Jerusalem

Ein Lamed für den Frieden

Foto: Amos Ben Gershom/GPO

Vom Bet bis zum Lamed dauerte es mehr als zwei Jahre. Kurz nach dem Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022 schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den ersten hebräischen Buchstaben in die Tora-Rolle. Jetzt fügte sein israelischer Amtskollege Isaac Herzog in Jerusalem die letzten Buchstaben hinzu. Die Tora-Rolle, die dem Frieden in beiden Ländern gewidmet ist, ist vollendet.

In den kommenden Monaten soll sie in der Großen Synagoge in Kiew ausgestellt werden. Das Schreiben wurde vom Oberrabbiner Kiews und Chabad-Abgesandten in der Stadt, Rabbi Yonatan Markovitch, initiiert. Er setzt sich generell für eine Stärkung der Solidarität zwischen Israel und der Ukraine ein.

Nicht nur Staatsoberhäupter schrieben die Buchstaben

Selenskyj schrieb den ersten Buchstaben der Schriftrolle in seinem Büro im unterirdischen Präsidentenbunker in Kiew, Herzog stellte das Werk im Beit Hanasi in Jerusalem fertig. Doch nicht nur Staatsoberhäupter schrieben: auch jüdische Soldaten in der ukrainischen Armee, die gegen Russland kämpfen, Familien von Geiseln, Angehörige der am 7. Oktober Getöteten und von von israelischen Soldaten, die bei den Kämpfen im Gazastreifen gefallen sind, die Oberrabbiner Israels, Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Kiew, sowie prominente Rabbiner und Celebrities der jüdischen Diaspora fügten Buchstaben hinzu.

»Es ist uns eine große Ehre, dass beide angesehenen Präsidenten, die alle Bürger ihrer Länder vertreten, einen Buchstaben in das Sefer-Tora - das unsere Einheit symbolisiert - eingetragen haben.« Als man mit dem Schreiben der Tora begann, habe man nicht gedacht, »dass wir eine Situation erreichen würden, in der auch unsere Brüder, das Volk Israels im Heiligen Land, der Gefahr eines grausamen Krieges ausgesetzt sein würden«.

»Es gibt nichts Bewegenderes, als beim Schreiben einer Tora-Rolle mitzuwirken, die dies symbolisiert.«

präsident isaac herzog

An der bewegenden Zeremonie in Jerusalem nahmen auch Verwandte von Zina Beylin teil, einer 60-jährigen Israelin, die aus der Ukraine stammte. Sie wurde am 7. Oktober in Sderot zusammen mit einem Dutzend anderer Senioren von Hamas-Terroristen ermordet, als sie sich zu einer Busfahrt ans Toten Meer aufmachen wollten.

Präsident Herzog sagte bei der Zeremonie: »Während der Jahrtausende des Exils, wo auch immer auf der Welt, hat sich das jüdische Volk um die Tora vereint. Auch heute befinden wir uns in einer besonders schwierigen Zeit, in der das jüdische Volk und die westliche Welt sich gegen Feinde verteidigen, die sich der Tora widersetzen – Werte der Wahrheit und dem Wunsch, in Frieden und Ruhe zu leben.«

Deshalb stelle die Integration der Kräfte zwischen den Juden Israels und der jüdischen Gemeinschaft in der Ukraine einen starken Kraftmultiplikator für das Überleben und den Fortbestand des jüdischen Volkes dar, fügte der Präsident hinzu. »Es gibt nichts Bewegenderes, als beim Schreiben einer Tora-Rolle mitzuwirken, die dies symbolisiert.«

Jerusalem

Israels Sicherheitsrat: Weltweite Reisewarnung für die jüdischen Feiertage

Die Behörde warnt vor gezielten Anschlägen durch extremistische Gruppen und Einzeltäter auf Juden und Israelis. Von Reisen in zahlreiche arabische und an den Iran grenzende Staaten wird dringend abgeraten

 06.09.2026

Jerusalem

Oberstes Gericht kippt Festnahmeverbot für ultraorthodoxe Wehrdienstverweigerer

Das im Sommer verabschiedete Moratorium verstößt nach Ansicht der Richter gegen den Gleichheitsgrundsatz. Der Staat dürfe bei der Strafverfolgung keine unzulässigen Ausnahmen machen

 06.09.2026

Kommentar

Warum es eine Brandmauer gegen die Linkspartei braucht

Wenn eine Brandmauer nur auf einer Seite steht, brennt es von der anderen rein. Über diese offene Seite müssen wir reden

von Nelly Eliasberg  06.09.2026

Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026

Bildung

Fragt mich!

Der deutsch-israelische Psychologe Ahmad Mansour besucht regelmäßig Schulen. Hier erzählt er, wie aus Sprachlosigkeit ein offener Austausch über Antisemitismus, Israel und den Nahostkonflikt entstehen kann

von Ahmad Mansour  04.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  04.09.2026

Jerusalem

Netanjahu: Sturz des Regimes im Iran »zentrale Mission« Israels

»Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Lage sind, diese Bedrohung ein für alle Mal zu beseitigen«, sagt der Ministerpräsident

 04.09.2026

Knesset-Wahlen

Ein Wegweiser durch den Dschungel der israelischen Politik

Am 27. Oktober wählt Israel. Sie wollen mitreden, aber können die Parteien nicht auseinanderhalten? Willkommen im Klub. Die Israelis können es auch nicht

von Guy Katz  04.09.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 04.09.2026