Gaza

Hamas setzte Kinder-Geisel wochenlang unter Drogen

Bilder von Geiseln der Hamas Foto: copyright (c) Flash90 2023

Erst nach und nach kommt ans Licht, was die freigelassenen Geiseln der Hamas in wochenlanger Haft in den Tunneln der Terroristen durchleiden mussten. »Der physische, sexuelle und psychologische Missbrauch der nun zurückgekehrten Geiseln ist einfach schrecklich«, sagt Renana Eitan, Direktorin der psychiatrischen Abteilung am Tel Aviver Ichilov-Krankenhaus, wo 14 Betroffene behandelt werden. Darunter auch Kinder.

In ihrer 20-jährigen Karriere habe Eitan nie solche Schilderungen wie die der Geiseln gehört. »Wir müssen die Lehrbücher umschreiben«, erklärt die Psychiaterin der »Times of Israel«.

Die Geiseln berichten, dass die Terroristen der Hamas sie unter Drogen gesetzt hätten. Die Geiselnehmer sollen auch nicht davor zurückgeschreckt sein, Minderjährige mit Medikamenten zu sedieren. »Sie wollten die Kinder unter Kontrolle haben und manchmal ist es schwer, kleine Kinder und Heranwachsende zu kontrollieren. Sie wussten, dass sie ruhig sein würden, wenn sie ihnen Drogen verabreichen würden«, sagt Eitan.

Ketamin und psychische Folter

Die Ärzte am Ichilov-Klinikum glauben, dass es sich um Beruhigungsmittel wie Valium gehandelt habe. Doch bei einem Mädchen hätten die Terroristen zu sehr harten Drogen gegriffen. »Eines der Mädchen bekam wochenlang Ketamin«, sagt Eitan. »Es ist unvorstellbar, so etwas einem Kind anzutun«. Denn das Narkotikum wird in der Medizin vor allem bei Tieren und bei Menschen nur in Notfällen eingesetzt. Es verursacht Halluzinationen und dissoziative Zustände.

Die Hamas-Terroristen sollen die Geiseln nicht nur unter Drogen gesetzt, sondern auch bewusst psychisch gefoltert haben. Eine Patientin sagte, sie und andere seien mehr als vier Tage lang in absoluter Dunkelheit gefangen gehalten worden. »Sie wurden psychotisch und bekamen Halluzinationen«, schildert Renata Eitan. Einer Geisel wurde gesagt, dass seine Frau tot sei, obwohl sie noch lebt. Kinder wurden gezwungen, Videos der Massaker zu sehen.

Zustand der anderen Geiseln

Einige der Geiseln hätten in der Gefangenschaft selbstverletzendes Verhalten gezeigt, andere berichten, nach ihrer Freilassung Suizid-Gedanken zu haben. »Doch unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass das nicht passiert«, betont Eitan.

Im Umgang mit den Geiseln stünden die Psychiater der Direktorin zufolge vor einem Dilemma. Es ist übliche Praxis, Überlebende nicht sofort zu ihren traumatischen Erlebnissen auszufragen. Andererseits gibt es das dringende Bedürfnis, etwas über den Zustand der anderen Geiseln zu erfahren.

Noch immer sind 138 Geiseln in der Gewalt der Hamas, 18 von ihnen sollen bereits tot sein. Die Terroristen ließen 105 Geiseln frei, im Tausch gegen palästinensische Verbrecher, die in Israel inhaftiert waren. ja

Jerusalem

Wahlsieger ohne Mehrheit

Das endgültige Wahlergebnis liegt vor. Benjamin Netanjahus Likud hat mehr Sitze als alle anderen Parteien. Nützt ihm das etwas?

 30.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will Wehrpflichtgesetz und Untersuchung zum 7. Oktober vorantreiben

Der Vorsitzende der zentristischen Partei Yashar erklärt, er arbeite bereits an entsprechenden Gesetzesvorlagen. Ob er wirklich eine Regierung bilden kann, bleibt aber unklar

 30.10.2026

Umfrage

Mehrheit der Oppositionswähler befürwortet Regierungskoalition mit arabischer Partei

Befragt wurden Anhänger von Yashar, B’Yachad, der Demokraten sowie Yisrael Beitenu. Was denken diese Wähler?

 30.10.2026

Natur

Gefährliche Ameise

Die invasive Afrikanische Großkopfameise breitet sich schnell aus und kann Ökosysteme sowie die Landwirtschaft schädigen – jetzt wurde sie in Haifa gefunden

 29.10.2026

Jerusalem

Wahl in Israel: Behörden sehen keine Beweise für Betrug

Den Vorwurf der ausländischen Einflussnahme auf die Knesset-Wahl nimmt die Wahlkommission aber ernst

 29.10.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  29.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlkommission fordert Untersuchung möglicher ausländischer Einflussnahme

»Es wurden ernsthafte Verdachtsmomente an mich herangetragen«, sagt der Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, Noam Sohlberg

 29.10.2026

Jerusalem

Herzog will Neuwahlen vermeiden

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse appelliert der israelische Präsident an die politischen Lager, sich bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen kompromissbereit zu zeigen

 29.10.2026

Jerusalem

Auszählung der »Sonderstimmen« in Israel hat begonnen

Die Stimmen von Soldaten, medizinischem Personal, Patienten sowie israelischen Diplomaten im Ausland könnten die Sitzverteilung in der Knesset noch verändern

 29.10.2026