Jerusalem

Eklat bei Besuch von Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger an der Klagemauer

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel

Bei einem Besuch von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger an der Kotel in Jerusalem hat eine Anweiserin den christlichen Begleiter der FDP-Politikerin gebeten, sein Kreuz zu verdecken, und damit für Empörung gesorgt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Mitarbeiterin habe damit Respekt für die Stätte und deren Besucher sicherstellen wollen, teilte die für die Klagemauer zuständige Stiftung auf Anfrage am Mittwoch mit. Die Weigerung des deutschen Paters Nikodemus Schnabel, sein Kreuz zu verdecken, sei aber akzeptiert und der Zutritt zur Klagemauer gewährt worden. Es gebe dort auch keinerlei Regelungen für religiöse Symbole.

Die israelische Nachrichtenseite ynet spricht von einer »Peinlichkeit für Israel«.

Ob die FDP-Politikerin und der Pater letztlich an der Klagemauer waren, war zunächst unklar. Ein Reporter des »Spiegel« hatte ein Video des Vorfalls auf Twitter veröffentlicht.

Die Anweiserin habe auch »Unannehmlichkeiten« vorbeugen wollen, die in der Altstadt von Jerusalem jüngst vorgefallen seien, hieß es von der Stiftung. Welche damit genau gemeint waren, blieb unklar. Christen erfuhren allerdings zuletzt vor allem in Jerusalem vermehrt Anfeindungen und Übergriffe.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Es ist schmerzhaft zu erleben, wie das Klima in dieser wundervollen Stadt sich unter der neuen Regierung immer mehr zum Unguten verändert«, schrieb Schnabel nach dem Vorfall auf Twitter. Er ist Abt der deutschsprachigen Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem.

»Wir entschuldigen uns für etwaige Unruhen. Die Klagemauer steht allen offen«, verspricht die Kotel-Stiftung.

Das Deutsche Vertretungsbüro Ramallah teilt eigenen Angaben zufolge dessen Sorge »über den schwindenden Raum für einige Religionen« in Jerusalem.

»Wir entschuldigen uns für etwaige Unruhen. Die Klagemauer steht allen offen«, erklärte die für die Stätte zuständige Stiftung. Die israelische Nachrichtenseite ynet spricht von einer »Peinlichkeit für Israel«. Demnach reichten die Deutschen nach dem Vorfall einen offiziellen Protest beim Außenministerium in Jerusalem ein.

Das Auswärtige Amt in Berlin teilte auf Anfrage lediglich mit, es sei wichtig, »dass in Jerusalem Angehörige der drei abrahamitischen Weltreligionen in gegenseitigem Respekt ihren Glauben leben können.«

Westjordanland

Smotrich will Hebron-Abkommen kündigen – Außenministerium widerspricht

Seit 1997 regelt die Vereinbarung die Teilung der Stadt. Jetzt will der Finanzminister daran rütteln.

von Sara Lemel  16.06.2026

Nahostkonflikt

Donald Trump lobt sich selbst - und tadelt Israel

Beim G7-Gipfel im französischen Evian holte der US-Präsident erneut zu einem rhetorischen Rundumschlag aus. Anstelle von Benjamin Netanjahu lobte er Syriens Präsident Ahmed Al-Scharaa

 16.06.2026

Diplomatie

Somaliland eröffnet Botschaft in Jerusalem

Es handelt sich bereits um die achte diplomatische Vertretung, die in der israelischen Hauptstadt eröffnet wurde

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Nahost

Trotz des Iran-Abkommens: Hisbollah greift israelische Soldaten an

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte feuerte die von Iran unterstützte Terrororganisation im Laufe des gestrigen Tages mehrere Geschosse auf IDF-Soldaten im Südlibanon

 16.06.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Wir haben den Staat Israel vor der Bedrohung einer atomaren Auslöschung gerettet«

»Wir wissen nicht, was in dem Abkommen steht«, sagt der israelische Ministerpräsident. Entscheidend sei, dass es von einer glaubwürdigen militärischen Drohkulisse begleitet werde

 16.06.2026

Karlsruhe

Bekennervideo aufgetaucht: Hamas plante konkreten Anschlag in Europa

Seit Herbst letzten Jahres hatte die Bundesanwaltschaft insgesamt neun Anhänger der Hamas festnehmen lassen

 16.06.2026

In eigener Sache

Jüdische Allgemeine depubliziert Texte von Stephan-Andreas Casdorff

Die Prüfung mit spezialisierter Software legt Nahe, dass zwei Kommentare des »Tagesspiegel«-Editor-at-Large in dieser Zeitung von einer KI geschrieben wurden

 15.06.2026

Nahost

Hisbollah: Waffenruhe gilt auch für Libanon

Die geplante 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran gelte auch für den Libanon, behauptet die Terror-Miliz. Doch eine Bestätigung gibt es dafür nicht

 15.06.2026