Jerusalem

»Der Feind wartet nur darauf, eine Spaltung unter uns zu sehen«

Israels Präsident Isaac Herzog Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der israelische Staatspräsident Isaac Herzog hat sein Volk während des Gaza-Kriegs zur Einigkeit aufgerufen. Der Krieg mit der islamistischen Terrororganisation Hamas sei hart, lang und schmerzhaft, sagte Herzog am Sonntagabend in einer Rede an die Nation.

»Der Feind wartet nur darauf, eine Spaltung unter uns zu sehen«, sagte er. »Er sieht die Auseinandersetzungen, die Ego-Kämpfe, die politischen Konfrontationen - mit Blick auf den Tag zuvor und den Tag danach - und feiert jedes Mal, wenn die Kontroverse uns spaltet.«

Herzog bezog sich dabei unter anderem auf Berichte über Spannungen zwischen der politischen und der militärischen Führung Israels. Anders als Verteidigungsminister Joav Galant und die Geheimdienstchefs hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bisher keine persönliche Verantwortung dafür eingeräumt, dass der blutige Terrorangriff der islamistischen Hamas am 7. Oktober geschehen konnte.

Er betont stets, dies werde nach dem Krieg geklärt werden. Kritiker werfen Netanjahu vor, er arbeite bereits hinter den Kulissen daran, die Schuld auf Andere abzuwälzen, etwa auf die Militärspitze.

Herzog sagte, er rufe im Namen der Familien gefallener Soldaten sowie der kämpfenden Soldaten dazu auf, interne Streitigkeiten während des Kriegs zu unterlassen. »Wir dürfen nicht zum Diskurs des 6. Oktobers zurückkehren«, warnte Herzog. Jeder der dies tue, schade den Kriegsanstrengungen und der Sicherheit der Bürger Israels.

Die rechtsreligiöse Regierung Netanjahus hatte zuvor eine höchst kontroverse Justizreform vorangetrieben. In den Monaten vor dem Krieg stand sie in der Kritik, damit Israels Sicherheit zu gefährden.

Jerusalem

Könnte eine Nicht-Israelin Miss Israel werden?

Melanie Shiraz, die Miss Israel von 2025, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Organisatoren des Schönheitswettbewerbs. Dessen Glaubwürdigkeit steht ihr zufolge auf dem Spiel

 04.06.2026

Israel

Die Belarus-Connection

Der neue Mossad-Chef Roman Gofman wanderte mit seinen Eltern 1990 nach Israel aus. Er ist einer von vielen osteuropäischen Olim, die das Land geprägt haben

von Eugen El  04.06.2026

Libanon

Hisbollah lehnt Waffenruhe ab

Bisher konnte keine Waffenruhe im Libanon Ruhe zwischen Israel und der Hisbollah schaffen. Ein erneuter Anlauf wird von der Hisbollah zurückgewiesen

 04.06.2026

Wirtschaft

Keine Dollar, keine Euro mehr - »alles leer«

Der Ansturm auf Devisen bringt Geldwechsler in Israel in Bedrängnis – selbst Banken haben Schwierigkeiten beim Nachschub

von Sabine Brandes  04.06.2026

POWER LIST – Germany’s Top 50

Hape Kerkeling bekommt Sonderpreis für Zivilcourage

Auch die Ärztin und Bestsellerautorin Yael Adler, Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sowie JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel wurden ausgezeichnet

von Imanuel Marcus  04.06.2026

Jerusalem

Netanjahu spielt Trumps Beschimpfungen herunter

Seine Beziehung zum amerikanischen Präsidenten sei weiterhin stabil, sagt Israels Ministerpräsident

 04.06.2026

Libanon

Ist die Bromance zwischen Bibi und Trump am Ende?

Wie Washington die Konflikte im Nahen Osten ordnen will und Israel dabei zunehmend in eine Zuschauerrolle drängt

von Sabine Brandes  04.06.2026

Alon Schvut

Charedim greifen Haus des Vizepräsidenten des Obersten Gerichts an

Dutzende Randalierer beschädigten Fenster, Fahrzeuge und weitere Teile des Grundstücks. Hintergrund ist der Protest gegen die Einziehung ultraorthodoxer Männer zum Militärdienst

 04.06.2026

Terroropfer

Sterbliche Überreste in Kfar Aza entdeckt: Familie eines Hamas-Opfers hofft auf Gewissheit

Angehörige des am 7. Oktober 2023 ermordeten Nirel Zini finden menschliche Knochen. Gehören sie zu ihm?

 04.06.2026