Nahostkonflikt

Donald Trump lobt sich selbst - und tadelt Israel

Donald Trump beim Gipfeltreffen in Frankreich Foto: picture alliance / AP Photo/Julia Demaree Nikhinson

US-Präsident Donald Trump hat erneut harte Kritik an der israelischen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geübt und sie aufgefordert, im Libanon verantwortungsvoller zu handeln.

»Ich bin nicht zufrieden, wie Israel in Bezug auf den Libanon und die Hisbollah vorgegangen ist. Sie hätten die Sache schneller erledigen müssen.« Der Krieg ziehe sich »endlos hin«, was »ein negatives Licht auf das große Abkommen, das Abkommen mit dem Iran«, werfe, so der US-Präsident vor einem Treffen mit dem katarischen Emir Tamim bin-Hamad al-Thani am Rande des G7-Gipfels im französischen Evian.

»Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus dem Erdboden gleichmachen, wenn man jemanden sucht. Denn in diesen Wohnhäusern leben viele Menschen, und ich kann Ihnen versichern, die gehören nicht alle zur Hisbollah«, sagte Trump weiter. »Ohne die Vereinigten Staaten gäbe es kein Israel. Ohne mich gäbe es kein Israel.« Kein anderer amerikanischer Präsident wäre bereit gewesen, das zu tun, was er getan habe.

Wenn er sich nicht so entschlossen engagiert hätte, wäre Israel schon längst »in die Luft gejagt worden«, behauptete der 80-Jährige. Zu Benjamin Netanjahu habe er dennoch weiterhin ein »großartiges Verhältnis«. Vor einigen Tagen hatte Trump dem israelischen Regierungschef vorgeorfen, »kein verdammtes Urteilsvermögen« zu besitzen.

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Doch dann formulierte er erneut scharfe Kritik am israelischen Regierungschef. Israel habe zu lange gegen die Hisbollah gekämpft und dabei »zu viele Menschen getötet«. Die Netanjahu-Regierung müsse in Bezug auf den Libanon verantwortungsvoller handeln. »Ich habe diesen Angriff gesehen, ich habe gesehen, wo diese Bombe einschlug. Das war brutal«, so der US-Präsident, wobei er nicht präzisierte, welchen Angriff er genau meinte. Am Sonntag hatte Trump Netanjahu als »sehr schwierigen Kerl« bezeichnet.

Lob für Syriens Machthaber Al-Scharaa

Gleichzeitig rühmte der US-Präsident sich seiner eigenen Rolle im Nahostkonflikt. Trump lobte ausdrücklich den syrischen Staatschef Ahmed Al-Scharaa. »Der Mann, der Syrien jetzt regiert, ist jemand, den ich dort eingesetzt habe, zusammen mit Präsident Erdogan und einigen anderen. Er hat hervorragende Arbeit geleistet, um das Land auf Kurs zu bringen.«

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Zudem gehe Al-Scharaa, der einst an verantwortlicher Stelle in der Terrororganisation Al-Qaida tätig war, »sehr gut mit der Hisbollah um«, so Trump weiter. »Er mag sie nicht. Und ich sage Ihnen was: Israel kämpft schon viel zu lange gegen die Hisbollah, und es werden viel zu viele Menschen getötet.« Er habe Israel vorgeschlagen, den Kampf gegen die Hisbollah den Syrern zu überlassen. »Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass die das besser hinbekommen.«

Al-Scharaa habe sein Land »erstaunlich schnell wieder auf die Beine gebracht«, meinte Trump. »Er ist sehr fähig und war mir gegenüber sehr gut... Wenn Israel die Aufgabe nicht bewältigen kann, ohne alle anderen zu töten, wird er die Aufgabe übernehmen. Syrien wird die Aufgabe übernehmen.«

Und auch das Regime in Teheran bekam warme Worte. »Die derzeitige iranische Führung besteht aus sehr rationalen Menschen«, meinte Trump. »Der Umgang mit ihnen ist angenehm, es sind starke und kluge Menschen. Sie sind nicht radikalisiert und wollen ihrem Land helfen.«mth

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