Jerusalem

Herzog kritisiert Anerkennung Palästinas

Präsident Isaac Herzog Foto: copyright (c) Flash90 2025

Israels Präsident Isaac Herzog hat die Entscheidung Londons, Ottawas und Canberras, einen Staat Palästina anzuerkennen, scharf kritisiert. Sie werde »die Kräfte der Finsternis stärken« und weder zur Freilassung der noch immer in Gaza festgehaltenen Geiseln noch zu einer Friedenslösung beitragen. Die Hamas hingegen begrüßte die Anerkennungen und sprach von einem »Sieg für die palästinensischen Rechte«.

In Israel wächst nach der Anerkennung eines Palästinenserstaates durch Großbritannien, Kanada und Australien derweil der Druck auf die Regierung von Benjamin Netanjahu. Mehrere Kabinettsmitglieder aus dem rechten Lager verlangen als Reaktion die Annexion großer Teile des Westjordanlands, wie die »Times of Israel« berichtet.

Lesen Sie auch

Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir kündigte an, in der nächsten Kabinettssitzung einen entsprechenden Antrag vorzulegen. »Die Anerkennung Palästinas durch westliche Staaten ist eine Belohnung für den Terror«, sagte er. Ähnlich äußerten sich weitere Minister der Likud-Partei, die eine »sofortige Anwendung israelischer Souveränität« in den umstrittenen Gebieten fordern. Dem Zeitungsbericht zufolge versucht das Büro des Premierministers jedoch hinter den Kulissen, diese Forderungen zu bremsen, um internationalen Schaden für Israel zu begrenzen.

Ministerpräsident Netanjahu selbst erklärte in einer Videobotschaft, ein palästinensischer Staat westlich des Jordans werde nicht entstehen. Die Anerkennung nach den Massakern vom 7. Oktober sei »eine Belohnung für den Terror«. Er verwies zugleich darauf, dass sich unter seiner Führung die Zahl der jüdischen Siedlungen im Westjordanland verdoppelt habe.

Die Opposition reagierte gespalten: Während Politiker wie Yair Lapid und Benny Gantz die Entscheidung westlicher Staaten ebenfalls als Fehler bezeichneten, gaben sie Netanjahu die Schuld an dem diplomatischen Rückschlag. Ein fähiger Regierungschef hätte diesen Schritt verhindern können, sagte Lapid.

Nach Angaben der »Times of Israel« informierte das Büro des Premierministers zuletzt ausgewählte Abgeordnete über die Strategie, die Annexionsforderungen vorerst nicht offen zu unterstützen. Zugleich kündigte Netanjahu an, auf internationaler Ebene reagieren zu wollen – voraussichtlich nach seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in New York. ja

Nachrichten

Festival, Westjordanland, Wahlkampf

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  29.07.2026

Jerusalem

Frühere Staatschefinnen fordern Strafen für israelische Siedler

Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, und die frühere Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, forderten unter anderem ein Verbot des Handels mit Waren illegaler Siedlungen

 29.07.2026

Tel Aviv

Zahl der Tollwut-Fälle binnen drei Jahren mehr als verdreifacht

Von Januar bis Mai 2026 wurden in Israel bereits 63 Ausbrüche der Krankheit bei Tieren festgestellt

 29.07.2026

Jerusalem

Netanjahus drei Wohnsitze kosteten Israel in 18 Monaten rund 783.000 Euro

Neue Badewannen, »zubereitete Speisen« und andere Posten sowie unkenntlich gemachte Einträge sorgen für Kritik

 29.07.2026

Jerusalem

Iran verstärkt Pläne für Anschläge auf israelische Spitzenpolitiker

Die verschärfte Sicherheitslage soll auch erklären, warum Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Reise in die USA ungewöhnlich diskret organisierte

 29.07.2026

Bahnverkehr

Mehr »Regios« für Israel

Auf der gerade eröffneten »Ostroute« sollen bald neue Züge aus Deutschland fahren

von Valentin Suckut  28.07.2026

Jerusalem

Umfrage: Eisenkots Partei bleibt vor Likud

Wie viele Mandate würden »Yashar!« und Likud in der Knesset bekommen?

 28.07.2026

Gazastreifen

Morgens Krankenpfleger, nach Feierabend Terrorist

Sie waren Krankenpfleger, Ärzte und Terroristen: Anhand von Nachrufen des Islamischen Dschihad und der Hamas konnte das Doppelleben von 18 Mitarbeitern des Gesundheitswesens enthüllt werden

 28.07.2026

USA-Besuch

Netanjahu reist zu Gesprächen mit Trump nach Washington

Der israelische Regierungschef soll gegenüber seinen Ministern erklärt haben, die US-Regierung wolle einen Abzug Israels Truppen aus dem Libanon, Syrien und Gaza. »Ich werde Nein sagen«, so der Ministerpräsident

 27.07.2026