgeworfen worden, in erster Linie Lebensmittel wie Reis, Mehl und Fertiggerichte, sagte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums am Montag. epd/dpa/ja

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