Corona

Ende des Ausnahmezustands

Die Corona-Abteilung des Schaarei Zedek Krankenhauses in Jerusalem Foto: Flash90

Die israelische Regierung hat am Mittwoch dafür gestimmt, den Corona-bedingten Ausnahmezustand ab 1. März aufzuheben. Er hatte zwei Jahre lang gegolten. Stattdessen wird es eine »besondere Gesundheitssituation« geben, die drei Monate lang bestehen bleibt.

BESCHRÄNKUNGEN Die Entscheidung steht im Einklang mit einem neuen Gesetz, das das israelische Parlament im Januar verabschiedet hatte und das die Fähigkeit der Regierung einschränkt, Regulationen im Zusammenhang mit Pandemien zu verhängen. Laut Gesetz kann die Regierung nur im Ausnahmezustand strenge Beschränkungen beschließen.

Im Gegensatz zum vorherigen Gesetz, das es ermöglichte, Proteste im Ausnahmezustand einzuschränken, schützt die Anpassung das Demonstrationsrecht in allen Fällen. Die Regierung wird nicht länger Gesundheitskontrollmaßnahmen einführen und sie vom Verfassungs-, Rechts- und Justizausschuss der Knesset entweder genehmigen, einschränken oder nachträglich abschaffen lassen. Von nun an muss ein solcher Schritt das gesamte Gesetzgebungsverfahren im Parlament durchlaufen.

»Ich appelliere an Sie, eine besondere Gesundheitssituation auszurufen.«

Knessetabgeordneter Gilad kariv

Das Gesundheitsministerium gab am Dienstag bekannt, dass es seinen Einwand gegen die Beendigung des Ausnahmezustands zurückgenommen habe, und verwies auf die nachlassende Morbidität sowie Krankenhauseinweisungen durch Covid-19. Der Vorsitzende des entsprechenden Ausschusses, Gilad Kariv, hatte Anfang dieser Woche einen Brief an Premierminister Naftali Bennett und Gesundheitsminister Nitzan Horowitz gerichtet, mit der Bitte, den Ausnahmezustand zu beenden.

MORBIDITÄT »Vor dem Hintergrund der Entwicklung der Morbidität und der Lockerung diverser Beschränkungen und angesichts des Umgangs der Regierung mit der Pandemie appelliere ich an Sie, eine besondere Gesundheitssituation auszurufen, die den Ausnahmezustand beendet, der seit 2020 gilt«.

Sowohl die Zahl der schwerkranken Patienten in den Krankenhäusern als auch die der Neuinfektionen sinkt derweil weiter. Die Rate der positiven Coronatests lag am Mittwoch nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei 15 Prozent, die R-Rate, die angibt, wie viele Personen ein Infizierter ansteckt, bei 0,66. Ist sie unter eins heißt es, dass die Pandemie zurückgeht.

Hintergrund

Hamas will angeblich Verwaltung in Gaza abgeben

Die Terrorgruppe signalisiert Bereitschaft zur Übergabe von zivilen Einrichtungen – doch weigert sich nach wie vor, die Waffen niederzulegen

von Sabine Brandes  12.01.2026

Beerscheba

Plünderer vom Nova-Festival zu Haftstrafen verurteilt

Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 gab es viele Beispiele von Mut und Solidarität. Drei Männer dagegen plünderten am Schauplatz des Massakers. Nun gibt es ein Urteil

 12.01.2026

Kommentar

Wir müssen unsere Kinder schützen

In Israel wurde ein 14-jähriger Junge bei Protesten gegen die Wehrpflicht von einem Bus erfasst und getötet. Hier reflektiert ein orthodoxer Rabbiner aus Jerusalem, was sich ändern muss

von Rabbiner Raphael Evers  12.01.2026

Nahost

Rubio telefonierte mit Netanjahu über mögliche US-Intervention

Vor dem Hintergrund der Proteste wächst in Israel die Sorge vor einer regionalen Eskalation

von Sabine Brandes  12.01.2026

Nahost

Israels Armee würde »mit Macht« auf iranischen Angriff reagieren

Im Iran gehen Tausende gegen die Führung des Landes auf die Straße. US-Präsident Trump erwägt laut Berichten Militärschläge. Der Iran warnte deshalb auch Israel

 11.01.2026

Iran

Iranisches Regime droht mit Angriff auf US-Stützpunkte

Seit rund zwei Wochen gehen Menschen im Iran auf die Straße. US-Präsident Trump warnte Teheran vor Gewalt gegen die Protestierenden. Laut Berichten erwägt er Militärschläge. Das Mullah-Regime warnt

 11.01.2026

Waffenruhe

Israelische Armee bereitet Offensive auf Gaza-Stadt vor

Sollte sich die Hamas nicht freiwillig entwaffnen, will die Armee den Angriff noch im März beginnen

 11.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  10.01.2026

Knesset

In den Startlöchern

Israels Parteien bereiten sich auf die Wahl vor

von Sabine Brandes  10.01.2026