Wetter

Dicke Luft

Auch die Strandpromenade in Tel Aviv ist in Staub gehüllt. Foto: Flash 90

Auch am Donnerstagvormittag hält der massive Sandsturm weiter an, der ganz Israel seit Dienstag mit einer Wolke aus Staub überzieht. Nach Angaben des Magen David Adom mussten bisher mehr als 600 Israelis aufgrund der Atemluftbelastung medizinisch behandelt werden, darunter viele, die ohnehin an Atemnot, Asthma oder Herzproblemen leiden.

Auch Kinder, Alte, Schwangere und Allergiker sind besonders gefährdet. In Jerusalem ist die Luftverschmutzung 173-mal so hoch wie normalerweise. Das Umweltministerium warnt vor unnötigen Aufenthalten im Freien und rät von körperlicher Anstrengung ab.

»Israel leidet genau genommen nicht unter einem Sandsturm, sondern unter einer Staubwolke«, sagt Amit Savir vom Meteorologischen Dienst in Israel der Jüdischen Allgemeinen. »Einen Sandsturm gab es Anfang der Woche im Irak und in Syrien. Der Wind hat den Sand Richtung Osten getragen. Davon ist der gesamte Nahe Osten betroffen«, erklärt der Experte. Auch der Libanon, die Sinai-Halbinsel, Jordanien und Teile Saudi-Arabiens liegen unter dem gelblichen Nebel. Teilweise zog der Staub bis nach Zypern und an die Südküste der Türkei.

windstill »In Israel verzieht sich der Sandstaub nicht, weil es windstill ist und kein Regen fällt«, so Savir. Doch die Lage verbessere sich allmählich. »Gestern betrug die Sichtweite in großen Teilen des Landes nur bis zu einen Kilometer, heute sind es bereits zwei bis drei Kilometer. Vor zwei Tagen war der Staub noch gelblich, heute, am Donnerstag, ist er eher grau-weiß.«

Doch noch immer halten die Menschen ihre Fenster geschlossen, gehen mit Atemschutzmaske vor die Tür. Auch der Inlandsflughafen in Eilat ist nach wie vor geschlossen, da Flugzeuge wegen fehlender Sicht nicht landen können. »Diese Staubwolken sind eher für den Herbst oder Winter typisch«, erklärt Savir. »Dann stellen sie kein Problem dar, da es Wind und Regen gibt.«

Im Sommer dagegen sei so etwas eher ungewöhnlich. »Das ist seit Jahrzehnten nicht vorgekommen. Wir haben derzeit Temperaturen von über 35 Grad und an der Küste eine Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent. Das macht die Situation so schwer erträglich.« Für das Wochenende erwartet der Meteorologe jedoch eine Verbesserung der Lage. An den Hohen Feiertagen sollen die Temperaturen wieder fallen.

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