Israel

Ghetto-Rente rückwirkend

Tausende Juden, die unter deutscher NS-Besatzung in einem Ghetto gearbeitet haben und später nach Israel ausgewandert sind, können bis Juli 1997 rückwirkend deutsche Rentenansprüche haben.

Das geht aus einem jetzt schriftlich veröffentlichten Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel vom 19. April 2011 hervor (Az.: B 13 R 20/10 R). Danach ist ein Rentenantrag in Deutschland nicht erforderlich, ein Antrag auf Altersrente in Israel reicht aus.

Rückwirkend Nach dem Ghetto-Renten-Gesetz aus dem Jahr 2002 haben Juden rückwirkend ab Juli 1997 deutsche Rentenansprüche erworben, wenn sie in einem Ghetto gearbeitet haben. 2009 entschied das BSG, dass dies auch gilt, wenn Juden im Ghetto zur Arbeit verpflichtet waren und als Lohn lediglich Nahrung oder Lebensmittelkarten erhalten haben (Az.: B 13 R 81/08 R).

Bis 2009 hatten 70.000 Juden aus aller Welt einen Antrag auf diese Ghetto-Rente gestellt, davon 30.000 aus Israel. Tausende Anträge gingen aber nicht sofort, sondern erst Jahre später bei den deutschen Rententrägern ein. Beim BSG sind rund 20 Verfahren zu der Frage anhängig, ob die GhettoRenten dann nur noch für das Antragsjahr sowie die vier Kalenderjahre davor ausgezahlt werden.

Anspruch Nach dem nun veröffentlichten Urteil erübrigt sich diese Frage für tausende Juden, die nach Israel ausgewandert sind und dort einen Antrag auf Altersrente gestellt haben. Ein Anspruch auf Ghetto-Rente kann danach sogar dann bestehen, wenn Betroffene in Deutschland noch gar keinen Antrag gestellt haben.

Hintergrund ist eine Besonderheit des deutsch-israelischen Sozialversicherungsabkommens. Danach gilt ein in einem Land gestellter Rentenantrag automatisch auch für das andere Land mit.

Im Streitfall war eine 1934 in Lodz geborene Frau 1958 nach Israel ausgewandert und hatte dort 1994 ihre Altersrente beantragt. Wie nun das Bundessozialgericht entschied, umfasst dieser Antrag auch alle deutschen Altersrenten – auch die GhettoRente, obwohl es für diese 1994 noch gar keine rechtliche Grundlage gab.

Nahost-Politik

Kanzler verteidigt Aussetzung von Waffenlieferungen an Israel

Im einem Interview sagte Friedrich Merz, seine Entscheidung vom Sommer 2025 sei im Nachhinein auch von der israelischen Regierung respektiert worden

 19.02.2026

Eurovision Song Contest

Israels ESC-Song angenommen

Der größte Gesangswettbewerb der Welt wird in diesem Mai in Wien stattfinden

von Sabine Brandes  19.02.2026

Nachrichten

Strafe, Mob, Kauf

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  19.02.2026

Verbrechen

Wut und Selbstverantwortung

Die Gewalt durch kriminelle Clans in arabischen Gemeinden Israels eskaliert. Der Polizeichef spricht von einem »nationalen Ausnahmezustand«

von Sabine Brandes  19.02.2026

Jerusalem

Israel führt neue Regeln für den Tempelberg ein

Die Entscheidungen der israelischen Behörden haben scharfe Kritik der Palästinensischen Autonomiebehörde ausgelöst

 19.02.2026

Jerusalem

Isaac Herzog: Bete für Ende der Terrorherrschaft im Iran

Der israelische Präsident Herzog übermittelt dem iranischen Volk gleichzeitig »die besten Wünsche« zum Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan

 19.02.2026

Studie

Wachsen vegetarisch oder vegan ernährte Babys und Kleinkinder langsamer?

Müssen kleine Kinder Fleisch essen? Eine Untersuchung der Ben-Gurion-Universität wirft ein neues Licht auf weit verbreitete Vorstellungen

 19.02.2026

Nahost

Hisbollah verstößt gegen Waffenruhe

Waffenlager, Raketenabschussrampen und weitere militärische Einrichtungen im Libanon wurden getroffen. Diese sollten nach Darstellung der Armee für Angriffe auf Israel genutzt werden

 19.02.2026

Nahost-Politik

CDU könnte Stopp deutscher Zahlungen an UNRWA beschließen

Am Wochenende findet der Bundesparteitag der CDU in Stuttgart statt. Beschlossen werden könnte auch ein Antrag zu deutschen Zahlungen an die Palästinenser, der es in sich hat

von Michael Thaidigsmann  18.02.2026