Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Glamour-Paar: Geula Even und Gideon Saar Foto: Flash 90

Versprochen
Yair Lapid liebt das große Publikum. Und offenbar spricht er über manche Dinge lieber auf einer internationalen Bühne als in der Heimat. Seit seinem Amtsantritt äußerte sich der Finanzminister zum ersten Mal über den Friedensprozess. Der New York Times sagte er, dass er einen Palästinenserstaat befürworte, sprach sich jedoch gegen einen Siedlungsstopp aus und erklärte Jerusalem für unteilbar. Dennoch sei die einzig reelle Vorstellung seiner Meinung nach eine Zweistaatenlösung. Das Konzept des scheidenden Premiers der Palästinenser, Salam Fayyad, sei ein sehr gutes gewesen. In Präsident Mahmud Abbas indes sieht Lapid »keinen Friedenspartner«. Die Beauftragte für die Verhandlungen mit den Palästinensern, Zipi Livni, konterte, dass Lapid vor den Wahlen etwas anderes versprochen habe. Seine Worte repräsentierten nicht die israelische Regierungspolitik.

Verklagt
Hunderte Menschen kamen zur Trauerfeier für die drei Brüder der Familie a-Sariya, die im März vor der Küste von Aschkelon ertrunken waren. Jetzt verklagen die Hinterbliebenen die Stadt und das Innenministerium. Sie werfen der Verwaltung vor, die Öffentlichkeit an jenem Tag zu einer Veranstaltung an den Strand eingeladen, jedoch weder Bademeister abgestellt noch Sicherheitsvorkehrungen getroffen zu haben, um das Baden zu verhindern. Das Meer schien ruhig, und so waren Atef, Suleiman und Nahed ins Wasser gegangen. Kurz darauf jedoch wurden sie von der extrem starken Strömung weggeschwemmt und ertranken kurz hintereinander.

Verheiratet
Wenige Tage, nachdem es seine Verlobung bekannt gegeben hatte, sagte Israels neues Powerpaar »Ja«. Innenminister Gideon Saar (46) und die Nachrichtensprecherin von Kanal Eins, Geula Even (40), standen sechs Monate, nachdem sie sich kennengelernt hatten, schon unter der Chuppa. Zwar war die Gästeliste mit 60 Personen überschaubar, aber dennoch das reinste »Who is Who« des Landes. Den Segen sprach kein Geringerer als Kotel-Rabbiner Schmuel Rabinowitsch persönlich. Für eine enge Freundin des Ministers, Oppositionsführerin Schelly Jachimowitsch, war das zu viel Prominenz. Sie blieb der Feier fern. Für Saar und Even ist es die jeweils zweite Ehe. Beide haben Kinder aus ihren vorherigen Beziehungen.

Verbissen
Einen ungewöhnlichen Angreifer schlug ein Wanderer auf dem Israel-Pfad in die Flucht: Ein wütendes Schaf hatte den 56-Jährigen mehrmals attackiert. Der Mann schaffte es, mit seinem Handy den Krankenwagen zu rufen. Die Sanitäter versorgten ihn zunächst am Ort und brachten ihn dann ins Krankenhaus. Ärzte erklärten, der Wanderer habe Wunden und mehrere Frakturen im unteren Körperbereich erlitten. Normalerweise gelten Schafe als äußerst friedfertig. Veterinär-Experten wollen jetzt untersuchen, was diesen tierischen Außenseiter zum Ausrasten brachte.

Verliehen
Bald wird die legendäre Sängerin Barbra Streisand um eine Auszeichnung reicher sein. Die Hebräische Universität Jerusalem verleiht ihr am 17. Juni die Ehrendoktorwürde im Bereich der Philosophie. »Barbra Streisand wird für ihre beruflichen Errungenschaften, ihre außergewöhnlichen humanitären Leistungen und ihren Einsatz für Menschen- und Bürgerrechte geehrt«, schrieb die Universität in einer Presseerklärung. Außerdem betonte sie das Engagement der Künstlerin für Israel und das jüdische Volk. 1984 hatte Streisand das »Emanuel-Streisand-Gebäude für Jüdische Studien« auf dem Campus des Skopusberges in Erinnerung an ihren Vater errichten lassen.

Verabschiedet
Obwohl gespart werden muss, hat sich die israelische Regierung dagegen entschieden, Tourismusleistungen zu besteuern. Wie der Minister des Ressorts, Uzi Landau, zum Wochenbeginn bekannt gab, habe das Kabinett eine »verantwortliche Entscheidung« getroffen – »nicht nur für die 200.000 Menschen, die in diesem Bereich beschäftigt sind, sondern für die Wirtschaft unseres Landes insgesamt«. Finanzminister Yair Lapid hatte als eine Maßnahme, um das Haushaltsloch zu stopfen, vorgeschlagen, Mehrwertsteuer auf Dienstleistungen wie Hotelübernachtungen oder Autovermietungen zu erheben.

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nachrichten

Wohnen, Defizit, Währung

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026

Kommentar

Was hat der Konflikt mit dem Iran Israel gebracht?

Eine ernüchternde Bilanz von Roman Haller

 22.04.2026

Meinung

Die Isaac Accords – Kooperation statt Symbolik

Im Gegensatz zu den Abraham Accords geht es bei dem Vertrag zwischen Argentinien und Israel nicht um eine Normalisierung der Beziehungen, sondern um eine Vertiefung. Gerade darin liegt seine politische Logik

von Carsten Ovens  22.04.2026

Berlin

Israelischer Starkoch auf den Spuren seiner deutschen Großmutter

Schnitzel - das klingt erst einmal sehr deutsch. Dieses Schnitzel allerdings kommt anders daher. Ein Besuch im Berliner Restaurant »Berta«, das ein israelischer Starkoch nach seiner deutschen Großmutter benannt hat

von Nina Schmedding  22.04.2026

Jerusalem

Klima-Forscher: Teile Israels könnten unbewohnbar werden

Israelische Klimaforscher sagen, der südliche Arava-Raum, Eilat sowie das Jordantal seien besonders gefährdet

 22.04.2026

Westjordanland

Berichte über Verletzte nach Siedler-Angriff

Radikale Siedler haben Berichten zufolge in einem Dorf palästinensischen Besitz in Brand gesteckt. Mehrere Menschen mussten wegen einer Rauchvergiftung behandelt werden

 22.04.2026

Terroristen-Gefängnis

Hamas-Terroristen belästigten Reservistinnen sexuell

Eine Reservistin sagt dem Sender KAN, Häftlinge hätte vor ihr masturbiert und ihr erniedrigende Blicke zugeworfen. Die psychischen Folgen seien bis heute spürbar

 22.04.2026