Israel

Die Belarus-Connection

Generalmajor Roman Gofman wird neuer Chef des Mossad Foto: copyright (c) Flash90 2025

Die Überschrift ist vielsagend: »‚Unser Mann im ‚Mossad‘« titelte die russische Zeitung »Kommersant« am Dienstag. Der Artikel handelte von Roman Gofmans Amtseinführung als 14. Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad und Nachfolger von David Barnea. In der Unterzeile war zwar zu lesen, Israels Geheimdienst werde jetzt von einem gebürtigen Sowjetbürger geleitet. Dennoch erweckte die Kommersant-Headline den Eindruck, Gofman sei Russe.

Tatsächlich ist Roman Gofman 1976 in (dem damaligen sowjetischen) Belarus geboren. Er kommt aus Masyr, einer Kreisstadt unweit der ukrainischen Grenze. Zusammen mit seinen Eltern – Gofmans Vater ist Arzt, seine inzwischen verstorbene Mutter war Lehrerin – wanderte er 1990 nach Israel aus. In diesem Jahr erreichte die sowjetische Alija ihren Höhepunkt: Über 200.000 Juden kamen aus der zerfallenden UdSSR nach Israel. In den darauffolgenden 15 Jahren machten insgesamt etwa 1,6 Million Juden und Familienangehörige aus dem postsowjetischen Raum Alija.

Lesen Sie auch

Die Gofmans landeten in der Hafenstadt Ashdod. Der im Teenageralter nach Israel gebrachte Roman haderte zunächst mit der Alija. Er habe damals nicht sehen wollen, warum man alles aufgeben und auswandern müsse, erinnert sich Gofman in einem »Haaretz«-Porträt. Seine Jugend in Ashdod, aber auch die Anfänge seines Armeedienstes waren vom Gefühl des Andersseins geprägt. Es folgte eine langjährige Karriere in den israelischen Verteidigungskräften (IDF). Zuletzt war der zum Generalmajor aufgestiegene Roman Gofman militärischer Chefberater von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. In dieser Funktion stand er unter anderem im Kontakt zur Führung der Russischen Förderation hinsichtlich der Lage in Syrien.

Gofman ist das Gesicht der aus Osteuropa eingewanderten Olim

Bei der Amtseinführungszeremonie in der Tel Aviver Mossad-Zentrale würdigte Netanjahu Gofmans Werdegang. Als Einwanderer mit russischem Akzent sei Gofman in Israel mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert gewesen, sagte Netanjahu am Dienstag. Aber er habe sich durchgesetzt, betonte der Premier und verwies auf Gofmans Erfolge als junger Boxer. Benjamin Netanjahu ging zudem explizit auf Roman Gofmans Herkunft ein und sagte, Belarus habe Israel viele Führungspersönlichkeiten geschenkt.

Verkörpert Gofman den Aufstieg der seit 1989 aus Osteuropa eingewanderten Olim, so ist auch Israels frühere Geschichte reich an Persönlichkeiten, die auf dem Gebiet des heutigen Belarus geboren wurden. Die Staatspräsidenten Chaim Weizmann, Salman Schasar und Schimon Peres kamen ebenso in einst russischen oder polnischen, heute belarussichen Ortschaften zur Welt wie die Likud-Premierminister Menachem Begin und Jitzchak Schamir. Und auch der heutige Premier hat Wurzeln in Belarus: Benjamin Netanjahus Großvater (und Benzion Netanyahus Vater) Nathan Mileikowsky, kam 1879 im heute westbelarussischen Ort Krewa zur Welt.

Jerusalem

Bericht enthüllt Verbindungen zwischen Palästina-Aktivisten und Terroristen

Das israelische Diaspora-Ministerium hat eine Untersuchung veröffentlicht, die zeigen soll, wie israelfeindliche Aktivisten aus den USA die Nähe zu Terrororganisationen suchen

 04.08.2026

Rom

Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom

Die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah halten an. Doch gleichzeitig gehen direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon weiter. Worum geht es dabei?

 04.08.2026

Gaza

Israel lehnt Abzug vor Entwaffnung der Hamas ab

Der vorgesehene israelische Truppenabzug und die Entwaffnung der Hamas sollen offenbar doch nicht parallel erfolgen. Das Board of Peace verändert die Bedingungen

 04.08.2026

Jerusalem

Herzog empfängt neuen deutschen Botschafter

Alexander Graf Lambsdorff hat die Nachfolge von Steffen Seibert als Botschafter in Israel offiziell angetreten. Jetzt war der neue Vertreter Deutschlands beim Präsidenten - dieser sprach dabei auch von »besonderen Beziehungen«

 04.08.2026

Israel

Sie wurde auf dem Nova-Festival ermordet: Junger Israeli tot am Grab seiner besten Freundin aufgefunden

»Auch die Freunde der Ermordeten sind Opfer dieser Tragödie«, sagt die Familie von Bar Bechor Asraf.

 04.08.2026

Israel

Präsident Herzog lobt Gaza-Friedensplan

In der israelischen Regierung gibt es Vorbehalte gegen den von US-Präsident Donald Trump entwickelten Plan. Das Staatsoberhaupt ist optimistischer

 03.08.2026

Jerusalem

Netanjahus Kehrtwende im Wahlkampf

Premier Netanjahu will sich offenbar von den Haredim distanzieren, um gemäßigte Likud-Wähler zurückzugewinnen

von Sabine Brandes  03.08.2026

Luftfahrt

Condor nimmt Israel-Flüge wieder auf

Der erste planmäßige Flug landete am Samstagabend am Flughafen Ben Gurion – mit vollständig ausgelasteter Maschine

 03.08.2026

Jerusalem

Katz bestreitet, Generalmajor im Live-Interview gefeuert zu haben

Der Verteidigungsminister spricht von einer »glatten Lüge und Teil einer politischen Kampagne gegen die Regierung«

 03.08.2026