Nachrichten

Geckos, Terror, Flüge

Auch die Geckos in Israel spüren den Krieg. Foto: Getty Images/iStockphoto

Geckos
Eine neue Studie, die an der Zoologischen Fakultät der Universität Tel Aviv zusammen mit dem Naturhistorischen Museum Steinhardt durchgeführt wurde, zeigt, dass der Krieg zwischen Israel und Hamas schwerwiegende Auswirkungen auf die Tierwelt hat. Die Studie, die sich auf Geckos konzentrierte, ergab, dass der Lärm von Explosionen abgefeuerter Raketen bei diesen Tieren Stress und Angst auslöst, was zu einem starken Anstieg ihrer Stoffwechselrate führt – ein Energie­aufwand, der, wenn er chronisch ist, lebensbedrohlich sein kann. Die Forscher vermuten, dass diese Stressreaktionen auch bei vielen anderen Tieren auftreten, insbesondere bei denen, die in den Konfliktgebieten im Norden und Süden Israels leben. »Der tragischste Aspekt des Krieges ist der Verlust von Menschenleben. Allerdings sind auch Tiere direkt und indirekt stark betroffen, was ihr Überleben bedrohen kann«, erklärt Professor Shai Meiri.

Terror
Die israelische Polizei ermittelt nach einer tödlichen Explosion in Tel Aviv wegen eines Anschlagversuchs. Im Rucksack eines Mannes war am Sonntagabend in der Küstenmetropole ein Sprengsatz explodiert, als dieser auf einer Straße im Süden der Stadt unterwegs war. Dabei wurden der mutmaßliche Attentäter getötet und ein zufällig vorbeifahrender Fahrer eines E-Scooters verletzt. Am Montag übernahm die Terrororganisation Hamas die Verantwortung für den Anschlag. Die Tat sei gemeinsam mit den Terroristen vom Palästinensischen Islamischen Dschihad geplant worden, teilte die Hamas mit. Die Gruppe schwor, auch in Zukunft solche Anschläge durchzuführen. Der israelische Staatspräsident Isaac Herzog erklärte bei einem Treffen mit US-Außenminister Antony Blinken, es sei in Tel Aviv am Vorabend offenbar ein schwerer Terroranschlag verhindert worden.

Geiseln
Die israelische Armee hat in einer Militäroperation die Leichen von sechs Geiseln der Terrorgruppe Hamas aus Gaza nach Hause gebracht. Es handelt sich um die sterblichen Überreste von Yagev Buchshtab, Alex Dancyg, Yoram Metzger, Avraham Munder, Haim Peri und Nadav Popplewell. Bei einigen Männern hatte zunächst die Hoffnung bestanden, dass sie noch leben. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drückte den Hinterbliebenen sein Beileid aus. Dem Premier zufolge befanden sich die Leichen in einem Tunnel in Khan Younis. Verteidigungsminister Joav Galant lobte die »waghalsige und gefährliche« Operation der Soldaten, die die Leichen Anfang der Woche geborgen hatten.

Universitäten
Drei israelische Universitäten, das Weizmann Institute of Science, die Hebräische Universität Jerusalem und das Technion, haben es unter die Top 100 der Welt im renommierten Shanghai-Ranking geschafft. Es gilt als eines der weltweit wichtigsten Universitätsrankings. Das Weizmann Institute führte die israelischen Einrichtungen an und sicherte sich den 69. Platz, die Hebräische Universität kletterte von Platz 86 auf Platz 81, das Technion kam auf Platz 85.

Piloten
Piloten der israelischen Luftwaffe, haben kürzlich Zeit mit krebskranken Kindern verbracht, um ihnen eine Pause von ihrem Behandlungs- und Testalltag zu er­möglichen. Die Piloten, sowohl im aktiven Dienst als auch in der Reserve, bescherten den Kindern und Jugendlichen zusammen mit der Organisation Or Eitan ein unvergessliches Erlebnis: Sie besuchten das Pilotenzentrum in Glilot und nahmen gemeinsam an einem Simulationsflug teil, erfuhren, wie es ist, eine F-16 zu fliegen, und lernten, wie man kritische Entscheidungen trifft.

Flüge
Durch die andauernden Spannungen in Nahost stornieren Fluggesellschaften weiterhin ihre Routen. Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair ist die jüngste Airline, die über einen längeren Zeitraum alle Flüge abgesagt hat. Sie flog von Tel Aviv aus sieben Ziele an, doch jetzt sind sämtliche Routen bis Ende September gestrichen. Virgin Atlantic sagte ebenfalls für diesen Zeitraum alle Flüge ab, Delta Airlines stornierte bis Ende August. United Airlines, Air India, Air Canada, Vueling, American Airlines und Korea Air werden bis Ende Oktober nicht mehr nach Israel fliegen. EasyJet, Turkish Airlines und Cathay Pacific gehen sogar noch weiter und setzen ihre Flüge bis März 2025 aus. Die Lufthansa Group, zu der Lufthansa selbst, Swiss und Austrian Airlines gehören, hatte ihre Flugstreichungen nach Tel Aviv bis Ende August verlängert.

Iran

Krieg auf Eis gelegt

Die direkte Konfrontation zwischen Israel und dem Mullah-Regime ist gestoppt. Doch die Spannungen in der Region bleiben unverändert hoch

von Sabine Brandes  11.06.2026

Knesset

Armeedienst und Torastudium sollen gleichgestellt werden

Trotz des Widerstands der Opposition und einiger Koalitionsmitglieder geht der kontroverse Gesetzesvorschlag durch die erste Lesung

von Sabine Brandes  11.06.2026

Gesellschaft

Erste Frau in IDF-Eliteeinheit Sayeret Matkal

Seit 2024 dürfen auch Frauen in die geheimnisvolle Einheit aufgenommen werden. Nun hat erstmals eine Israelin die harte Aufnahmeprüfung bestanden

von Sabine Brandes  11.06.2026

Jerusalem

Bericht: Regierung will Hunderte Millionen für 61 Siedlungen bereitstellen

Nach Informationen des Journalisten Barak Ravid will das Kabinett noch heute über einen Plan abstimmen, der die praktische Umsetzung der Projekte im Westjordanland ermöglichen würde

 11.06.2026

Meeressäuger

Pottwale vor der Küste Ashdods gesichtet

Der Fund gelingt einem Wisschenschaftlerteam, kurz bevor es seine Forschungsfahrt wegen iranischer Angriffe abbrechen muss

 11.06.2026

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026