Interview

»Es gilt, Menschen zu schützen«

Daniel Gold Foto: Jochen Linz / PiLi

Herr Gold, Sie haben vor vier Jahren die Armee verlassen, erst jetzt im Gaza-Krieg hat Ihre Entwicklung »Iron Dome« ihre Feuerprobe bestanden. Hat man Sie stets informiert, wenn das System Raketen abgefangen hat?
Ich bin jetzt Zivilist. Aber manche ehemalige Kollegen rufen mich an, sagen mir Bescheid. Oder ich lese online davon, in der Zeitung. Ich werde auch darüber hinaus noch oft konsultiert, wir diskutieren häufig. Nachdem ich das Projekt abgeschlossen hatte, gründete ich meine eigene Firma. Ich führe nun ein Unternehmen, aber als Reservist kann man in vielen Bereichen helfen, und das tue ich. Ich bin immer noch in Kontakt mit den Leuten.

Dabei haben Sie mit einigen Entscheidungsträgern nicht die besten Erfahrungen gemacht. Sie mussten während der Arbeit am »Iron Dome« gegen große Widerstände kämpfen.
Viele Menschen glaubten, dass ein solches System nicht funktionieren könne. Sie fürchteten, dass es ein 15 oder 20 Jahre andauerndes Projekt ohne jeglichen Erfolg werden würde, das nur Geld verschlingt. Damals war die Bedrohung durch Raketen allerdings auch noch nicht so groß wie heute. Ich dachte anders und war überzeugt, dass die Angriffe zunehmen würden. Und aus meiner Erfahrung wusste ich, dass die Entwicklung des »Iron Dome« nicht so lange dauern würde. Ich wusste, dass wir es in Israel schaffen könnten. Und wir mussten es schaffen, um Menschen zu schützen.

Was wird passieren, wenn andere Staaten diese Technik erlangen? Könnte das zu mehr Frieden auf der Welt beitragen?
Es kommt auf die Staaten an, die solche Systeme zur Verfügung haben. Nehmen wir beispielsweise Indien: Das ist ein guter Staat. Dort gibt es Probleme mit den Nachbarn, daher der Wunsch nach einem Raketenabwehrsystem. Wenn man der Bedrohung durch große Raketen, durch Nuklearwaffen, mit einem Abwehrsystem begegnet, könnte das zu mehr Frieden führen. Aber bei kleinen Raketen, für die »Iron Dome« entwickelt wurde, glaube ich das nicht. Die andere Seite wird es immer wieder probieren.

Glauben Sie, dass Israel jemals die Technologie des »Iron Dome« an einen anderen Staat verkaufen würde?
Wenn es ein wichtiger verbündeter Staat ist, dem man vertrauen kann, würde man vielleicht eine ähnliche Version verkaufen. Wenn beispielsweise Deutschland interessiert wäre, warum nicht?

Es gibt Experten, die am »Iron Dome« zweifeln. Die Erfolgsstatistiken bei Einsätzen seien manipuliert und das System nur ein Bluff. Was sagen Sie dazu?
Ich kenne diese Kritiker, aber ich möchte nicht persönlich werden. Ihre Behauptungen haben keinen Bezug zur Realität, und sie kennen »Iron Dome« nicht genau. Wir können doch die Menschen nicht betrügen. Diese Behauptungen sind wirklich unrealistisch.

Mit dem ehemaligen Leiter der Entwicklungsabteilung des israelischen Verteidigungsministeriums sprach Zlatan Alihodzic.

Krieg

Israel will ab Mittwochabend Luftraum teilweise öffnen

Der israelische Luftraum war seit Beginn des Krieges mit dem Iran gesperrt. Zahlreiche Israelis sitzen im Ausland fest – nun soll der Luftraum für deren Rückholung wieder geöffnet werden

 03.03.2026

Jerusalem

Israels Verteidigungsminister: Iranisches Volk soll Regierung stürzen

Israels Verteidigungsminister setzt auf einen Machtwechsel im Iran durch das iranische Volk. Eine Expertin sieht das unter den derzeitigen Bedingungen kritisch

 03.03.2026

Washington D.C.

Trump: Irans Raketen hätten schon bald USA treffen können

Laut Trump machte die Bedrohung durch den Iran den Krieg im Nahen Osten notwendig. Sogar das US-Kernland hätte demnach zur Zielscheibe werden können

 03.03.2026

Im Raketenhagel aus dem Iran

Bonbons im Bunker

In den Schutzräumen und Parkgaragen feiern Israelis spontane Purimfeiern. Die Stadtverwaltungen verteilen Süßigkeiten

von Sabine Brandes  03.03.2026

Tel Aviv

Israelisches Militär: bisher 600 Stellungen im Iran angegriffen

Seit Samstag greifen Israel und die USA Ziele im Iran an. Das israelische Militär hat nun eine bisherige Bilanz des Militäreinsatzes gezogen

 03.03.2026

Iran-Krieg

Israel greift Präsidentenbüro in Teheran an

Die Luftwaffe attackierte außerdem Orte, an denen der Sicherheitsrat tagt

 03.03.2026

Washington D.C.

USA fordern Bürger zur sofortigen Ausreise aus weiten Teilen des Nahen Ostens auf

Amerikaner sollen 14 Staaten umgehend verlassen. Israel gehört dazu

 03.03.2026

Demonstrierende schwenkten am Montag israelische und iranische Flaggen vor der israelischen Botschaft in Berlin und riefen „Danke, IDF!“.

Berlin

Zeichen gegen Teheran

Exil-Iraner demonstrierten vor Israels Botschaft in Berlin und drücken ihre Hoffnung auf einen Neuanfang aus

 03.03.2026

Nahost

Israel: So muss ein privater Schutzraum ausgestattet sein

Mehrmals täglich heulen die Sirenen. Israelis, die private Schutzräume haben, werden aufgefordert, diese gut vorzubereiten. Bestimmte Gegenstände sind Tabu

 03.03.2026