7. Oktober

Ex-Geisel Alexander Troufanov: »Erst jetzt können wir wieder atmen«

Alexander »Sasha« Troufanov im Sommer 2025 Foto: Copyright (c) Flash90 2025

Nach fast 500 Tagen in der Gewalt palästinensischer Terroristen hat der frühere israelische Geisel Alexander »Sascha« Troufanov erstmals ausführlich über seine Haft im Gazastreifen gesprochen. Die Rückführung des Leichnams der letzten noch vermissten Geisel Ran Gvili bezeichnete der 30-Jährige als Wendepunkt – nicht nur für sich selbst, sondern für alle Überlebenden der Entführungen vom 7. Oktober 2023. Erst jetzt könne man wirklich anfangen, wieder zu leben.

Troufanov, ein Ingenieur, der vor seiner Entführung für Amazon arbeitete, wurde am 7. Oktober gemeinsam mit seiner Verlobten, seiner Mutter und seiner Großmutter aus dem Kibbuz Nir Oz verschleppt. Die drei Frauen kamen nach gut 50 Tagen frei, er selbst erst nach 498 Tagen Gefangenschaft. Im Gespräch mit der BBC sagte er, die Rückkehr von Gvilis Leichnam habe eine schwere Last von ihm genommen. »Wir haben so lange darauf gewartet. Solange noch Geiseln in Gaza waren, waren auch wir innerlich nicht frei.«

Der Moment sei jedoch auch schmerzhaft gewesen. Am Tag der Rückführung habe sein Vater Geburtstag gehabt. Erst bei seiner eigenen Freilassung im Februar 2025 habe er erfahren, dass sein Vater am 7. Oktober ermordet worden war – und ihn deshalb niemand in Empfang nahm.

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Troufanov schilderte der BBC auch die brutalen Umstände seiner Entführung. Bewaffnete Terroristen seien in das Haus seiner Familie eingedrungen, hätten ihn geschlagen und mit einem Messer verletzt. Beim Abtransport habe er kurz fliehen können, sei dann aber angeschossen worden. »Ich spürte nur noch den Schmerz, dann schlug mir jemand mit dem Gewehrkolben auf den Hinterkopf«, sagte er.

Nach seiner Ankunft in Gaza sei er erneut misshandelt worden, auch von Zivilisten. Medizinische Versorgung habe es kaum gegeben. Ein gebrochenes Bein sei notdürftig mit einem Besenstiel und später mit einem Metallgitter geschient worden. Über weite Strecken seiner Haft habe er vollkommen isoliert gelebt. An nur zwei Tagen habe er andere Geiseln gesehen.

Heute, so Troufanov, beginne langsam ein neuer Abschnitt. Dass nun alle Entführten – lebend oder tot – zurück in Israel seien, bedeute für ihn und andere Überlebende einen Abschluss, der lange unerreichbar schien. »Erst jetzt können wir wieder atmen.« im

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