Nahost

Geisel-Angehörige fordern Waffenruhe-Verhandlungen

Familien der Geiseln demonstrierten am Mittwochabend erneut für eine Freilassung der Verschleppten. Foto: Copyright (c) Flash90 2025

Nach der angeblichen Zustimmung der Hamas zu einem Waffenruhe-Abkommen haben Angehörige der israelischen Geiseln eine sofortige Rückkehr zu Verhandlungen gefordert. »Wir rufen Regierungschef Netanjahu, die US-Regierung und die Vermittler dazu auf, die Verhandlungsteams sofort einzuberufen und sie so lange am Verhandlungstisch sitzen zu lassen, bis ein Abkommen erzielt ist«, hieß es in einer Mitteilung des Forums der Angehörigen. 

»Ganz Israel sehnt sich nach einer Sache: der Umsetzung des Witkoff-Vorschlags im Rahmen einer umfassenden Vereinbarung, die alle 48 Geiseln nach Hause bringt und diesen Krieg beendet«, lautete die Mitteilung weiter. 

Der Vorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff sah eine 60-tägige Waffenruhe vor, während der zunächst zehn lebende Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge freikommen. Die Regierung will jedoch einen umfassenden Deal, bei dem alle Geiseln auf einen Schlag freigelassen werden, und nicht wie bei früheren Vereinbarungen nur nach und nach in mehreren Gruppen.

»Schicksalhafte Tage«

Zudem pocht Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf eine Kapitulation und Entwaffnung der Hamas. Israel will außerdem die Sicherheitskontrolle im Gazastreifen behalten, während die Hamas den kompletten Abzug der israelischen Truppen fordert und damit ein Ende des Krieges, den sie am 7. Oktober 2023 selbst begann.

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»Dies sind schicksalhafte Tage – für die Geiseln, deren Zeit abläuft, für die Familien und für ganz Israel«, mahnten die Geisel-Angehörigen. »Geht auf die Straßen, steht an unserer Seite und ruft nach der Rückkehr aller Geiseln und nach einem Ende des Krieges.«

Die Hamas hatte am Mittwoch in einer Mitteilung erklärt, sie warte weiterhin auf eine Antwort Israels auf den Vorschlag der internationalen Vermittler für eine Waffenruhe. Man sei bereit zu einem »umfassenden Abkommen«.

In einer Stellungnahme des Büros von Netanjahu hieß es jedoch, bei der Mitteilung der Hamas handele es sich um nichts weiter als eine »weitere Manipulation« der Terrororganisation. Sie enthalte nichts Neues. Israels Armee bereitet sich auf eine Einnahme der Stadt Gaza vor, in der sich nach Schätzungen rund eine Million Menschen aufhalten. Sie wurden aufgefordert, zu fliehen – zu ihrer eigenen Sicherheit. dpa/ja

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