Aschdod

Gerichtspräsident Benny Sagi stirbt bei schwerem Unfall

Beni Sagi Foto: copyright (c) Flash90 2018

Der Präsident des Bezirksgerichts von Beerscheba, Richter Benny Sagi, ist am Sonntag bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei wurde sein Motorrad auf der Route 6 von einem Fahrzeug erfasst, das aus dem Gelände auf die Autobahn fuhr. Rettungskräfte beschrieben den Unfall als »schockierend«.

Sanitäter von Magen David Adom fanden Sagi mit schweren Verletzungen auf der Fahrbahn vor. Lebenszeichen habe es keine mehr gegeben, der Tod sei noch am Unfallort festgestellt worden. Die Polizei leitete Ermittlungen zur genauen Unfallursache ein. Der Zusammenstoß ereignete sich in der Nähe des Kibbuz Kfar Menachem östlich von Aschdod. Die »Times of Israel« und andere israelische Medien berichteten.

Sagi, der seine Ehefrau und drei Kinder hinterlässt, stand erst seit kurzer Zeit an der Spitze des Bezirksgerichts von Beerscheba. Im Juni 2024 war er zunächst kommissarisch zum Gerichtspräsidenten ernannt worden, im April 2025 übernahm er das Amt dauerhaft. Geboren 1971, leistete er seinen Militärdienst zwischen 1989 und 1993. Nach seinem Jurastudium arbeitete er mehrere Jahre in der Zentralabteilung der Staatsanwaltschaft, bevor er 2007 erstmals zum Richter berufen wurde.

Präsident Herzog »tief betroffen«

Seine richterliche Laufbahn führte ihn zunächst an das Amtsgericht in Tel Aviv, später wurde er dort Vizepräsident. 2015 wechselte er an das Bezirksgericht von Tel Aviv. Parallel dazu war Sagi als Dozent an mehreren Hochschulen tätig. Innerhalb der israelischen Justiz galt er als außerordentlich talentiert und als Führungspersönlichkeit mit großem Rückhalt.

Lesen Sie auch

Staatspräsident Isaac Herzog zeigte sich »schockiert und tief betroffen« über den Tod Sagis. Er bezeichnete ihn als »brillanten und scharfsinnigen Juristen« sowie als Richter, der fachliche Exzellenz mit außergewöhnlicher Integrität verbunden habe. Herzog würdigte insbesondere Sagis persönliche Haltung: Er habe Autorität und Demut vereint und stets den Menschen im Blick gehabt. »Das Justizsystem hat heute einen seiner besten Söhne und Führungspersönlichkeiten verloren«, sagte der Präsident.

Auch der Präsident des Obersten Gerichts, Isaac Amit, sprach von tiefer Bestürzung innerhalb der gesamten Justiz. Sagi sei »ein Mensch mit einem riesigen Herzen« gewesen, ein charismatischer Richter und »außergewöhnlich talentiert«. In einer Videobotschaft sagte Amit: »Wir haben einen Freund, einen Anführer und einen wunderbaren Familienmenschen verloren.«

Justizminister Yariv Levin erklärte, er sei »schockiert und zutiefst traurig« über den plötzlichen Tod des Richters. Sagi habe sein Gericht von Beginn seiner Amtszeit an zu einer Institution mit breitem öffentlichem Vertrauen gemacht. Seine fachliche Autorität habe ihm große Anerkennung eingebracht. im

Gesellschaft

20.000 neue Olim – auch aus Deutschland

Die Jewish Agency verzeichnete im jüdischen Jahr 5786 Einwanderer aus 100 Ländern. Besonders viele kamen aus Russland, Frankreich und den USA

von Sabine Brandes  17.09.2026

Terrorismus

Die Huthi bedrohen den Hafen von Eilat

Die Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten droht sich zu verschärfen – mit Folgen für Israels Seehandel, Versorgung und Lebenshaltungskosten

von Sabine Brandes  17.09.2026

Tel Aviv

Heikle Bergung eines 2000 Jahre alten Ritualbads in Israel

Mit Spezialkran und viel Fingerspitzengefühl: In Israel wird eine 25 Tonnen schwere Mikwe aus der Erde gehoben. Stahlträger halten das antike Bauwerk zusammen – die heikle Bergung gelingt unbeschadet

 17.09.2026

Nachrichten

Nachteulen, Gedenken, Tierschutz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  17.09.2026

Eklat

Kampfpilot weist Vorwürfe von »Naza« zurück

Ein ehemaliger Kommandeur einer Luftwaffenbasis widerspricht der Darstellung, die Armee nehme den Tod von Zivilisten bewusst in Kauf. Zugleich verteidigt er die kritische Auseinandersetzung mit dem Militär

von Sabine Brandes  17.09.2026

Tel Aviv

Schwitziges Date

Beim alljährlichen »Singles Run« laufen Tausende der großen Liebe hinterher

von Sabine Brandes  17.09.2026

Jerusalem

Netanjahu strebt Gesetzesänderung an

Der Ministerpräsident reagiert damit auf die Diskussion um den Dokumentarfilm »Naza«. Über dessen Macher Yuval Abraham und Rachel Szor sagt der Regierungschef: »Ihr Platz ist nicht hier.«

 17.09.2026

New York/Tel Aviv/Rabat

Israel und Marokko wollen Beziehungen weiter aufwerten

Im Zuge der sogenannten Abraham-Abkommen begann Marokko 2020, die Beziehungen zu Israel zu normalisieren. Nun einigen sich die Außenminister beider Länder auf die Umsetzung konkreter Schritte

 17.09.2026

Umfrage

Netanjahus Lager liegt knapp vorn

Mit wie vielen Sitzen könnten der Likud und die ihn unterstützenden Parteien rechnen, wenn die Wahl heute stattfände?

 17.09.2026