Nachrichten

Cannabis, Spionage, Heimat

Champion: Omri Casspi Foto: Flash 90

Nachrichten

Cannabis, Spionage, Heimat

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  18.07.2019 10:27 Uhr

Heimat
Nach zehn Jahren in der amerikanischen NBA will Basketball-Superstar Omri Casspi zurück in die Heimat. Der 31-Jährige soll bereits in den nächsten Tagen einen Vertrag mit dem Klub Maccabi Tel Aviv unterzeichnen. Das berichtete der Fernsehsender »Sport 5«. In seiner Karriere hat Casspi für die New Orleans Pelicans, die Houston Rockets, die Golden State Warriors, die Cleveland Cavaliers und andere gespielt. Doch auch der Klub in der alten Heimat kann sich sehen lassen: Maccabi war sechsmal Euro-League-Champion. Der Dreijahresvertrag von Casspi soll ihm rund 3,2 Millionen Dollar einbringen. Und auch nach dessen Ablauf muss sich der Spitzensportler keine Sorgen machen. Angeblich ist ihm anschließend ein Job bei dem Verein in Aussicht gestellt worden, hieß es.

Cannabis
Medizinisches Marihuana gewinnt zunehmend an Bedeutung in Israel. Immer mehr Anbauer wollen mit den Pflanzen Geld verdienen, das Landwirtschaftsministerium erteilt ständig neue Lizenzen. Doch um Erfolg zu haben, muss man wissen, wie es geht. Dafür wird es zukünftig den Studiengang »Medizinisches Cannabis« geben. Am Max Stern College im Jisrael-Tal wird der erste Bachelor-Abschluss des Landes in diesem Bereich angeboten. »Die Cannabis-Industrie ist heute das, was die Cybersicherheit vor zehn Jahren war«, meint College-Präsident Itzhak Harpaz. »Israel ist in der Lage, diese Industrie anzuführen, und sollte es auch tun.« Schon heute sei deutlich, dass der Markt Dutzende Milliarden Dollar einbringen kann.

Börse
Die Börsen in New York und Tel Aviv arbeiten derzeit zusammen. Ihr Ziel ist es, eine neue Börse speziell für Start-up-Firmen in der Mittelmeermetropole aufzubauen, mit geringer Regulierung und wenig Bürokratie. Denn viele der jungen Hightech-Unternehmen bevorzugen private Finanzierung, statt sich an der Börse zu registrieren. Finanzminister Mosche Kachlon ist zuversichtlich: »Es ist ein Ausdruck von Vertrauen in die israelische Wirtschaft, wenn sich die stärkste Börse der Welt hier engagiert.« Die Firmen können auf diese Art im Inland Investitionen anlocken, nicht nur aus dem Ausland oder von fremden Finanziers.

Spionage
Gefährliche Nachrichten: Mehrere Soldaten haben offenbar scheinbar harmlose WhatsApp-Botschaften bekommen, hinter denen die Hamas stand. Die Terrorgruppe aus dem Gazastreifen will offenbar durch den Messenger-Dienst israelische Soldaten ausspionieren. Sie gibt sich als Soldat einer anderen Einheit aus, der nach geheimen Informationen fragt – auf Hebräisch. Offenbar benutzt die Hamas dazu eine Tracking-App und hat es besonders auf junge Männer in Kampfeinheiten abgesehen, die an der Nähe der Grenze stationiert sind. Kürzlich wurde ein IDF-Soldat unter einer ihm unbekannten Nummer gefragt, wann seine Einheit die Gegend verlässt, wie viele Mann dort sind und Ähnliches. Der Soldat gab keine Informationen preis, sondern meldete die Nachricht seinem Kommandanten. Die Armee rief dazu auf, besonders vorsichtig zu sein und Verdächtiges sofort zu melden.

Werbung
Eine Transsexuelle ist der neue Star der Werbung von SodaStream. Als Braut taucht Lila Blilat in der Kampagne »Stell dir eine Welt vor, in der sich niemand verstecken muss« auf, die im Pride-Monat von dem Sodamaschinen-Hersteller in 46 Ländern ausgestrahlt wird. Die 26-Jährige ist unter dem Namen Mahdi in der Beduinenstadt Rahat in der Negevwüste aufgewachsen. »Es ist ein schwieriger Ort«, sagt sie, »eine geschlossene Gesellschaft, die vieles einfach nicht versteht. Ich musste mich verstecken.« Das tut sie nun nicht mehr. Blilat wurde auf der Gay Pride in Tel Aviv für die Kampagne entdeckt. Jetzt hofft sie, »dass die Menschen sehen, dass ich kein Monster bin«.

