Urteil

EU streicht Hamas von Terrorliste

Militärparade der Hamas im Gazastreifen Foto: Flash 90

Hamas feiert. Die radikal-islamische Palästinenserorganisation im Gazastreifen hat eine Klage gegen die Europäische Union gewonnen, die ihre Konten eingefroren hatte. Der Europäische Gerichtshof entschied am Mittwoch in erster Instanz, dass die EU bei der Einstufung der Hamas als Terrororganisation Verfahrensfehler begangen habe. Bei der Regierung in Jerusalem stößt das auf völliges Unverständnis.

Um erlassene Sanktionen wie das Einfrieren von Geldmitteln aufrechtzuerhalten, muss die EU nun innerhalb von drei Monaten die Fehler beheben oder Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. Konkret kritisierte das Gericht, dass die EU Informationen zur Hamas aus der Presse und dem Internet nicht ausreichend von nationalen Behörden prüfen und bestätigen ließ. Die Konten bleiben jedoch weiterhin eingefroren.

beweisbringung »Wir sind nicht zufrieden mit der Erklärung der EU, dass die Streichung der Hamas von der Liste der Terrororganisationen ein ›technischer Fehler‹ ist«, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Mittwochnachmittag. Die Last der Beweisbringung liege bei der EU. Jerusalem erwarte, dass die Hamas wieder auf die Liste gesetzt werde. »Denn«, so Netanjahu weiter, »die mörderische Organisation, die die Zerstörung Israels zum Ziel hat, ist ein untrennbarer Teil dieser Liste. Wir werden die Hamas auch weiterhin mit Stärke und Bestimmung bekämpfen, damit sie dieses Ziel niemals erreichen kann.«

Nur wenige Stunden nach der Entscheidung des Gerichts beriet das Europäische Parlament über die Anerkennung eines Palästinenserstaates. Und stimmte mit überwältigender Mehrheit dafür. Mit 498 zu 88 Stimmen gaben die Abgeordneten ihr Einverständnis zu der Resolution, die »prinzipiell die Anerkennung eines palästinensischen Staates und eine Zweitstaatenlösung akzeptiert. Dies muss Hand in Hand mit Friedensgesprächen gehen, die vorangebracht werden sollten«, steht geschrieben. 111 europäische Parlamentarier enthielten sich.

anerkennung Die angenommene Version ist eine abgeschwächte der ursprünglichen, die eine umgehende Anerkennung eines Palästinenserstaates durchsetzen wollte. Sie wurde beispielsweise von den Sozialisten, den Grünen und links-radikalen Gruppen der EU unterstützt. Doch der Europäische Parlamentspräsident Manfred Weber insistierte: »Es gibt keine unmittelbare Anerkennung ohne Konditionen.«

Die Entscheidung des EU-Parlaments hat lediglich Symbolcharakter und wird als Zeichen in Richtung Israel angesehen, die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern wiederaufzunehmen.

Jom Hasikaron

So viele Verluste

Mein Vater floh vor der Schoa, wurde beinahe in seinem Kibbuz ermordet und starb als Flüchtling im eigenen Land. Der Gedenktag wird dieses Jahr für mich besonders schmerzhaft sein

von Eshkar Eldan Cohen  20.04.2026

Jom Hasikaron

Wenn Hunde heilen

Ein Projekt in Israel bringt Soldaten und traumatisierte Überlebende mit jungen Hunden zusammen – und schafft stille Rettungsräume im Alltag. Eine Begegnung im Yarkon-Park in Tel Aviv

von Sabine Brandes  20.04.2026

Israel

Herzog zeichnet Milei mit Ehrenmedaille aus

Javier Milei erhält in Jerusalem die höchste zivile Auszeichnung des jüdischen Staates. Der argentinische Präsident stellte sich im Konflikt mit dem Iran klar an die Seite Israels und der USA

 20.04.2026

Jom Hasikaron

Schmerz und Erinnerung im Herzen der Stadt

Welche Zukunft hat der Gedenkort der Terroropfer und gefallenen Soldaten am zentralen Dizengoff-Platz in Tel Aviv?

von Sabine Brandes  20.04.2026

Waffenruhe

Präsident Aoun: Libanon verhandelt alleine mit Israel

Seit ein paar Tage gilt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon eine Waffenruhe. Die Regierung in Beirut will dauerhafte Stabilität für den Mittelstaat erreichen

 20.04.2026

Nahost

Soldat schlägt auf Jesus-Statue ein. Israel kündigt harte Strafe an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Attacke »aufs Schärfste«. Das israelische Militär kündigte »angemessene Maßnahmen« gegen alle Beteiligten an

 20.04.2026

Nahost

Iran richtet zwei Männer hin

Den Verurteilten wurde vorgeworfen, für den Mossad spioniert zu haben. Menschenrechtler sprechen jedoch davon, dass es sich um politische Gefangene gehandelt habe

 20.04.2026

Nord-Israel

Kiryat Schmona: Bewohner demonstrieren gegen Waffenruhe mit Hisbollah

Die Demonstranten werfen der Regierung vor, die Sicherheitsinteressen des Nordens preiszugeben

 20.04.2026

Staatsbesuch

Milei sagt Israel Unterstützung zu – Direktflüge und Botschaftsumzug angekündigt

Neben der Politik kommt die Kultur nicht zu kurz: Für eine israelische Fernsehsendung zum morgigen Jom Haatzmaut singt der argentinische Präsident einen Song

 20.04.2026