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Cannabis, Milch, Tinder

Cannabis gesucht Foto: Flash 90

Cannabis
Israel hat Deutschland in Sachen Cannabis-Importe überholt. Wie das israelische Magazin »Marijuana Business Daily« berichtet, wurden in diesem Jahr von Deutschland bislang drei metrische Tonnen eingeführt, von Israel bereits mehr als sechs (bis Juli). Einer der Gründe für die hohe Zahl sind die weniger strengen Einfuhrbedingungen in Israel im Vergleich zur EU. Viele Produzenten von medizinischem Cannabis, die die Richtlinien der EU »Good Manufacturing Practice« nicht erfüllen, würden ihre Ware stattdessen in den kleinen Nahoststaat senden, so das Magazin.

Urteil
Das Bezirksgericht in Beer Sheva hat zwei Männer freigesprochen, die den Asylbewerber Haftom Zarhum aus Eritrea totgeschlagen haben. Nach einem Terroranschlag im Zentralen Busbahnhof im Jahr 2015 hätten sie ihn für einen palästinensischen Terroristen gehalten, sagten sie aus. Der 29-Jährige war jedoch unschuldiger Zeuge des Geschehens. Zarhum war zunächst von zwei Soldaten angeschossen worden. Als er blutend am Boden lag, griff ihn ein wütender Mob an. Yaakov Shimba und Ronen Cohen traten und schlugen ihn mit einer Metallbank. Zarhum starb wenige Stunden später im Krankenhaus. Das Gericht begründete die Freisprüche mit dem Grundsatz »Im Zweifel für den Angeklagten«. Der eigentliche Terrorist war ein 21-jähriger Beduine. Bei dem Anschlag war ein Soldat getötet worden.

Milch
Israelische Milch ist einer akribischen Untersuchung unterzogen worden. Nachdem Jakob Shimshoni vom Volcani-Institut für Agrarwissenschaft Milch untersuchte, stellte er fest, dass etwas nicht stimmte, und sandte eine Probe an ein Labor. Daraus entstand die umfassende Studie in Zusammenarbeit mit der Hebräischen Universität, die jetzt veröffentlicht wurde. 51 Kuh- und Ziegenmilchproben führender Produzenten wurden dabei unter die Lupe genommen. Es wurde festgestellt, dass die Rückstände von Medikamenten oder Pestiziden zwar unterhalb der von der Europäischen Union festgesetzten Obergrenze liegen, trotzdem aber Grund zur Besorgnis seien, meint Shimshoni. Die Rückstände, darunter von Schmerzmitteln, Koffein und anderen Giften, gelangten durch die Behandlung des Tierfutters oder der Tiere in die Milch, so die Wissenschaftler.

Alija
Die World Zionist Organisation (WZO) hat einen Plan vorgestellt, mit dem die jüdische Gemeinschaft aus Frankreich nach Israel gebracht werden soll. Der stellvertretende Vorsitzende Yaakov Hagoel übergab ein entsprechendes Schreiben an Immigrationsministerin Pnina Tamano-Shata. Man glaube, so der Brief, »die französischen Juden sind Zionisten und bringen finanzielle Vorteile für Israel mit«. Sie würden ohnehin früher oder später Frankreich verlassen, daher solle die Regierung alle nötigen Anstrengungen unternehmen, sie in den jüdischen Staat zu bringen. Die ersten 50.000 Olim sollten unmittelbar einwandern, eine weitere halbe Million in den kommenden Jahren.

Morde
Drei Menschen sind von Samstag auf Sonntag in Israel erschossen worden. Bei allen handelt es sich um separate kriminelle Vergehen in der arabischen Gemeinde, gab die Polizei an. In dem beduinischen Dorf Ibtin im Norden des Landes wurde ein 53-jähriger Mann getötet, vier weitere dabei durch Schüsse verletzt. Am Sonntagmorgen ist ein arabischer Israeli auf einer Baustelle in Petach Tikwa mit Schusswunden tot aufgefunden worden. Noch während desselben Morgens erschossen Unbekannte einen 55-Jährigen in der arabischen Stadt Tira. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen. Nach Angaben in israelischen Medien wurden 2019 lediglich 30 Prozent der Tötungsdelikte in der arabischen Gemeinde aufgeklärt.

Tinder
Im vergangenen September lernte Christian Herrmann aus Leipzig über die Dating-App Tinder seine Freundin Wanja aus Tel Aviv kennen. Im Februar flog er nach Israel, um sie endlich persönlich kennenzulernen – und blieb dann wegen Corona im Land. Seither lebt er mit einem Touristenvisum in Israel. »Ich habe meine Wohnung in Leipzig am 5. Februar verlassen – mit der Absicht, eigentlich nur 14 Tage hierherzukommen und dem Ergebnis, dass ich jetzt über ein halbes Jahr hier bin«, erzählte der 39-jährige Immobilienmakler dem Fernsehsender RTL. Zwar könnte er zurück nach Deutschland, aber wegen des Einreiseverbots aufgrund der Corona-Krise könnte er Wanja dann lange Zeit nicht mehr sehen. »Wir haben den Lockdown zusammen erlebt. Das hat uns gut getan, hat unserer Beziehung gut getan«, sagte Herrmann laut RTL.

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