Impfung
Eltern sind von einem Bezirksgericht dazu verurteilt worden, ihr Baby gegen Tetanus impfen zu lassen. Es ist der erste derartige Urteilsspruch in Israel. Das Paar hatte sich geweigert, sein Kind impfen zu lassen, obwohl mehrere Ärzte vehement dazu geraten hatten. Das Baby hatte bei einem Lagerfeuer Verbrennungen zweiten Grades am Fuß erlitten. Der behandelnde Privatarzt hatte sofort empfohlen, das Baby impfen zu lassen. Als die Eltern dies ablehnten, wandte er sich an seinen Vorgesetzten. Auch der Spezialist konnte das Paar nicht überzeugen. Daraufhin entschied der Richter, den Eltern die Entscheidung abzunehmen und sie per Gerichtsentscheid zur Impfung ihres Sprösslings zu zwingen.

Hamas-Massaker

Wurde Netanjahu vor dem 7. Oktober gleich dreimal gewarnt?

Berichte aus Ägypten und den Emiraten schildern mehrere Warnungen vor dem Angriff aus Gaza. Der israelische Premier bestreitet dies kategorisch

von Sabine Brandes  30.09.2026

Jerusalem

Eklat wegen Aussagen von Ministerin: Israel bestellt spanische Diplomatin ein

Spaniens Jugendministerin Sira Rego von der Linkspartei hatte erklärt, die spanische Gesellschaft unterstütze einen palästinensischen Staat »vom Fluss bis zum Meer«. Jetzt protestierte Israel gegen die Aussagen

 30.09.2026

Tel Aviv

Festnahme eines Hamas-Funktionärs verschaffte Israel entscheidende Informationen über Terrorziele

Mu’in al-Arabid, ein ranghoher Hamas-Terrorist wurde am 2. September gefangen genommen. Seither sind mehrere Terror-Kommandeure getötet worden

 30.09.2026

Grenzübergang Taba/Eilat zwischen Ägypten und Israel

Mysteriöser Fall

Drei Israelis in Ägypten verschollen

Die jungen beduinischen Männer seien zum Urlaub ins Nachbarland gereist und dort angeblich aus Gründen der »inneren Sicherheit« festgenommen worden

von Sabine Brandes  29.09.2026

Die Chefs der Oppositionsparteien

Tel Aviv

Israels Opposition schließt Pakt

Eisenkot, Bennett, Lapid, Lieberman und Golan wollen während des Wahlkampfs auf gegenseitige Angriffe verzichten und planen eine »zionistische staatsmännische Regierung«

von Sabine Brandes  29.09.2026

Jerusalem

Gallant spricht über Details der Pager-Operation gegen Hisbollah

Offenbar schöpfte ein Mitglied der libanesischen Terrororganisation Verdacht. Israel sah sich zum Handeln gezwungen

 29.09.2026

Forschung

Studie: Es gibt keine Grundlage für die Apartheids- und Genozidvorwürfe gegen Israel

Eine neue Untersuchung von Gunther Jikeli und Philippe Karpe zeigt, dass die Kritik gegen den jüdischen Staat ideologisch motiviert ist - und jeglicher Empirie entbehrt

 29.09.2026

Jerusalem

Netanjahu reiste offenbar wegen Berichten über Hamas-Warnung nach Abu Dhabi

Hat der israelische Ministerpräsident den Präsidenten der VAE, Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan, gebeten, Medienberichte zurückzuweisen, wonach dieser seinen Jerusalemer Gesprächspartner vor dem 7. Oktober warnte?

 29.09.2026

Terrorismus

»Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf«

Ricarda Louks Tochter Shani und Sonja Bohl-Denckers Tochter Carolin wurden vor drei Jahren von der islamistischen Hamas ermordet. Ihre Mütter schildern, wie sie mit dem Verlust zurechtkommen - und was sie sich wünschen

von Nina Schmedding  29.09.2026