Vermisst

Der Anker der Familie fehlt

Maxim Herkin aus Tirat Hacarmel Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Der Anker der Familie fehlt

Maxim Herkin wurde auf dem Nova-Rave entführt

von Sabine Brandes  25.06.2024 08:56 Uhr

»Mama, ich liebe dich.« Das war die letzte Nachricht, die Tela Herkin von ihrem Sohn erhalten sollte. Maxim Herkin wurde am 7. Oktober auf dem Supernova-Wüstenrave entführt, als Hamas-Terroristen die Party attackierten, mehr als 360 Menschen ermordeten und mindestens 40 Geiseln nahmen. Der 35-Jährige hat eine dreijährige Tochter, Monika, die seither sehnsüchtig auf ihren Vater wartet.

Tela Harkin, die Mutter des Entführten, war einst mit ihren Kindern aus der Ukraine nach Israel ausgewandert, weil sie ein Zuhause suchte und die Sicherheit zu finden hoffte, die sie in ihrer alten Heimat nicht mehr spürte. Nach dem »Schwarzen Schabbat« und der furchtbaren Nachricht, dass ihr Sohn Maxim entführt wurde, verlor sie jedoch jegliches Sicherheitsgefühl.

Angst, Furcht und Depressionen

Seitdem lebt sie in ständiger Angst und Furcht, hat Depressionen. In einem Interview im israelischen Fernsehen sagte sie: »Ich weiß nicht mehr, was ich tun oder denken soll. Ich weiß nichts über Maxim. Nach dem, was ich im Fernsehen und von den Familien der anderen Entführten höre, sind sie alle in einem schlechten Zustand und ohne Essen. Unsere Geduld ist erschöpft.«

Die Familie lebt in Tirat Hacarmel im Norden des Landes. »Er ist ein toller Kerl, der sich stets um alle gekümmert hat«, erzählt seine Mutter. Sein Freund und dessen Frau hätten ihn überredet, an dem Rave teilzunehmen, obwohl er eigentlich überhaupt kein Partymensch sei. »Die beiden wurden an diesem Tag ermordet. Man fand sie verbrannt in einem der Fahrzeuge, sie hinterlassen zwei kleine Kinder. Maxim dagegen wurde für vermisst erklärt.«

Maxim sei immer der Anker der Familie gewesen. »Er ist mein Ein und Alles. Wir leben zusammen in einem Haus, und er half uns, den Lebensunterhalt zu verdienen. Er hatte auch viele Träume, studierte und arbeitete, während er sich um mich und seinen Bruder kümmerte. Am 7. Oktober haben mir die Terroristen meinen Sohn, mein Leben und meine Sicherheit geraubt.«

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