Wirtschaft

Grenzenloser Erfolg

Modenschau von Castro: Firmenchef Gabi Rotter sagt, dass seine Produkte mit den führenden internationalen Marken konkurriert. Foto: Flash 90

Vom Kibbuz über den Kunstgewerbemarkt in die große weite Welt. Für Michal Negrin ist der Traum wahr geworden. Mit ihrem glitzernden Modeschmuck im Vintagestil erobert die ehemalige Kibbuznikit ein Land nach dem anderen. Heute gibt es ihre Shops neben Paris, Rom, London und anderen Metropolen sogar in Singapur und Sydney. Es müssen also nicht immer Orangen oder Mikrochips sein, die den Stempel »Made in Israel« tragen. Mittlerweile machen sich viele sogenannte Concept Stores einen Namen im Ausland. Ob Schmuck, Seife oder Schokolade – die Produkte stehen für Innovation und 1A-Qualität. Wir stellen die erfolgreichsten israelischen Marken vor, die nicht mehr nur im Heiligen Land zu haben sind.

Markt Mit seinen etwas mehr als siebeneinhalb Millionen Einwohnern ist der inländische Markt stark begrenzt, wer wirklich groß werden will, denkt global. Da bei den – meist feindlich gesinnten Nachbarn – nichts zu holen ist, suchen Israelis ihre Kunden vornehmlich in Europa und Nordamerika. Auch Fernost ist vielen nicht zu fern. Einige expandieren über die Grenzen hinweg, während sie ihre Firma noch in der Heimat entwickeln, andere haben den hiesigen Markt schon gänzlich ausgelastet. Hunderte Filialen israelischer Unternehmen sind im vergangenen Jahr in aller Welt eröffnet worden.

Bar Refaeli im knallengen Jogginganzug auf riesigen Plakaten: Nicht mehr ausschließlich in Tel Aviv, Haifa und Jerusalem zu sehen. 1942 als Unterwäschehersteller gegründet, hat sich FOX heute ganz der Mode für Obendrüber verschrieben. Dank des Konzeptes günstiger, tragbarer Kleidung für die gesamte Familie ist das Label mit 200 Läden in der Heimat präsent. Hinzu kommen rund 100 Shops in Italien, Russland, Thailand, China und anderen Ländern. Was Kunden in aller Welt freuen dürfte: Vor gut einem Jahr hat FOX das israelische Supermodel zum Werbegesicht Nummer eins erkoren.

Kette Israelis lieben Kaffee. Bekannt für besonders guten Hafuch, die hiesige Variante des Cappuccino, und dick belegte Sandwiches, hat Aroma von Anfang an bei den heimischen Kunden eingeschlagen. So gut, dass die Kette für das Scheitern von Starbucks in Israel mitverantwortlich gemacht wird. Vor 15 Jahren gegründet, gibt es die rot-schwarz gestalteten Café-Bars heute im ganzen Land en masse. Vor mehr als vier Jahren trugen die Inhaber ihre Idee bis nach Manhattan – mit Erfolg. Heute genießen Leute in Kanada, der Ukraine, Rumänien, Zypern, Kasachstan und in Berlin am Checkpoint Charlie Kaffee und mehr mit israelischem Flair.

2006 ging es für die Macher von »Sabon Schel Paam« über die Grenzen hinaus. Mit handgemachten Seifen und Kerzen begannen sie 1974 in einem Tel Aviver Garten, ihre Geschäftsidee umzusetzen. Nach einem Rezept, das sie aus dem Australienurlaub mitgebracht hatten, stellten sie dicke Seifenblöcke her und verschenkten sie an Familie und Freunde. Kurze Zeit später eröffneten sie ihren ersten Laden auf der Scheinkin Straße. Heute umfasst das Unternehmen 20 Filialen in Israel und 30 weitere in Ländern wie Italien, Rumänien, den USA und Kanada. Im Ausland schlicht »Sabon«-Seife genannt, versorgt die Kette weltweit mit Schönheitsartikeln, darunter Carrie, Miranda und Co. Das Geschäft in Manhattan war einst Star in der Serie »Sex in the City«.

Filialen Wer Trendsetter sein will, kleidet sich bei Castro ein. Die Modefirma, die ihren Anfang als kleine Boutique griechischer Einwanderer nahm, nennt mittlerweile 164 Concept Stores in aller Welt, 118 davon in Israel, ihr eigen. Chef Gabi Rotter betont, dass Castro eine internationale Marke ist, die mit den führenden in der Welt und nicht mit lokalen konkurriert. So ist sie direkte Konkurrenz für H&M, Mango, Zara und ähnliche In-Labels.

Die erste Filiale außerhalb der Heimat öffnete 2004 ihre Pforten – in der Kölner Schildergasse. Es folgten weitere, unter anderem beim Nachbarn in Holland, der Schweiz, in Thailand und Rumänien. Eine Zusammenarbeit mit dem Otto-Konzern erleichterte Castro den Einstieg in den deutschen Markt. Die Firma ist an der Tel Aviver Börse notiert.

Schokolade »Es ist so einfach. Alles, was du tun musst, ist Schokolade wirklich zu lieben.« Die Gründer Oded Brenner und Max Fichtman, tun es ganz offensichtlich. Mit ihrer Marke Max Brenner und dem Zusatz »Schokolade vom glatzköpfigen Mann« haben sie die Herzen der Süßigkeitenfans in Israel schon vor langer Zeit erobert. Und mittlerweile nicht mehr nur da: 23 süße Filialen im typisch brennerschen Design erfreuen die Australier, vier gibt es in den USA, zwei auf den Philippinen und einen in Singapur. Max Brenner steht für Gourmetschokolade zum Kaufen und für Restaurants, in denen auch, aber nicht nur Schokofans auf ihre Kosten kommen.

»Laline« steht für Schönheit mit Geschmack. Die durchdesignten Läden in Schwarz-Weiß versorgen Damen und Herren seit mehr als einem Jahrzehnt mit Cremes, Püderchen und Pasten zum Gutaussehen. 43 Zweigstellen gibt es in der Heimat, vorzugsweise an Topadressen. Im Ausland hat Laline gerade die erste Filiale im norwegischen Oslo eröffnet, andere, etwa in Los Angeles oder Bukarest gibt es bereits seit 2006.

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