Israel

Einen Tag für die Sprache

Hebräischlernen ist kinderleicht. Foto: Flash 90

Die Gesellschaft prägt die Sprache – Sprache prägt die Gesellschaft. Um das Iwrit im Alltag zu stärken, wird es in Israel bald einen nationalen Hebräischtag geben, beschloss das Kabinett in der letzten Woche. Und zwar voraussichtlich jedes Jahr am Geburtstag des Vaters des modernen Hebräisch: Eliezer Ben-Yehuda. Der 21. Tewet, der 2010 auf diesen Freitag fällt, soll zukünftig der Landessprache gewidmet werden. Ben-Yehuda wäre 152 Jahre alt geworden.

»Mein Vater ist vor hundert Jahren geboren worden, er wuchs in einem Haus auf, in dem er das Hebräisch von Ben-Yehuda und Chaim Nachman Bialik lernte. Wir schulden es Ben-Yehuda für seine Beteiligung an der Wiederbelebung Israels in unserem Heimatland«, begrüßte Premierminister Benjamin Netanjahu den Vorschlag während der Kabinettssitzung. Ein Komitee soll nun Anregungen zur Stärkung der Sprache erarbeiten, Vorsitzender ist der Chef der Akademie für Hebräische Sprache, Mosche Bar-Ascher, mit dabei auch Leiter der verschiedenen Radio- und Fernsehstationen des Landes.

Neben dem Feiertag soll ein Team für den Erhalt des Wortgutes eingesetzt und eine regelmäßige Hebräischkonferenz abgehalten werden. Außerdem ist eine jährliche Preisverleihung in Ben-Yehudas Namen für besondere Verdienste an der Sprache mit Preisgeldern von umgerechnet etwa 14.000 Euro geplant. Zudem soll es eine nationale Medaille sowie Briefmarken mit berühmten Köpfen aus der Welt des Hebräischen geben. »Es geht auch um Menschen, die sich immens für das Iwrit eingesetzt haben, jedoch nicht genug im öffentlichen Bewusstsein verankert sind, wie David Yellin, Zeev Ben-Chaim und auch Bialik«, so die Regierung.

Während der Diskussion ließ Silvan Schalom, Minister für regionale Entwick-lung, die Beteiligten ein Wort buchstabieren, musste sich dann jedoch fragen lassen, warum er seinen Vornamen nicht hebraisieren ließ. »In meinem Ausweis ist Zion eingetragen. Aber irgendwie hat sich Silvan durchgesetzt«, gab er schmunzelnd zu.

Seit der Staatsgründung war dies die vierte Kabinettssitzung zum Thema Sprache. Und damit die Minister künftig wahre Vorbilder in Sachen Ausdrucksweise sein werden, gibt es ab sofort einen Sprachkursus für sie – ihr Chef Netanjahu hat sich bereits angemeldet.

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