Olympia 2016

»Eine einmalige Chance«

Laetitia Beck Foto: dpa

Olympia 2016

»Eine einmalige Chance«

Laetitia Beck über Golf, das israelische Team und viele Emotionen

von Katrin Richter  02.08.2016 10:20 Uhr

Frau Beck, Sie nehmen als Golferin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro für das israelische Team teil. Sind Sie aufgeregt?
Sehr, vor allem, weil ich endlich das ganze Team kennenlernen werde, das ich bislang noch nicht getroffen habe.

Warum nicht?
Ich komme quasi nur einmal im Jahr nach Israel, weil ich viel unterwegs bin und auch sonst in Florida lebe und trainiere. Ich möchte unbedingt erfahren, wie es sich anfühlt, ein Teil des Teams zu sein. Wenn ich ein Turnier spiele, bin ich entweder allein oder höchstens mit noch einem Spieler unterwegs. Das ist jetzt etwas komplett anderes. Wir sind 47 Sportler in der israelischen Mannschaft, und ich bin auf das Gemeinschaftsgefühl gespannt. Die Olympischen Spiele sind eine einmalige Chance.

Golf ist in diesem Jahr zum ersten Mal seit 1904 wieder olympische Disziplin. Stehen Sie deswegen unter besonderem Druck?
Es ist schon etwas Außergewöhnliches, weil viele denken, dass Golf olympisch sein sollte. Die Spiele sind dazu da, den Sport zu feiern. Und sie geben uns die Gelegenheit, unseren Sport vorzustellen und für ihn zu werben – ganz besonders für Mädchen, die golfen möchten. Ihnen sollte bereits in jungen Jahren eine gute Förderung zuteilwerden. Das gilt übrigens auch für alle anderen Sportarten.

Um den Austragungsort Rio de Janeiro gibt es viele Diskussionen. Nicht zuletzt wegen der Sicherheitslage im Land. Auch gibt es Befürchtungen aufgrund von Terrorwarnungen. Fühlen Sie sich sicher?
Ich höre natürlich eine Menge, aber für mich steht im Vordergrund, dass ich überhaupt an den Spielen teilnehmen kann. Ich versuche, über das, was passiert, nicht allzu viel zu lesen oder es mir anzuschauen, weil ich mich nicht sorgen möchte.

Ein Teil des russischen Teams wurde wegen Dopings gesperrt. Verfolgen Sie die Diskussion dazu?

Eigentlich nicht. Es gibt bestimmt auch beim Golf Sportler, die gegen die Regeln verstoßen, aber andere Sportarten stehen diesbezüglich doch wesentlich mehr im Mittelpunkt.

Sie haben bereits an der Maccabiah in Israel teilgenommen. Waren diese Spiele eine gefühlsmäßige Vorbereitung?

Ich war dreimal dabei, aber die Olympischen Spiele sind natürlich viel größer. Umso aufgeregter bin ich natürlich auch. Es ist schon ein ganz anderes Gefühl, da bei der Maccabiah ausschließlich jüdische Sportler gegeneinander antreten. Bei den Olympischen Spielen ist wirklich die ganze Welt vertreten.

Haben Sie neben dem Sport noch Zeit, Land und Leute zu erleben?

Ich bin in São Paulo und werde vielleicht dort in die Gemeinde gehen. Mehr erfahre ich, wenn ich das Team treffe. Was ich allerdings weiß: Am 14. August wird der israelischen Sportler, die 1972 ermordet wurden, gedacht.

Mit der israelischen Golferin sprach Katrin Richter.

Libanon

Reaktion auf Drohnenangriff: Israel sprengt Hisbollah-Tunnelsystem

Auslöser für die nun erfolgte Zerstörung sei ein Drohnenangriff der Hisbollah am Mittwoch gewesen, erklären Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz

 31.07.2026

Großbritannien

Hackney will Städtepartnerschaft mit Haifa beenden

Ratsherr Simche Steinberger wirft der Ratsmehrheit vor, die sechs jüdischen Ratsmitglieder überhaupt nicht konsultiert zu haben

 31.07.2026

Tel Aviv

»Und dann musste ich mein eigenes Grab schaufeln«

Über zwei Jahre lang war Evyatar David in Gewalt der Hamas. Jetzt berichtet er davon, wie er – ausgezehrt und geschwächt – sein eigenes Grab ausheben musste

 31.07.2026

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  30.07.2026

Kairo

Verhandler sollen Fortschritte bei Hamas-Entwaffnung gemacht haben

Die Hamas signalisiert Bereitschaft, ihre Waffen unter Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung zu stellen. Im Gegenzug fordert sie einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Investition

Finanzierung für Stadtbahn im Norden steht

Von Haifa nach Nazareth mit der Bahn? Ab 2029 soll dies möglich sein. Das Projekt kostet viel Geld

 30.07.2026

Gaza

Zukunft ungewiss

Seit Monaten stagniert Trumps Gaza-Plan. Können ein israelisches Pilotprojekt in Rafah und das versprochene Ende der Hamas-Regierung daran etwas ändern? Eine Analyse

von Joshua Schultheis  30.07.2026

Israel/Libanon

Erstmals seit neuer Waffenruhe Hisbollah-Drohnenangriff

Die proiranische Terrororganisation hat ein mit Sprengstoff beladenes unbemanntes Fluggerät auf ein Fahrzeug der israelischen Armee im Südlibanon gesteuert; Israels Armee: »eklatanter Verstoß gegen die Waffenruhe«

 29.07.2026