EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 47 Sitze

Jerusalem

Herzog warnt vor zunehmender Gewalt

Präsident Isaac Herzog Foto: Copyright (c) Flash 90 2023

Israels Präsident Isaac Herzog hat vor zunehmenden Aggressionen in der israelischen Gesellschaft sowie möglicher physischer Gewalt gewarnt. Er habe »eine deutliche Zunahme des gewalttätigen Diskurses im öffentlichen Leben Israels festgestellt«, die möglicherweise zu Blutvergießen führen könne, sagte er laut israelischen Medienberichten am Montag bei einer Veranstaltung des Verteidigungsministeriums.

In seiner Ansprache verurteilte er sowohl den jüngsten palästinensischen Terroranschlag, bei dem am Dienstag vier Israelis getötet wurden, als auch die Gewalt von Siedlern im Westjordanland. Es gebe Israelis, die in dem Terrorakt »einen Grund für gewalttätige, grausame und hemmungslose Ausschreitungen gegen unschuldige palästinensische Bewohner gefunden haben«, so Herzog.

Nationalistischer Terror Am Montag waren fünf Israelis zur Anhörung vor das Jerusalemer Amtsgericht gebracht worden. Sie sollen an einem gewalttätigen Angriff israelischer Siedler auf das palästinensische Dorf Umm Safa im Westjordanland am Samstag beteiligt gewesen sein. Insgesamt wurden neun Verdächtige festgenommen. Die israelischen Sicherheitskräfte hatten die Gewalt mit einer seltenen gemeinsamen Erklärung von Armee, Polizei und Inlandsgeheimdienst Schin Bet als »nationalistischen Terror« verurteilt.

Seit Dienstag hatte es mehrere Tage in Folge teils massive Angriffe Hunderter Siedler auf palästinensische Orte gegeben. Ein 27-jähriger Palästinenser wurde unter ungeklärten Umständen getötet. Die Gewalt folgte auf den palästinensischen Terroranschlag, bei dem vier Israelis nahe der Siedlung Eli getötet wurden. kna

Analyse

Israel steckt mal wieder im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Israel

Wahltag in Blau-Weiß

Bis zuletzt warben die Parteien vor den Wahllokalen um Stimmen - und von denen gab es viele zu holen: Die Wahlbeteiligung war so hoch wie seit 1988 nicht mehr. Ein 94-Jähriger gab seine Stimme mit letzter Kraft ab und starb kurz darauf

von Sabine Brandes  27.10.2026