Indonesien plant, als erstes Land bis zu 8.000 Soldaten für eine internationale Stabilisierungstruppe im Gazastreifen zu stellen. Die Entsendung soll in der zweiten Phase der Waffenruhe erfolgen, die unter der US-Regierung von Präsident Donald Trump vorgesehen ist. Indonesische Einheiten könnten bereits in den kommenden Wochen vor Ort sein. Dies geht aus einem Bericht des israelischen Senders KAN hervor.
Die Entscheidung gilt als erstes konkretes militärisches Engagement eines Staates für die geplante Mission. In den vergangenen Monaten waren zwar mehrere Länder als mögliche Teilnehmer genannt worden, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Italien, Aserbaidschan, Pakistan, Katar und die Türkei. Bislang hatte jedoch kein Staat verbindlich zugesagt, Truppen zu schicken.
Nach Angaben aus israelischen Medien soll der Einsatz der indonesischen Soldaten kurz nach einem Besuch des indonesischen Präsidenten Prabowo Subianto in Washington beginnen. Dort ist ein Treffen mit US-Präsident Trump im Rahmen eines internationalen Gipfels zur Nahostpolitik geplant.
Die Stabilisierungstruppe soll demnach keine direkte Konfrontation mit der palästinensischen Terrororganisation Hamas suchen und auch keine aktive Entwaffnung durchsetzen. Stattdessen ist vorgesehen, bestehende Waffenstillstandslinien zu überwachen und Aufgaben im Grenzbereich zu übernehmen.
Indonesische Einheiten könnten insbesondere in den südlichen Regionen des Gazastreifens stationiert werden, etwa im Raum Khan Younis und Rafah. Details zu den Einsatzregeln gelten noch als offen. Unklar ist auch, wie viele Soldaten entsandt werden sollen, wobei von mehreren Tausend die Rede ist.
Offen bleibt zudem, welche weiteren Staaten dem indonesischen Beispiel folgen und wann sie sich beteiligen könnten. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist der Umgang mit der Hamas: Sollte bis Anfang Mai kein ernsthafter Entwaffnungsprozess beginnen, ist unklar, ob die internationale Truppe fortgesetzt wird oder Israel wieder größere Bodenoperationen im Gazastreifen aufnimmt, um die von der Terrororganisation ausgehende Gefahr zu bannen. im