Aktion

Ein Fest für die Umwelt

Strand und mehr: Israel verfügt über eine Mittelmeerküste von 190 Kilometern Länge. Foto: Flash 90

Einer der größten Naturschätze Israels sind die goldgelben Strände. Auf 190 Kilometern Länge ziehen sie sich entlang des Mittelmeeres vom Süden bis in den Norden an die libanesische Grenze. Strand und Meer gilt es jedoch besonders zu schützen – vor allem im Hinblick auf die jüngsten Erdgasfunde vor der Küste des Landes. Der Unabhängigkeitstag in diesem Jahr stand daher ganz im Zeichen des maritimen Umweltschutzes. Am Hafen von Herzliya hissten Naturschützer das, wie es hieß, größte Segel aller Zeiten, um auf die Bedrohung aufmerksam zu machen. Der Schutz der Natur – ob vor Verschmutzung oder zerstörerischem Ausbau – sei eine nationale Priorität, so das Umweltministerium.

Bedrohungen Das Meer um Israel ist zahlreichen unterschiedlichen Bedrohungen ausgesetzt: Industrieunfälle oder Havarien, bei denen Öl und Chemikalien ins Wasser gelangen, Abwässereinleitungen von Firmen und Städten sowie das dreiste Entladen von privatem Müll ins Meer oder an den Strand. Das Ökosystem der Meere und Küsten ist besonders fragil und trotz des verstärkten Eingreifens der Behörden stark gefährdet. Das Mittelmeer macht lediglich 0,8 Prozent der Meeresfläche auf der Erde aus, jedoch werden nach Angaben des Ministeriums bis zu 30 Prozent des weltweiten Handels in diesen Wassern abgewickelt. Daher sei die Bedrohung durch Verschmutzung vor allem im östlichen Becken »immens«.

Im vergangenen Jahr wurden vor der israelischen Küste riesige Erdgasvorkommen entdeckt. Die Firmen jubelten, Umweltschützer kräuselten die Stirn. Das größere der beiden Felder, Leviatan, liegt etwa 130 Kilometer von der Hafenstadt Haifa entfernt in einer Tiefe von 5.000 Metern unter dem Meeresspiegel. Einige Politiker frohlockten, dass Israel damit eventuell sogar zum Gas-Exporteur für die gesamte Region werden könne. Andere machten auch auf die Bedrohung durch den Abbau des Gases aufmerksam.

Meeresschutz Wie Umweltminister Gilad Erdan. In einer Gemeinschaftsaktion machten jetzt das Ministerium, die Marine, der israelische Jachtclub und die städtische Tourismusagentur Herzliya den 63. Geburtstag der Unabhängigkeit zum Aktionstag, um das wichtige Thema Meeresschutz ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen. Erdan sagte: »Das Meer ist ein öffentlicher Ort, den jeder von uns auch in der Zukunft genießen will. Geben wir jedoch nicht acht darauf, werden wir auch weiterhin die maritime Flora und Fauna schädigen. Der umfassende Schutz indes wird Gefahren für Tourismus, die Fischerei, die öffentliche Gesundheit und das Wohlbefinden aller abwenden.«

Beide israelischen Marineschiffe und Hunderte von privaten Booten nahmen am Aktionstag teil und bildeten die größte Regatta in Israels Geschichte. Zigtausende Besucher bestaunten den Tross vom Hafen aus. Mit dabei war das Forschungsschiff von EcoOcean, einer Nonprofit-Organisation, die sich maritime Bildung und Forschung auf die Fahnen geschrieben hat. EcoOcean forscht mit neuesten technologischen Methoden im und um das Mittelmeer herum. Die Bevölkerung war eingeladen, sich auf der »Mediterranean Explorer« umzuschauen und vom Team die Be-
deutung der verschiedenen Instrumente erklären zu lassen, darunter ein wissenschaftliches Labor und ein Roboter für Un-
terwasserfotografien.

Im Kibbuz Sdot Yam betreibt EcoOcean zudem das Bildungszentrum »Megalim«, in dem es vor allem Schulkinder über die Bedrohung des Meeres aufklärt. Auf dem Schiff werden regelmäßig Seminare und Touren für Pädagogen veranstaltet.

Küste Ein besonderer Dorn im Auge ist den Umweltschützern nach wie vor die leichtfertige Verschmutzung der Strände durch Badegäste, vor allem an den nicht touristisch erschlossenen Abschnitten. Ein Drittel des Drecks wird angeschwemmt, der Rest von Menschen nach der Strandparty, dem Lagerfeuer oder Badebesuch einfach liegen gelassen. Das langfristige Projekt »Saubere Küste« soll den Menschen vor allem durch Aufklärung klarmachen, wie leicht es ist, den Müll zu beseitigen – und welchen großen Beitrag jeder mit dieser kleinen Handlung leistet.

Yael German, Herzliyas Bürgermeisterin sagte, dass die Strände in den vergangenen Jahren eine Wandlung mitgemacht hätten und nun »eine spektakuläre Promenade« für jedermann zugänglich sei. »Doch müssen wir nach wie vor besonders auf die Sauberkeit achten. Nur dann werden es alle genießen können.« Erdan machte klar: »Es muss nur jeder seinen eigenen Müll bis zur nächsten Abfalltonne bringen, dann ist schon ganz viel getan.«

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  30.07.2026

Kairo

Verhandler sollen Fortschritte bei Hamas-Entwaffnung gemacht haben

Die Hamas signalisiert Bereitschaft, ihre Waffen unter Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung zu stellen. Im Gegenzug fordert sie einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Investition

Finanzierung für Stadtbahn im Norden steht

Von Haifa nach Nazareth mit der Bahn? Ab 2029 soll dies möglich sein. Das Projekt kostet viel Geld

 30.07.2026

Gaza

Zukunft ungewiss

Seit Monaten stagniert Trumps Gaza-Plan. Können ein israelisches Pilotprojekt in Rafah und das versprochene Ende der Hamas-Regierung daran etwas ändern? Eine Analyse

von Joshua Schultheis  30.07.2026

Israel/Libanon

Erstmals seit neuer Waffenruhe Hisbollah-Drohnenangriff

Die proiranische Terrororganisation hat ein mit Sprengstoff beladenes unbemanntes Fluggerät auf ein Fahrzeug der israelischen Armee im Südlibanon gesteuert; Israels Armee: »eklatanter Verstoß gegen die Waffenruhe«

 29.07.2026

Nachrichten

Festival, Westjordanland, Wahlkampf

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  29.07.2026

Jerusalem

Frühere Staatschefinnen fordern Strafen für israelische Siedler

Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, und die frühere Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, forderten unter anderem ein Verbot des Handels mit Waren illegaler Siedlungen

 29.07.2026

Tel Aviv

Zahl der Tollwut-Fälle binnen drei Jahren mehr als verdreifacht

Von Januar bis Mai 2026 wurden in Israel bereits 63 Ausbrüche der Krankheit bei Tieren festgestellt

 29.07.2026