Jom Hasikaron

Gedichte und Sirenen

Israel gedenkt der Opfer von Krieg und Terror. Foto: Flash 90

Am Dienstagabend begann Jom Hasikaron, der Gedenktag für die israelischen Opfer von Kriegen und Terroranschlägen. Um 20 Uhr Ortszeit ertönten landesweit eine Minute lang Sirenen. Millionen von Israelis gedachten während dieser Schweigeminute der gefallenen Soldaten und der Terroropfer.

Direkt im Anschluss gabt es eine offizielle Zeremonie an der Westmauer in Jerusalem mit Staatspräsident Reuven Rivlin und Armeechef Gadi Eisenkot. In Tel Aviv wurde am Dienstagabend mit einem Event auf dem Rabin-Platz gedacht.

Um neun Uhr abends fand in der Knesset die Veranstaltung »Lieder zu ihrem Gedächtnis« statt, bei der Politiker Gedichte zu Ehren der Toten vortrugen. Traditionell nehmen jedes Jahr Hunderte von Familienmitgliedern an dieser Zeremonie teil.

In diesem Jahr stehen die Gefallenen des jüngsten Gaza-Krieges im Mittelpunkt, darunter insbesondere die drei jungen »lone soldiers« (Soldaten, die ohne Eltern in Israel leben), die während der Militäraktion »Protective Edge« gefallen sind: Max Steinberg aus Kalifornien, Nissim Sean Carmeli aus Texas und Jordan Bensemhoun aus Frankreich.

Witwen Am Mittwoch um 11 Uhr vormittags ertönen die Sirenen ein zweites Mal, diesmal zwei Minuten lang, um den Beginn weiterer offizieller Veranstaltungen einzuläuten. Staatspräsident Reuven Rivlin und Premierminister Benjamin Netanjahu nehmen an dem Gedenken auf dem Militärfriedhof auf dem Jerusalemer Herzlberg teil.

Israel beklagt zum jetzigen Zeitpunkt insgesamt 23.320 Gefallene seit Beginn der Zählung im Jahr 1860. Allein im vergangenen Jahr gab es 116 Gefallene und zivile Opfer, vor allem während des Gaza-Krieges im Sommer. Darin starben 67 Soldaten und sechs Zivilisten. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind heute 9753 Familien von den menschlichen Verlusten betroffen, darunter 4958 Witwen und 2049 Waisen bis zum Alter von 30 Jahren.

In diesem Jahr befindet sich auf der Gedenkliste der Terroropfer zum ersten Mal ein arabischer Israeli, der von Juden ermordet wurde: der 16-jährige Mohammed Abu Khdeir, der vergangenen Juli bei lebendigem Leib verbrannt worden war – aus Rache für den Mord an drei jüdischen Jugendlichen, obwohl er mit deren Tod nichts zu tun hatte.

Am Mittwochabend endet der Trauertag und geht in die Feierlichkeiten zum Jom Haazmaut, den Unabhängigkeitstag, über.

Jerusalem

Ben-Gvir präsentiert israelische Fahne auf dem Tempelberg

Ausschreitungen und anti-arabische Gesänge während israelischen »Flaggenmarsches« – Polizei nimmt 13 Randalierer fest

 14.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Hilfsflotte sticht von Türkei aus erneut in See

Israel wirft einigen Aktivisten Verbindungen mit der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor

 14.05.2026

Israel

Netanjahus Gesundheit vor Gericht

Der Premier erklärt sich in Verleumdungsprozess für »topfit« – doch Widersprüche bei Angaben zu seiner Krebsbehandlung werfen neue Fragen auf

von Sabine Brandes  14.05.2026

Nahost

Drei israelische Zivilisten durch Hisbollah-Sprengstoffdrohne verletzt

In der Mitteilung der israelischen Armee war die Rede von einem schweren Verstoß der Hisbollah gegen die Waffenruhe

 14.05.2026

Westjordanland

»Peace Now«: Friedensaktivist von Siedlern im Gesicht verletzt

Der Leiter von »Peace Now«, Lior Amichai, wurde nach Angaben der Organisation von gewalttätigen Siedlern geschlagen

 14.05.2026

Israel

Neue Hoffnung auf günstige Flugtickets

Nach monatelangen Flugausfällen kehren internationale Airlines zurück – Lufthansa und Wizz Air machen den Anfang

von Sabine Brandes  14.05.2026

Israel

Parlamentswahl könnte vorgezogen werden

Der Vorsitzende der Regierungskoalition, Ofir Katz, reichte einen entsprechenden Gesetzesentwurf zur Auflösung der Knesset ein

 14.05.2026

Nahost

Netanjahus Büro: Premier hat während Iran-Kriegs heimlich Emirate besucht – der Golfstaat dementiert

Laut dem Büro des Regierungschefs habe der Besuch zu »einem historischen Durchbruch in den Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten« geführt

 14.05.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026