Israel

Herzog: Israel entscheidet selbst über Netanjahu-Begnadigung

Präsident Isaac Herzog Foto: copyright (c) Flash90 2025

Israels Staatspräsident Izchak Herzog weist die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach Begnadigung des wegen Korruption angeklagten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zurück. »Ich respektiere die Freundschaft und die Meinung von Präsident Trump«, sagte Herzog dem US-Nachrichtenportal »Politico« und verwies auf Trumps Verdienst um die Rückholung der Geiseln aus dem Gazastreifen. »Aber Israel ist natürlich ein souveränes Land, und wir respektieren das israelische Rechtssystem und seine Anforderungen in vollem Umfang«, betonte Herzog.

Lesen Sie auch

Gegen Regierungschef Netanjahu läuft seit mehr als fünf Jahren ein Korruptionsprozess. Er ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Trump hatte Herzog wiederholt dazu aufgefordert, Netanjahu zu begnadigen. Er respektiere die Unabhängigkeit der israelischen Justiz, glaube aber, dass die Anklage gegen Netanjahu politisch motiviert und nicht gerechtfertigt sei, hieß es einem von Trump unterschrieben Brief an Israels Präsidenten, den Herzogs Büro zuletzt veröffentlicht hatte. Auch bei einem Besuch in Israels Parlament im Oktober hatte Trump die Forderung geäußert. 

Herzog: Handele im Interesse des israelischen Volkes

Am vergangenen Wochenende bat Netanjahu dann Herzog selbst offiziell um Begnadigung. Herzog sagte dem US-Nachrichtenportal dazu, es gebe nun ein Verfahren, das unter anderem über das Justizministerium und das juristische Beratungsteam seines Büros laufe. »Dies ist gewiss ein außergewöhnliches Gesuch, und bei seiner Behandlung werde ich vor allem berücksichtigen, was im besten Interesse des israelischen Volkes ist. Das Wohlergehen des israelischen Volkes ist meine erste, zweite und dritte Priorität«, sagte der israelische Staatspräsident vor seiner Abreise zu einem Besuch in New York. dpa

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  18.07.2026 Aktualisiert

Hightech

Zu Besuch im Silicon Wadi

Israels größter Technologiepark will IT-Talente nach Haifa locken. Das ist gar nicht so einfach

von Valentin Suckut  18.07.2026

Kommentar

Warum ich mit der SPD fertig bin

Eine späte Einsicht ist besser als gar keine, oder?

von Imanuel Marcus  18.07.2026

Jerusalem

Herzog im saudischen Fernsehen: »Mein Traum ist Frieden mit Saudi-Arabien«

Der israelische Präsident äußert sich auch zu den Themen Iran, Syrien, Libanon und Gaza: »Mein Herz schmerzt um jeden unschuldigen palästinensischen Zivilisten, der getötet wird.«

 17.07.2026

Jerusalem

Knesset verabschiedet umstrittene Medienreform – Opposition zieht vor Gericht

Das Gesetz erweitert den Einfluss der Regierung auf den Nachrichtenmarkt erheblich. Nach der Verabschiedung reichten mehrere Organisationen und Oppositionsparteien Klagen beim Obersten Gerichtshof ein

 17.07.2026

Neue Umfrage

Netanjahus Koalition stürzt auf 48 Sitze ab – Opposition kommt auf 62

In Israel zeichnet sich nur gut drei Monate vor der Wahl ein deutlicher Stimmungsumschwung ab

 17.07.2026

Jerusalem

Netanjahu verschiebt USA-Reise wegen Lindsey Grahams Beerdigung

Ursprünglich hatte der israelische Ministerpräsident morgen abfliegen und bis Dienstag in den USA bleiben wollen

 17.07.2026

Essay

Der Flüchtlingsstatus der Palästinenser muss endlich enden

Wer über Asyl spricht, muss auch über die Bedingungen sprechen, unter denen Schutz wieder entfallen sollte

von Steven Guttmann  16.07.2026

Italien

Wenn Anne Frank und Primo Levi mit »Nazis« beschmiert werden

Erneut antisemitischer Vandalismus gegen ein Holocaust-Gedenkgemälde in Mailand

 16.07.2026